Dax legt wegen mangelnder Impulse Ruhetag ein
Der deutsche Aktienmarkt hat nach den Rekordhochs in der Vorwoche eine kleine Verschnaufpause eingelegt. Während die Impulse von der Berichtssaison fehlten, kam auch von der Geopolitik kaum Störfeuer. Der Dax schloss kaum verändert bei 26.324 Punkten, sein Tageshoch lag mit 26.442 Zählern nur knapp unter der Rekordmarke. Der EuroStoxx50 notierte 0,2 Prozent höher bei 6539 Stellen.
Leicht positiv sah Anlagestratege Jochen Stanzl von der Consorsbank den Dax zum Wochenstart. Nachlassende Zinsängste nach den schwächeren US-Arbeitsmarktdaten festigten seinen Ausbruch über 26.000 Punkte. Der Ausbruch scheine sukzessive Käufer anzulocken, die aus technischen Gründen einstiegen, was den Index ein wenig resilienter gegenüber jeder Nachricht aus dem Iran zu machen scheine.
Gea gewannen 0,5 Prozent, nachdem die endgültigen Zahlen für das zweite Quartal im Einklang mit den vorläufigen Ergebnissen lagen, hieß es von JP Morgan. Der vom Unternehmen definierte freie Cashflow (FCF) sei signifikant auf 151 Millionen Euro gestiegen, was den höchsten Stand für ein zweites Quartal seit 2020 darstelle.
Umstufungen und Analystenkommentare sorgten für höhere Kursveränderungen. So hat die Deutsche Bank das Kursziel von Qiagen erhöht auf 47 nach 43 Euro, hier ging es um 5,5 Prozent aufwärts.
Schutz vor Cyberkriminalität schafft Riesenmarkt
Künstliche Intelligenz schafft viele neue Möglichkeiten - allerdings auch für Betrüger und Datendiebe. Entsprechend ist auch der Bedarf an entsprechenden Sicherheitslösungen gestiegen. Welche neuen Möglichkeiten das für Anleger bietet, darüber spricht Friedhelm Tilgen mit Anja Schneider von der Société Générale.
Bei gehebelten ETFs "liegt der Teufel im Detail"
TSMC wächst deutlich schneller als angestrebt
Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) ist im Juli mit 45 Prozent schneller gewachsen als für das Gesamtjahr zuletzt angekündigt. Dies ist ein weiteres Zeichen dafür, dass das KI-Geschäft noch viel Potenzial hat. Der Umsatz des Chip-Auftragsfertigers belief sich im Juli auf 467,58 Milliarden Neue Taiwan-Dollar (12,55 Milliarden Euro), was einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Im jüngsten Quartalsbericht hatte TSMC seine Prognose für das Umsatzwachstum 2026 in US-Dollar gerechnet auf mehr als 40 Prozent angehoben, zuvor lautete die Zielprognose auf mehr als 30 Prozent.
Zwar schlüsselt TSMC seine Umsätze nicht auf, trotzdem wird das Wachstum durch die Nachfrage nach KI-Chips angetrieben. Im Zeitraum von Januar bis Juli stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 37 Prozent. TSMC ist der Hauptlieferant von Chips für Nvidia, den Marktführer bei Halbleitern für KI-Anwendungen.
Wenig Bewegung an der Wall Street
Nach dem jüngsten Rekordlauf sind die US-Börsen verhalten in die Woche gestartet. Anleger hielten sich vor der Veröffentlichung wichtiger Inflationsdaten zurück. Für Verunsicherung sorgten zudem wieder anziehende Ölpreise, nachdem der Iran für die Öffnung der blockierten Straße von Hormus weitere Zugeständnisse der USA gefordert hat. Der Dow-Jones-Index notierte zur Eröffnung knapp 0,1 Prozent fester bei 54.073 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,1 Prozent auf 7752 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq eröffnete ebenfalls leicht schwächer bei 26.680 Punkten.
Bei den Einzelwerten fielen Intel um rund fünf Prozent. Der Halbleiter-Hersteller kündigte den Verkauf neuer Aktien im Volumen von 15 Milliarden Dollar an und will damit den Ausbau seiner Chip-Auftragsfertigung finanzieren. Die in den USA notierten Aktien von Barrick Mining gaben um neun Prozent nach. Das Unternehmen hatte mit seinem Gewinn im zweiten Quartal die Erwartungen verfehlt. Apple verloren zwei Prozent, nachdem die Analysten von Jefferies die Aktie des iPhone-Herstellers auf "Underperform" von "Hold" herabgestuft hatten.
Gaspreis steigt kräftig - Rückstand bei Wiederbefüllung der Speicher
Die europäischen Erdgaspreise sind um mehr als fünf Prozent geklettert, weil die Unsicherheit bezüglich der Wiedereröffnung der Straße von Hormus die Sorge um die Versorgung vor dem Winter schürt. "Europa liegt bei der Wiederbefüllung seiner Speicheranlagen vor der Heizperiode weit zurück, die Füllstände liegen bei 58 Prozent im Vergleich zu einem normalen saisonalen Niveau von 70 Prozent", so die Analysten von ANZ. "Doch selbst wenn die Meerenge wieder geöffnet wird, werden die Schifffahrtsunternehmen eine längere Phase der Ruhe benötigen, bevor sie die Reise durch die wichtige Wasserstraße antreten." Am Nachmittag stieg der niederländische Referenzkontrakt TTF um 5,7 Prozent auf 58,80 Euro je Megawattstunde.
Airlines drehen weiter an der Preisschraube
Teures Kerosin frisst die Gewinne der Fluggesellschaften auf. Lufthansa, Ryanair, Air France-KLM und Co. reagieren mit höheren Ticketpreisen und knapperem Angebot. ntv-Finanzexperte Patrick Dewayne erklärt, warum vor allem Economy-Flüge in Europa und kurzfristige Buchungen noch teurer werden könnten.
Conti-Abspaltung besser unterwegs als gedacht
Bei der Aufnahme der Beobachtung durch Bernstein hatten die Analysten Aumovio nach der Abspaltung von Continental zu viele strukturelle Probleme unterstellt, um Margen und Cashflow allein durch Kostensenkungen zu verbessern. Diese Probleme sowie die Unsicherheit bezüglich einer Garantie-Einigung mit BMW hätten die niedrige Bewertung gerechtfertigt. In den sechs Monaten als börsennotiertes Unternehmen habe Aumovio jedoch klar bewiesen, dass sie die Kosten schneller als erwartet senken konnte und zudem eine Einigung mit BMW erzielt habe, die unter dem in der Bewertung eingepreisten Niveau liege.
Dennoch sei der Kurs seit dem Börsengang gefallen. Die Analysten sehen das zweite Quartal als bereinigendes Ereignis. Das Gewinnwachstum werde vollständig durch eigene Maßnahmen getrieben und eine Neubewertung der Aktie durch realen freien Cashflow und eine sehr starke Bilanz gestützt.
Autozulieferer-Aktie nach CFO-Schock tiefrot
Stabilus stellen mit minus 7,2 Prozent eine der schwächsten Aktie am deutschen Aktienmarkt. Am Freitagabend hatte die Mitteilung des Unternehmens für einen Schock gesorgt, dass der Autozulieferer schon zum zweiten Mal seinen CFO verliert. Finanzvorstand Andreas Jaeger will schon nach zehn Monaten wieder gehen. "Vor allem, dass der Job mit sofortiger Wirkung beendet wird, macht den Markt unruhig", sagt ein Händler. Hier müsse das Unternehmen dringend mit einer Begründung an die Öffentlichkeit.
AirSculpt-Aktie stürzt nach Zahlen ab
Die Aktie von AirSculpt Technologies ist kräftig gefallen, nachdem das Unternehmen seinen Jahresausblick gesenkt hat. Zuvor hatte es im letzten Quartal einen höheren Verlust und geringere Umsätze als erwartet verzeichnet. Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um 21 Prozent auf 3,98 US-Dollar. Bis zum Handelsschluss am Freitag hatte sich die Aktie seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt.
Das auf Körperformungstechnologie spezialisierte Unternehmen meldete vorbörslich einen ausgeweiteten Verlust im zweiten Quartal von 1,11 Millionen US-Dollar oder zwei Cent je Aktie, verglichen mit einem Verlust von 591.000 Dollar oder einen Cent je Aktie im Vorjahr. Von Factset befragte Analysten hatten einen Quartalsgewinn von einen Cent je Aktie erwartet.
Wizz Air hält starkem Gegenwind stand
Wizz Air bewältigt ihr halsbrecherisches Kapazitätswachstum bemerkenswert gut, schreiben die Bernstein-Analysten Alex Irving und Antoine Madre in einer Research Note. Das nächste Jahr werde für die Billigfluglinie zwar noch schmerzhaft sein, dürfte aber ein Jahr des Übergangs werden, so die Analysten. "Davon habe es in letzter Zeit viele gegeben, aber es stünden greifbare Meilensteine bevor", fügen die Analysten hinzu. Obwohl das Management entschlossen sei, in diesem Jahr am Plan festzuhalten - angesichts hoher Treibstoffpreise und Problemen mit den Getriebefan-Triebwerken - erwarten die Analysten einen Nettoverlust von mehr als 500 Millionen Euro. Die Aktie notiert 0,4 Prozent niedriger.
Neue Allzeithochs befeuern Risikofreude
An den globalen Finanzmärkten hat sich die Anlegerstimmung zu Beginn des Monats schlagartig verbessert. Ein kräftiger Anstieg der Märkte auf neue Allzeithochs hat der jüngsten Sentix-Umfrage zufolge die Marktteilnehmer wachgerüttelt und die Stimmungswerte auf breiter Front angetrieben. Dieser Stimmungsaufschwung erfasse neben den Aktienmärkten auch Gold und Silber, während Bitcoin von der Welle unberührt blieb.
Das strategische Grundvertrauen für deutsche Aktien strebt weiter nach oben. Wie aus der jüngsten Sentix-Umfrage hervorgeht, sind vor allem die institutionelle Anleger vom Marktverlauf begeistert. Der Spread des strategischen Bias zwischen Profis und Privatanlegern stieg um rund zehn Prozentpunkte an. Dass institutionelle Investoren mit neuen Höchstständen an Zuversicht gewinnen, gilt als starkes bullisches Signal. Im kurzfristigen Time Differential Index ziehen jedoch erste Wolken auf: Da die Stimmung schneller steigt als der Bias, notiert der Index an der Null-Linie, was im volatilen August auf kurzfristige Konsolidierungen hindeutet.
Wucher an den Zapfsäulen - "Der Politik ist es wurscht"
Die Straße von Hormus bleibt weiter ein unbeständiger Lieferweg für Öl. Finanzmarktexperte Ascan Iredi hält einen Umweg über das rote Meer zwar für denkbar, jedoch macht er auch klar, dass eine solche Lösung erst langfristig funktioniert.
Zweifel an Nahost-Frieden dürften Wall Street bremsen
An den US-Börsen zeichnet sich ein gut behaupteter Start in die neue Woche ab. Zweifel an einem baldigen Ende des Nahost-Konflikts dürften die Anleger vorsichtig agieren lassen. Neben den geopolitischen Spannungen dürfte die am Mittwoch anstehende Veröffentlichung von Verbraucherpreisen zur Zurückhaltung beigetragen. Nachdem die Inflation im Juni nachgelassen habe, wollten die Investoren einen weiteren Beweis dafür sehen, dass die Desinflation andauere, so Patrick Munnelly von Tickmill.
Heute ist die Agenda der Konjunkturdaten noch leer. Die Bilanzsaison ist in den USA schon fast vorüber. Am Wochenende hat Berkshire Hathaway, die Holding von Investorenlegende Warren Buffett, Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt, die von Beobachtern als gut, aber nicht überragend bezeichnet werden, auch wenn die Gesellschaft ihren Gewinn mehr als verdoppelt hat. Die B-Aktie fällt vorbörslich um 0,5 Prozent.
Dax fast wieder auf Allzeithoch
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat wieder etwas Fahrt aufgenommen und sich seinem Rekordhoch von 26.445 Punkten angenähert. Am Mittag notierte der deutsche Leitindex 0,4 Prozent höher bei 26.425 Zählern. Der EuroStoxx50 stieg um 0,3 Prozent auf 6544 Stellen. Der Euro lag kaum verändert bei 1,1558 US-Dollar.
Warum China Apples Speicherprobleme nicht lösen wird
Wegen Lieferengpässen bei Speicherchips testet Apple jetzt sogar die Produkte eines chinesischen Herstellers: CXMT. Das berichtet das "Wall Street Journal". Ein politisch heikler Schritt, der Apples Probleme nicht lösen werde, kommentiert ntv-Börsenreporterin Corinna Wohlfeil.
Auf die Bewertungen kommt es an!
Vor allem in Europa sind die Börsen zuletzt auf neue Hochs gestiegen, in den USA wurden die jüngsten Rückschläge bei KI- und Chipaktien zum Teil wieder wettgemacht. Entscheidend ist für beide Regionen, dass die aktuellen Aktienbewertungen durch die laufenden und erwarteten Gewinne der Unternehmen bestätigt werden. In der jüngsten Berichtssaison war das bei den meisten Aktien der Fall. Ob auch die zweite Jahreshälfte ähnlich solide weiterlaufen kann und wie Anleger per Zertifikat einen zusätzlichen Teilschutz einbauen können, darüber diskutiert Patrick Dewayne mit Kemal Bagci von der BNP Paribas und Endrit Çela von AMF Capital.
Analysten: Diese US-Berichtsaison ist anders
Sehr positiv zum Verlauf der US-Berichtssaison äußern sich die Experten von T. Rowe Price. Rund 80 Prozent der US-Unternehmen hätten die Ergebniserwartungen übertroffen. Es handele sich klar um eine gewinngetriebene Rally. Kapitalmarktstratege Tim Murray meint daher, der aktuelle Markt würde sich deutlich von anderen Anstiegen spät im Konjunkturzyklus unterscheiden. Damals seien diese Anstiege einer Korrektur vorausgegangen.
"Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass es sich hierbei um eine gewinngetriebene Rally handelt", betont Murray: "Während die Aktienkurse weiter gestiegen sind, ist das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P-500 im vergangenen Jahr gesunken". Die Bewertungen seien damit weniger anspruchsvoll geworden, obwohl die Märkte neue Höchststände erreicht hätten. Dies sei ein deutlich anderes Umfeld als in früheren Phasen, in denen steigende Bewertungskennzahlen - und nicht verbesserte Fundamentaldaten - die Renditen angetrieben hätten. Die Unternehmen hätten die Erwartungen übertroffen, während die Analysten ihre Prognosen stetig nach oben korrigiert hätten.
Nahost-Unsicherheit lässt Renditen von Eurozonen-Staatsanleihen steigen
Die Renditen von Staatsanleihen der Eurozone sind angesichts der Unsicherheit über die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus leicht gestiegen. Dies hält die Ölpreise hoch und erhält die Aussicht auf eine erneute Zinserhöhung durch die EZB aufrecht. Daten von LSEG zeigen, dass die Geldmärkte der Eurozone eine 81-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September einpreisen. Ein hochrangiger iranischer Beamter habe harte Forderungen für die Öffnung der Straße von Hormus gestellt, während die Vereinigten Arabischen Emirate mitteilten, der Iran habe einen Raketenangriff auf eines ihrer Schiffe gestartet.
Die schwachen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag und die leichten Rückgänge der Renditen von US-Staatsanleihen dämpfen jedoch die Anstiege der Anleiherenditen in der Eurozone. Der Fokus richtet sich nun auf die am Mittwoch anstehenden US-Inflationsdaten. Die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen steigen laut Daten von Tradeweb um 0,6 Basispunkte auf 3,137 Prozent.
Sentix-Konjunkturindex geht hoch
Die Konjunkturerwartungen von Anlegern für Deutschland sind im August das dritte Mal in Folge gestiegen. Der von dem Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindex kletterte auf minus 11,9 (Juli: minus 19,4) Punkte, das höchste Niveau seit Februar. Der Index der Lagebeurteilung erhöhte sich auf minus 28,3 (minus 39,8) und der Index der Erwartungen auf plus 6,0 (plus 3,5) Punkte. "Trotz des deutlichen Anstiegs bleibt das Ausgangsniveau niedrig: Vor allem die Lagekomponente signalisiert weiterhin eine schwache wirtschaftliche Grundverfassung", kommentierte Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy die Daten.
Der Konjunkturindex für den Euroraum erhöhte sich im August auf plus 0,9 (minus 3,1) Punkte, wobei die Lagebeurteilung auf minus 8,0 (minus 14,8) anzog und der Erwartungsindex auf plus 10,3 (plus 9,3) Punkte. Der Konjunkturindex ist damit das vierte Mal in Folge gestiegen.
Aktie der Porsche Holding verliert nach Herabstufung
Deutlich nach unten gegangen ist es mit der Aktie von Porsche SE. Das im MDax notierte Papier fiel um 2,7 Prozent auf 28,36 Euro. Die LBBW hat das Ziel für Porsche SE auf 36 (45) Euro gesenkt.
Reiche wittert KI-Potenzial in deutscher Industrie
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht Chancen für Deutschland bei industrieller künstlicher Intelligenz. "Das Rennen um große Sprachmodelle werden wir wahrscheinlich nicht gewinnen. Aber bei industrieller KI - also dort, wo Maschinen, Fabriken und Produktion intelligenter werden - haben wir sehr gute Voraussetzungen, international eine führende Rolle zu spielen", sagte die CDU-Politikerin.
Große Sprachmodelle sind darauf ausgerichtet, menschliche Sprache zu verstehen und Fragen zu beantworten oder Aufträge auszuführen. Ein bekanntes Beispiel ist der Chat GPT. Industrielle KI zielt hingegen darauf ab, Maschinen selbstständiger arbeiten zu lassen. "Wenn es um industrielle Daten aus hochkomplexen Produktionsprozessen geht, gehören Europa und Deutschland weltweit zu den stärksten Standorten", betonte Reiche. Die Voraussetzungen gebe es, unter anderem durch die europäische KI-Verordnung.
Gold wird wieder interessant
Gold zeigt sich aktuell stabil. Der US-Arbeitsmarktbericht für Juli habe die Anleger dazu veranlasst, eine schwächere Entwicklung am Arbeitsmarkt einzupreisen, was den Dollar belastet und die Edelmetalle gestützt habe, so die Experten von Sucden Financial. Die frühere Rally des Goldpreises in Richtung 4355 US-Dollar je Feinunze und sein Verbleiben über der vorherigen Zone von 4300 US-Dollar deuteten darauf hin, dass die Käufer weiterhin bereit seien, ihr Engagement in dem Metall zu erhöhen, meint Sucden. Dennoch bedeute die Erholung der Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen in Richtung 4,7 Prozent, dass der Markt anfälliger für Gewinnmitnahmen sein könnte, falls die Zinsen weiter anziehen, fügt das Finanzhaus hinzu. Gold notiert um 4340Dollar je Feinunze.
Dax ist in Rekord-Reichweite
Der Dax zeigt sich zum Start in die neue Handelswoche leicht fester. Der deutsche Börsenleitindex, der am Freitag 0,7 Prozent im Plus mit 26.319 Punkten geschlossen hatte – ein Rekord, notiert aktuell im Bereich von 26.335 Zählern. Die anziehenden Ölpreise belasten zwar einerseits. Allerdings stützen eine positive Wall Street vom Freitag und steigende Kurse bei asiatischen Technologieaktien.
Halbleiter-Aktien sind gefragt
Die Rekordstände der Wall Street beflügeln die asiatischen Börsen, die in der Mehrzahl mit Aufschlägen notieren. Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht dämpft die Sorgen über kurzfristige Zinserhöhungen durch die US-Notenbank und stützt somit die Aktienmärkte. Trotz der positiven Stimmung gibt es auch mahnende Stimmen im Handel, denn die Unsicherheiten über den Fortgang des Iran-Krieges und die Wiederöffnung der für den Ölhandel so eminent wichtigen Straße von Hormus sind groß.
Der südkoreanische Kospi klettert nach erneuten Volatilitäsunterbrechungen um 0,6 Prozent - erneut geben die Schwergewichte SK Hynix und Samsung Electronics die Richtung des Marktes vor. Bereits an den US-Börsen hatten Technologietitel aus dem Halbleitersektor vorn gelegen. Allerdings folgen die Aufschläge einer verlustreichen Woche für asiatische Chip-Aktien, da Anleger die Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Rally und die Bewertungen im Halbleitersektor neu bewerteten.
Auch in Japan wird der Markt angeführt von Elektroniktiteln. Der Nikkei baut um Verlauf seine Aufschläge aus und legt um 2 Prozent auf 66.920 Punkte zu. Furukawa Electric ziehen um 5,8 Prozent an. Das unerwartete Defizit der japanischen Leistungsbilanz für Juni wird lediglich zur Kenntnis genommen. In China zeigen sich die Technologiewerte uneinheitlich, allerdings waren die jüngsten Börsentrends des Sektors hier auch nicht komplett nachvollzogen worden. Der HSI in Hongkong gewinnt 0,7 Prozent, der Shanghai Composite im Kernland 0,2 Prozent. In Australien fällt der S&P/ASX-200 um 0,5 Prozent.
Das wird heute wichtig für den Dax
Der Dax wird mit wenig Bewegung in den Handel starten. Am Freitag hatte ein überraschender Stellenabbau in den USA die Zinssorgen der Anleger gelindert. Der deutsche Leitindex setzte mit 26.445,18 Punkten eine neue Bestmarke. Aus dem Handel ging er 0,7 Prozent höher bei 26.319 Zählern. Auch die US-Börsen setzten nach dem Arbeitsmarktbericht ihren Rekordlauf fort.
Zum Wochenstart blicken Anleger erneut auf die Lage im Nahen Osten. Der Iran hat die Öffnung der blockierten Straße von Hormus von der Erfüllung weitreichender Bedingungen durch die USA abhängig gemacht, darunter Entschädigungszahlungen für US-Angriffe. Ein Abkommen mit dem Oman über neue Schifffahrtsrouten durch die für Öltransporte wichtige Meerenge stehe zwar kurz vor dem Abschluss, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Dies regele aber nur die technischen Details für den Fall einer Öffnung. Direkte Gespräche mit den USA gebe es nicht, Botschaften würden über Vermittler ausgetauscht.
Im Mittelpunkt bei den Konjunkturdaten steht die Veröffentlichung des Barometers der Beratungsfirma Sentix für August. Dieses zeigt, wie Börsianer die Konjunktur in der Euro-Zone einschätzen. Auf der Unternehmensseite ebbt die Flut an Quartalszahlen allmählich ab. Im Fokus stehen die Bilanzen von Unternehmen wie GEA Group, Patrizia und Hypoport.
Bitcoin steckt in Konsolidierungsphase
Der Bitcoin fällt aktuell. Die Kryptodevise befinde sich weiterhin in einer verlängerten zyklischen Bodenbildungs- und Konsolidierungsphase, kommentiert Ray Salmond, Analyst bei CoinMarketCap. Händler hätten die Auswirkungen des gescheiterten Vorstoßes des US-Kongresses zur Verabschiedung des kryptofreundlichen Clarity Act anscheinend bereits eingepreist. Dieser sei auf Widerstand bei den Demokraten gestoßen, fügt er hinzu. Salmond merkt an, dass der Bitcoin weiterhin hinterherhinke, während der S&P 500, der Dow und wichtige Rohstoffe in Richtung neuer Höchststände kletterten. Der Bitcoin gibt um 0,2 Prozent auf 64.927,20 US-Dollar nach.
Unsicherheit befeuert Ölpreise
Die Ölpreise steigen wegen der anhaltenden Unsicherheit über eine baldige Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Die Nordseesorte Brent verteuert sich um 1,09 Prozent auf 84,46 Dollar je Barrel, während US-Leichtöl WTI um 0,78 Prozent auf 78,79 Dollar zulegt. Zwar stehe ein Abkommen mit Oman über neue Schifffahrtsrouten kurz vor dem Abschluss, teilte die Regierung in Teheran mit. Die wichtige Wasserstraße werde jedoch erst wieder freigegeben, wenn die USA weitere Bedingungen wie etwa Entschädigungszahlungen für Angriffe erfüllten.
Für zusätzliche Verunsicherung am Markt sorgte ein Angriff der jemenitischen Huthi-Miliz auf eine Raffinerie des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco am Sonntag. In der vergangenen Woche waren die Ölpreise noch um mehr als sieben Prozent gefallen, da Anleger auf eine rasche Öffnung der Meerenge gehofft hatten, durch die vor dem Krieg ein Fünftel des weltweit geförderten Öls transportiert wurde.
Japans Notenbanker signalisieren raschere Zinserhöhungen
Die japanische Notenbank könnte ihre Zinsen angesichts wachsender Inflationsrisiken flexibler und schneller anheben als von den Finanzmärkten erwartet. Dies ging aus der veröffentlichten Zusammenfassung der Zinssitzung der Bank of Japan (BOJ) vom Juli hervor. Die Äußerungen untermauern die Argumente für eine Zinsanhebung bereits im September.
"Da wir dem Risiko eines Überschießens der Inflation mehr Aufmerksamkeit schenken müssen als zuvor, könnte das Tempo der Zinserhöhungen schneller sein, als die Märkte erwarten", sagte ein Währungshüter. Ein weiteres Mitglied erklärte, das Risiko des Abwartens sei nicht mehr vernachlässigbar. Die Notenbank müsse das Tempo bei der Anpassung der geldpolitischen Lockerung beschleunigen.
Geringere US-Zinssorgen beflügeln Tech-Werte
Die nachlassende Sorge vor baldigen Zinserhöhungen in den USA treibt die asiatischen Aktienmärkte an. Der japanische Nikkei steigt 2,0 Prozent auf 66.927,61 Punkte, während der breiter gefasste Topix 0,44 Prozent auf 4092,93 Zähler zulegt. Auch der südkoreanische Leitindex Kospi geht mit einem Plus von 1,1 Prozent aus dem Handel. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verzeichnet einen Zuwachs von 0,8 Prozent. Schwache US-Arbeitsmarktdaten hatten zuvor die Erwartungen an eine baldige Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed gedämpft.
In Tokio profitieren Technologie- und KI-Werte von den positiven Vorgaben der US-Börsen. "Gewinne bei den Chip-Werten stützten den Nikkei", sagt Daisuke Hashizume, Chefstratege bei Daiwa Securities. "Treiber sind die nachlassenden Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank." Zu den größten Gewinnern zählen die Chip-Zulieferer Advantest mit einem Plus von 5,3 Prozent und Tokyo Electron, die 3,4 Prozent gewinnen.
Börsenprofis äußern sich zur Konjunktur
Börsenprofis blicken seit einiger Zeit wieder optimistischer auf die Konjunktur in der Eurozone. Die Beratungsfirma Sentix legt heute ihr Stimmungsbarometer für August vor. Ökonomen gehen davon aus, dass der Indikator zum vierten Mal in Folge steigt, aber noch knapp unter der Nulllinie liegt. Während die geopolitische Lage im Nahen Osten derzeit weiter für Unsicherheit sorgt, könnten Reformpläne und Mehrausgaben der Bundesregierung für die Infrastruktur die Konjunktur ankurbeln.
Bald China-Chips in iPhones?
Apple prüft offenbar den Einsatz von Speicherchips des chinesischen Herstellers CXMT. Der US-Konzern teste die Chips für verschiedene Produktlinien, darunter iPhones und MacBooks, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete. Apple reagiere damit auf steigende Kosten für Speicherchips. Diese sind wegen der hohen Nachfrage von KI-Unternehmen knapp und teuer geworden.
Dem Bericht zufolge hat Apple erste Gespräche mit CXMT über die Lieferung von Komponenten für Geräte geführt, die in China verkauft werden sollen. Apple hoffe dabei auf die Zustimmung der US-Regierung, um politische Bedenken auszuräumen.
Einem solchen Geschäft stehen jedoch erhebliche Hürden im Weg. US-Vorschriften verbieten den Transfer von Technologie an CXMT, was verhindert, dass Apple wie üblich maßgeschneiderte Chips bestellen kann. Der Konzern könnte demnach nur Standard-Komponenten verwenden, was möglicherweise eine Neugestaltung von Teilen seiner Produkte erfordern könnte.
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Im asiatischen Devisenhandel gewinnt der Dollar 0,3 Prozent auf 158,24 Yen und legt leicht auf 6,7462 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent höher bei 0,8090 Franken. Parallel dazu bleibt der Euro fast unverändert bei 1,1551 Dollar und zieht leicht auf 0,9344 Franken an.
Die US-Währung stand zuletzt unter Druck, da sinkende Anleiherenditen und die schwindende Erwartung einer US-Zinserhöhung den Dollar belasteten. Gleichzeitig blieben Anleger beim Yen vorsichtig, da die jüngsten falkenhaften Signale der japanischen Notenbank stützend wirkten.
Wenn die Blase platzt …
In dieser Börsenwoche dürften die Entwicklungen im Nahen Osten die Anleger weiter beschäftigen. "Seit Ende Februar dauert der Konflikt um die Straße von Hormus an und das Erstaunliche ist, mit welchem Gleichmut die Anleger beinahe im Wochentakt zwischen Krieg und Friedenshoffnungen hin- und herspringen", so die Experten der Helaba. In der alten Woche beflügelten die Aussicht auf eine Einigung zwischen den USA und dem Iran und ein kräftiger Ölpreisrückgang den Aktienmarkt. Für gute Stimmung sorgten auch überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten, die Hoffnungen auf niedrigere Zinsen der US-Notenbank Fed schürten.
Der Dax beendete die vergangene Handelswoche mit einem Rekordschlusskurs von 26.319 Punkten. Das Wochenplus belief sich damit auf stolze 2,7 Prozent. Im Wochenverlauf hatte der deutsche Börsenleitindex zudem mit 26.445,20 Zählern ein neues Allzeithoch markiert.
Am Donnerstag hatten die Ölpreise erneut um rund vier Prozent zugelegt, nachdem der Iran einen Gesetzentwurf zur Sperrung der Straße von Hormus für Schiffe aus den USA und Israel geprüft hatte. Auch der vom Iran veröffentlichte Entwurf für die Transitbedingungen in der für Energietransporte wichtigen Meerenge verunsicherte die Anleger. Experten zufolge handele es sich dabei um eine kontrollierte und an Bedingungen geknüpfte Durchfahrt und nicht um eine Wiederherstellung des normalen Verkehrsflusses.
Ein großes Thema an den Kapitalmärkten neben dem Iran-Krieg sei weiterhin die Entwicklung der Technologieunternehmen in den USA, sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. "Gegenwärtig findet im KI-Sektor ein Übergang von einer generellen Euphorie in die harte Realität der Zahlen statt."
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden sie hier.