Dienstag, 01. Juni 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard und Max Borowski
17:14 Uhr

Seit Jahresbeginn knapp 1400 Prozent im Plus - AMC steigt weiter

Nach einer 230 Millionen Dollar schweren Kapitalerhöhung steigen Anleger wieder bei AMC ein. Die Aktien der weltgrößten Kinokette steigen an der Wall Street um gut 22 Prozent. Damit summiert sich das Plus seit Jahresbeginn auf fast 1400 Prozent.

Der Kurs profitiert ähnlich wie der des Videospiele-Händlers Gamestop vor allem von Kommentaren in einschlägigen Internet-Foren, wo sich Kleinanleger gegenseitig zu Aktienkäufen ermuntern und den Kurs nach oben treiben. Hinzu kommen ermutigende Kinobesucher-Zahlen am vergangenen verlängerten Wochenende in den USA.

16:39 Uhr

Cloudera-Aktie geht durch die Decke

An den US-Börsen sticht Cloudera mit einem Kursplus von 24 Prozent auf 15,94 Dollar heraus. Das ist der drittgrößte Kurssprung der Firmengeschichte. Die Finanzinvestoren KKR und Clayton Dubilier & Rice wollen die Datenanalyse-Firma von der Börse nehmen. Sie bieten dafür den Eignern 16 Dollar je Aktie oder insgesamt 5,3 Milliarden Dollar.

Cloudera
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16:12 Uhr

Wall Street flirtet mit Rekordhochs

Nach dem verlängerten Wochenende in den USA geht die Wall Street auf Rekordkurs. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen um jeweils etwa ein halbes Prozent und liegen damit nur knapp unter ihren jüngsten Bestmarken.

Haupt-Triebfeder der Börsen sei die Aussicht auf ein Ende der Coronavirus-Pandemie und die Normalisierung der Wirtschaft, sagte Rick Meckler, Partner beim Vermögensverwalter Cherry Lane. "Die Leute kommen zurück und kaufen Aktien in der Erwartung, dass sich die Lage bis zum Herbst verbessern und die Gewinne steigen werden." Steigende Preise und Nachschub-Probleme in einigen Branchen würden ausgeblendet.

S&P 500
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15:47 Uhr

Frankfurter Terminal 2 wieder in Betrieb

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picture alliance/dpa

Nach mehr als einem Jahr coronabedingten Stillstands hat der Flug- und Passagierbetrieb am Terminal 2 des Frankfurter Flughafens begonnen. Der erste Flug startete mit Urlaubern an Bord einer Tui-Fly-Maschine nach Rhodos. Am ersten Tag der Wiedereröffnung - und noch vor der Sommerferien- und Hauptreisezeit - hielt sich der Andrang der Reisenden allerdings noch in Grenzen.

Nach dem weltweiten Einbruch des Luftverkehrs im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie waren Flüge seit dem vergangenen Frühjahr nur noch von Terminal 1 des größten deutschen Verkehrsflughafens gestartet beziehungsweise dort gelandet. Nun kehren 48 Airlines in ihr Stamm-Terminal zurück. Auch die beide Terminals verbindende Bahn Sky-Line ist wieder in Betrieb. Auch die Landebahn Nordwest, die monatelang als Parkfläche für Flugzeuge genutzt worden war, wird wieder in Betrieb genommen.

15:08 Uhr

Deutsche-Bank-Chef verspricht bessere Geldwäsche-Kontrollen

Nach Medienberichten über drohende Geldwäsche-Sanktionen der US-Notenbank hat Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing stärkere Anstrengungen im Kampf gegen Finanzkriminalität versprochen. Das Institut habe in den vergangenen Jahren bereits Milliarden in den Ausbau von Kontrollsystemen investiert, aber ihm sei klar, dass die Bank noch mehr zu tun habe, sagte Sewing bei einer Branchenkonferenz. "Wir werden weiterhin einen signifikanten Betrag in Technologie investieren, besonders in Systeme zur Bekämpfung zur Finanzkriminalität." Sewing hatte dies in den vergangenen Monaten immer wieder angekündigt.

Am Wochenende hatten das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die US-Notenbank bei ihrer jährlichen Bewertung festgestellt habe, dass es bei der Deutschen Bank in Sachen Compliance und Risikomanagement weiterhin Mängel gebe. Möglich seien auch Sanktionen, einschließlich hoher Geldstrafen. Die Deutsche Bank will sich zu den Berichten nicht äußern.

14:41 Uhr

Ölpreis zieht vor Opec-Treffen an

Der Ölpreis hat vor einem Treffen der OPEC und verbündeter Förderländer (OPEC+) weiter zugelegt. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um mehr als zwei Prozent auf bis zu 71,00 Dollar. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostete bis zu 68,42 Dollar und damit rund drei Prozent mehr. Treiber war die erwartete höhere Kraftstoffnachfrage in den Sommermonaten. Auch eine im Raum stehende Ausweitung der Produktion konnte die Kauflaune nicht trüben.

Opec-Insidern zufolge werden sich die großen Rohöl-Exportländer bei ihrem Treffen am Dienstag wohl darauf verständigen, die Lieferberschränkungen weiter zu lockern. "Es gibt keine Anzeichen für eine Spaltung innerhalb der Gruppe und wir erwarten, dass sie einen stabilen Kurs mit einer sehr guten Kontrolle über den Markt beibehält", sagte Bjarne Schieldrop, Rohstoffanalyst bei der Bank SEB in Oslo. Angesichts der erwarteten Erholung der Nachfrage hatte sich die Gruppe Opec+ im April auf eine schrittweise Lockerung der Förderbremse geeinigt.

Opec-Generalsekretär Mohammad Barkindo erklärte unterdessen, er erwarte nicht, dass ein höheres Öl-Angebot des Irans Probleme verursachen würde. "Wir gehen davon aus, dass die erwartete Rückkehr der iranischen Produktion und der Exporte auf den Weltmarkt in einer geordneten und transparenten Weise erfolgen wird", teilte der OPEC-Vertreter mit. Zusätzliches Erdöl könnte aus dem Iran angeboten werden, falls im Atomstreit Fortschritte erzielt werden.

14:12 Uhr

SAP lässt alle Mitarbeiter arbeiten, wo sie wollen

Der Softwareriese SAP stellt seinen Beschäftigten künftig komplett frei, wann sie von zuhause, von unterwegs oder im Büro arbeiten. "Wir wollen unseren Mitarbeitern die Wahl lassen", sagte Vorstandsmitglied Julia White im Gespräch mit Reuters. Eine entsprechende E-Mail verschickte der Walldorfer Dax-Konzern heute an seine rund 100.000 Mitarbeiter und versprach darin einen zu "100 Prozent flexiblen und vertrauensbasierten Arbeitsplatz als Norm, nicht aus Ausnahme". In einer Mitarbeiterumfrage hätten sich 94 Prozent der Beschäftigten für diesen Weg ausgesprochen, sagte Marketingchefin White.

SAP geht bei der Flexibilisierung der Arbeit damit einen Schritt weiter als viele andere Konzerne. Die Deutsche Bank oder die Commerzbank etwa ermöglichen ihren Beschäftigten, einen bestimmten Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice zu verbringen.

Die neue Herangehensweise sei auch bei der Suche nach neuen Talenten ein Vorteil, sagt SAP-Vorständin White, die im März von Microsoft zu SAP gewechselt war und deren Bewerbungsprozess in der Corona-Krise komplett aus der Ferne stattfand. "Ich habe keine einzige Person getroffen", erinnert sich die US-Amerikanerin. "Als alleinerziehende Mutter weiß ich, wie wichtig es ist, flexibel arbeiten zu können." Ende Mai reiste White das erste Mal nach Walldorf, um ihre Vorstandskollegen rund um Firmenchef Christian Klein zu treffen.

13:47 Uhr

Übernahme-Fantasie beflügelt Biotest

Spekulationen auf Veränderungen der Eigentümer-Struktur hieven die Aktien von Biotest auf ein Sechs-Jahres-Hoch. Sie steigen um gut 18 Prozent auf 33,50 Euro. Der Biotechfirma zufolge prüft die Mutter Tiancheng, die nach Refinitiv-Daten knapp 90 Prozent an dem Unternehmen hält, Optionen für die Beteiligung an Biotest. Unklar blieb, ob das Unternehmen verkauft oder komplett geschluckt werden soll. Biotest will sich zu diesem Thema vorerst nicht äußern.

13:42 Uhr

Chinas Notenbank will Yuan-Kurs drücken

Chinas Zentralbank zwingt Banken, erheblich mehr Reserven ausländischer Währungen zu halten. Damit soll die zuletzt starke Aufwertung der Landeswährung Renminbi gebremst werden.

Wie die "Financial Times" berichtet, müssen Kreditinstitute Reserven von künftig sieben statt bislang fünf Prozent ihrer Devisen-Einlagen vorhalten - offiziell, um "das Liquiditätsmanagement im Devisenhandels" zu stärken. Zu einer solchen Maßnahme hat die chinesische Zentralbank laut "FT" seit der Weltfinanzkrise nicht mehr gegriffen. Der Yuan war zuletzt gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen.

Devisenhändler rechnen mit weiteren Maßnahmen der Zentralbank, sollte die Aufwertung des Yuan anhalten.

13:20 Uhr

Dax steuert auf 16.000 Punkte zu

13:00 Uhr

Weltweite Konzernsteuer könnte EU bis zu 170 Milliarden bringen

Eine globale Mindeststeuer für Großkonzerne von 15 Prozent würde einer Studie zufolge der Europäischen Union zusätzlich 50 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Bei einem Satz von 25 Prozent wären es sogar 170 Milliarden Euro, wie aus Berechnungen der EU-Steuerbeobachtungsstelle, einem unabhängigen Analysehaus, hervorgeht.

Unter dem Dach der Industriestaaten-Organisation OECD streben seit längerem knapp 140 Länder eine Steuerreform mit zwei Säulen an, einer globalen Mindeststeuer und einer neuen Form der Besteuerung digitaler Dienstleistungen. Letzteres soll die Steuerregeln an das digitale Zeitalter anpassen und Schwellenländer gegenüber Industriestaaten besserstellen.

Für die Mindeststeuer hatten die USA zuletzt 15 Prozent vorgeschlagen, nachdem die Regierung von US-Präsident Joe Biden zunächst für 21 Prozent war. Deutschland und Frankreich halten dieses Niveau für realistisch und rechnen mit einer Einigung noch in diesem Jahr. Angepeilt wird die politische Verständigung spätestens im Juli - voraussichtlich zum G20-Treffen in Venedig.

Einer früheren OECD-Schätzung zufolge könnte die geplante globale Steuerreform pro Jahr bis zu 100 Milliarden Dollar zusätzlich in die Kassen der Staaten spülen, in denen wegen der Coronavirus-Pandemie derzeit in vielen Fällen riesige Löcher klaffen. Das wären bis zu vier Prozent der jetzigen Einnahmen aus der Besteuerung von Unternehmen. Der Löwenanteil würde auf die Mindeststeuer entfallen.

Vielen Weltkonzernen, vor allem Internet-Giganten wie Amazon, wird vorgeworfen, durch geschickte Gewinnverlagerungen kaum beziehungsweise vergleichsweise wenig Steuern zu zahlen.

Sollten die Pläne für eine Steuerreform scheitern, gehen Experten davon aus, dass es einen Flickenteppich an Digitalsteuern geben wird - und womöglich neue Handelsstreitigkeiten.

12:54 Uhr

Entspannte Stimmung vor Wall-Street-Start

Nach der feiertagsbedingten Pause zum Wochenauftakt dürfte die Wall Street heute freundlich in die Sitzung starten. Am Freitag war der marktbreite S&P-500 auf dem dritthöchsten Stand aller Zeiten ins verlängerte Wochenende gegangen. Zwar hält die Debatte um steigende Inflationswerte und die drohende Möglichkeit geldpolitischer Straffungen an, doch seien Anleger zuversichtlicher, dass diese noch eine Weile auf sich warten ließen, heißt es im Handel. Angeheizt könnte die Diskussion von den anstehenden Konjunkturdaten werden. Neben der Revision der Markit-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Mai warten Investoren vor allem auf den ISM-Index zum verarbeitendes Gewerbe ebenfalls im Mai.

"Der Markt ist relativ entspannt, was den sich aufbauenden Inflationsdruck angeht", sagt Marktstratege Brian O'Reilly von Mediolanum International Funds. Der Haushaltsentwurf von US-Präsident Joe Biden über 6 Billionen US-Dollar könnte trotz der inflationstreibenden Wirkung den Aktienmarkt weiter befeuern. Die Bewertungen fielen hoch aus und Rücksetzer seien im dritten Quartal zu befürchten. Aber O'Reilly rechnet nicht mit einem dramatischen Ausverkauf. Dies gelte allerdings nicht für den Technologiesektor, hier zeigt sich der Marktteilnehmer wegen der hohen Bewertungen besorgt.

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12:21 Uhr

Dax baut Rekordhoch noch weiter aus

Schon in der ersten Handelsstunde erklimmt der Dax ein Rekordhoch - und klettert dann noch ein bisschen weiter:

Gegen Mittag rückt der Dax um 1,46 Prozent auf 15 646,57 Punkte vor. Auch der MDax der mittelgroßen Werte klettert so hoch wie nie zuvor und verbuchte zuletzt einen Aufschlag von 1,09 Prozent auf 33.554,27 Punkte. Ein starker Automobilsektor beflügelte den Markt.

Für den EuroStoxx 50 ging es um 1,2 Prozent hoch. Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone stieg im Mai erneut auf ein Rekordhoch. Dass die Inflation in der Eurozone ebenfalls weiter anstieg und sogar leicht über das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), schien die Anleger diesmal nicht zu stören.

11:40 Uhr

Angeblicher Porsche-Börsengang treibt VW

Die erneut auf den Tisch gebrachten Spekulationen über einen möglichen Börsengang des Sportwagenbauers Porsche AG sorgen weiterhin für Rückenwind bei den beteiligten Autokonzernen.

Die Aktien des Mutterkonzerns Volkswagen setzten sich mit einem Plus von mehr als drei Prozent an die Spitze der Dax-Gewinner. Die Porsche Automobil Holding SE, die mehr als die Hälfte der Stimmrechte sowie einen Anteil von 31,4 Prozent an Volkswagen hält, kletterte mit einem Kursplus von 4,5 Prozent an die Spitze im MDax. Hintergrund seien die am Vortag wieder hochgekochten Spekulationen über einen Börsengang der Porsche AG, sagte ein Händler. Zudem gebe es bei VW-Aktien im Vergleich zu den Höchstständen noch Nachholpotenzial. Insidern zufolge spielen die VW-Eignerfamilien Porsche und Piech Börsenpläne für Porsche durch, wie die Agentur Reuters zum Wochenstart.

11:30 Uhr

Citi-Banker soll KfW führen

Nicht nur in der Pandemie spielt die KfW als Deutschlands staatliche Förderbank eine ganz zentrale Rolle für die gesamte Wirtschaft. Nun steht bei dem Institut ein Chefwechsel an:

Der langjährige Deutschland-Chef der Citigroup, Stefan Wintels, soll neuer KfW-Chef werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen. Zuvor hatte die "Welt" berichtet, die große Koalition habe sich auf Wintels als Nachfolger von Günther Bräunig geeinigt, der in diesem Jahr aus Altersgründen ausscheidet.

Wintels galt der "Welt" zufolge als Favorit des Bundesfinanzministeriums. Wintels soll dem Bericht zufolge während der Privatisierung von Landesbanken viele Kontakte in die Politik aufgebaut haben, insbesondere zu Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

Wann Wintels den Top-Job bei der staatlichen Förderbank antritt, ist noch unklar. Der KfW-Verwaltungsrat, in dem Vertreter verschiedener Bundesministerien sitzen, dürfte bei seiner Sitzung am 23. Juni die Personalie beschließen. Bräunigs Vertrag läuft formal bis Ende Juni. Es ist aber davon auszugehen, dass der Vertrag um einige Monate verlängert wird, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

11:17 Uhr

Inflation erstmals wieder über EZB-Zielmarke

Die Inflation in der Eurozone hat im Mai den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht. Wie die Statistikbehörde Eurostat am Dienstag mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im Mai nach einer vorläufigen Schätzung um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Es ist der fünfte Monat in Folge mit einem Anstieg. Höher hatte die Inflation zuletzt nur im Oktober 2018 gelegen. In Deutschland betrug die Inflationsrate laut Zahlen des Statistischen Bundesamts von gestern 2,5 Prozent im Mai.

Mit dem Wert von Mai hat die Euro-Inflationsrate nun das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) überschritten, die Preissteigerung "unter, aber nahe zwei Prozent" zu halten. Bisher stellt die Zentralbank vor dem Hintergrund des Wirtschaftseinbruchs in der Corona-Pandemie mit einer lockeren Geldpolitik äußerst günstige Finanzierungsbedingungen sicher.

Die Zinssätze der EZB liegen derzeit bei historischen Tiefständen. Zudem unterhält die Bank ein wegen der Pandemie aufgelegtes Notprogramm zum Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen.

Stärkster Preistreiber waren laut Eurostat im Mai erneut die Energiekosten. Sie stiegen binnen Jahresfrist um 13,1 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich unterdessen um 1,1 Prozent, Industriegüter um 0,7 Prozent und Lebensmittel, Alkohol und Tabak um 0,6 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosen im April ging unterdessen in EU und Eurozone im Vergleich zum Vormonat zurück. Wie Eurostat mitteilte, verringerte sich ihre Zahl in der EU um 165.000 und in der Währungsunion um 134.000. Die Arbeitslosenquote lag damit in der EU unverändert bei 7,3 Prozent. In der Eurozone sank sie leicht von 8,1 auf 8,0 Prozent.

11:02 Uhr

Deutsche-Wohnen-Chef wirbt für Übernahme durch Vonovia

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn ruft die Aktionäre des Berliner Immobilienkonzerns auf, die Übernahmeofferte des Konkurrenten Vonovia anzunehmen.

"Vorstand und Aufsichtsrat sind überzeugt, dass das Angebot die erfolgreiche Entwicklung und den Wert unseres Unternehmens widerspiegelt", sagte Zahn bei der virtuellen Hauptversammlung des Konzerns. "Durch den Zusammenschluss entsteht Europas größter Wohnimmobilienkonzern", betonte er. Die anstehenden Investitionen in "bezahlbares Wohnen, Klimaschutz und Neubau lassen sich nach einem Zusammenschluss gemeinsam deutlich besser schultern". Dies sei im fundamentalen Interesse der Deutsche-Wohnen-Aktionäre, unterstrich Zahn.

Vonovia bietet für die Nummer zwei auf dem deutschen Wohnungsmarkt mehr als 18 Milliarden Euro. Je Aktie will das Unternehmen 52 Euro zahlen. Einschließlich der Dividende für das Jahr 2020 winken den Anteilseignern des vor allem in Berlin vertretenen Unternehmens 53,03 Euro. Zusammen kommen die beiden einzigen Immobilienkonzerne im Leitindex Dax auf einen Börsenwert von rund 48 Milliarden Euro und auf mehr als 550.000 Wohnungen im Wert rund 80 Milliarden Euro.

10:38 Uhr

"Umfassende Belebung" am Arbeitsmarkt

"Die Folgen der Corona-Krise sind zwar immer noch sehr deutlich sichtbar, werden aber etwas kleiner", sagt der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele. "Im Mai zeigen sich erste Anzeichen für eine umfassende Besserung am Arbeitsmarkt." In Zahlen sieht das so aus:

Im Mai waren 2,687 Millionen Menschen ohne Job, 84.000 weniger als im Vormonat April und 126.000 weniger als im Mai 2020. Der Mai 2020 gilt als einer der am stärksten von der Corona-Problematik betroffenen Monate. Die Arbeitslosenquote sank im Mai 2021 im Vergleich zum April um 0,1 Punkte auf 5,9 Prozent, im Vergleich zum Mai 2020 um 0,2 Punkte. Auch bei der Zahl der offenen Stellen gibt es Lichtblicke. Im Mai waren der Bundesagentur 654 000 offene Stellen gemeldet worden, 70.000 mehr als vor einem Jahr. Allerdings liegt die Zahl noch niedriger als im März 2020 - dem letzten Monat vor dem ersten Corona-Lockdown.

10:18 Uhr

Euro-Industrie wächst in Rekordtempo - Lieferzeiten immer länger

Die Eurozone-Industrie eilt von Rekord zu Rekord. Im Mai legte der Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Sektor auf 63,1 Punkte zu, wie das IHS Markit Institut bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Umfragebeginn im Juni 1997.

Bei der ersten Veröffentlichung war ein Wert von 62,8 Zähler ausgewiesen worden, Volkswirte hatten eine Bestätigung dieses ersten Ausweises erwartet. Im April hatte der Index bei 62,9 Punkte gelegen. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf eine Schrumpfung.

"Angesichts des dritten Rekords in Folge ist die Eurozone-Industrie im Mai in einem Tempo gewachsen, das in der fast 24-jährigen Geschichte der Umfrage beispiellos ist", kommentierte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson. "Überdies verdeutlicht das enorme Produktionswachstum, dass sich die Wirtschaft im zweiten Quartal 2021 stark erholt."

Allerdings verlängerten sich im Mai auch die Lieferzeiten mit Rekordrate, was das Produktionswachstum bremste und dazu geführt hat, dass die Unternehmen die Nachfrage in einem Ausmaß nicht befriedigen konnten, wie es in der Umfrage noch nie beobachtet wurde. Die Umfragedaten deuten daher darauf hin, dass die Wirtschaft über den Sommer stark wachsen, die Inflation aber wahrscheinlich auch stark zulegen wird.

Das Wachstum in der deutschen Industrie hat im Mai etwas an Dynamik verloren, was in erster Linie an immer akuteren Lieferengpässen lag. Der von IHS Markit in diesem Sektor erhobene Einkaufsmanagerindex sank auf 64,4 von 66,2 Punkten.

09:58 Uhr

Inflationssorgen treiben Goldpreis

Wachsender Inflationsdruck und ein schwächerer Dollar treiben den Goldpreis auf den höchsten Stand seit fast fünf Monaten. Die Feinunze des Edelmetalls verteuert sich um 0,4 Prozent auf 1915 Dollar. "Die Goldpreise befinden sich in einem sehr starken Aufwärtstrend, dies geschieht vor dem Hintergrund eines fallenden US-Dollars und auch Inflationssorgen", sagte Margaret Yang, Strategin beim Brokerhaus DailyFX. Auch die Rückkehr der chinesischen und indischen Käufer heize die Nachfrage an.

09:55 Uhr

Schweizer Wirtschaft schrumpft

Auch in der Schweiz hat die Corona-Krise stärker zugeschlagen als von Ökonomen zuletzt angenommen: Die schweizerische Wirtschaft ist im ersten Quartal wegen verschärfter Corona-Maßnahmen geschrumpft. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch im Vergleich gegenüber dem Vorjahr lag das BIP um 0,5 Prozent niedriger. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,2 Prozent erwartet.

Im Dienstleistungssektor sank die Wertschöpfung im Zuge der verschärften Corona-Maßnahmen markant. Auch der private Konsum war stark rückläufig. Dagegen wuchs die Industrie kräftig und verhinderte einen deutlicheren BIP-Rückgang. Ein Konjunktureinbruch vergleichbar mit jenem vom Frühjahr 2020 blieb aus, konstatierte das Seco.

09:38 Uhr

Dax springt auf Rekordhoch

Der Dax ist mit Kursgewinnen in den Juni gestartet. Rund eine halbe Stunde nach Handelsbeginn baut er sein Plus auf rund 1 Prozent auf und erreicht bei 15.570 Punkten ein Rekordhoch.

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Bei den Einzelwerten setzten sich die drei Autobauer Volkswagen, Daimler und BMW mit einem Plus von rund zwei Prozent an die Dax-Spitze. Im Handel wird auf den anhaltend positiven Nachrichtenfluss in dem Sektor verwiesen. Die Nachricht, dass VW über einen Börsengang für seinen Batteriebereich nachdenke, passe da gut ins Bild. Angesichts neuer Mittelzuflüsse zu Monatsbeginn dürfte der Sektor einer der Lieblinge der Anleger bleiben. VW gewinnen 3,2 Prozent, BMW 2,4 Prozent und Daimler 2,5 Prozent.

Über der Marke von 15.500 Punkten tat sich der Leitindex zuletzt schwer. Von seinem in der Vorwoche erreichten Rekord mit gut 15.568 Punkten wurde er schnell wieder zurückgeholt. Im Mai hatte das Kursbarometer aber einen Gewinn von fast zwei Prozent erzielt. Es war der vierte Gewinnmonat in Folge.

Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stieg um 0,39 Prozent auf 33 321,11 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um gut 0,5 Prozent hoch.

09:20 Uhr

Patentstreit beigelegt - Daimler zahlt Nokia Lizenzgebühren

Nun zahlt Daimler doch: Der Autobauer und Nokia legen ihren Patentstreit bei. Der Dax-Konzern einigte sich mit dem Technologieanbieter auf eine Lizenzvereinbarung. Demnach zahlt Daimler Lizenzgebühren für die Nutzung von Nokia-Patenten zur Telekomtechnik im Auto. Alle Rechtsstreitigkeiten würden mit der Vereinbarung beendet, erklärten die beiden Unternehmen.

Zu Details äußerten sich die Firmen nicht. "Wir begrüßen die Einigung, aus wirtschaftlicher Sicht, und weil wir langwierige Streitigkeiten vermeiden", sagte eine Daimler-Sprecherin. Nokia hatte eine Reihe von Klagen gegen den Autobauer erhoben. Dabei geht es um einen Grundsatzstreit, den Daimler mit dem Technologieanbieter schon länger führt. Die Frage ist, wer die Lizenzgebühr für die sogenannten standardessenziellen Patente auf Kommunikationstechnik wie 5G zahlen soll.

Autobauer wie Audi, Bentley, BMW, Mini, Porsche, Rolls Royce, Seat, Skoda, Volkswagen und Volvo zahlen schon Patentgebühren an Nokia.

08:49 Uhr

Wo ist das Geld des Markus Braun?

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Markus Braun

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Münchner Staatsanwaltschaft und private Gläubiger suchen nach dem Vermögen des langjährigen Wirecard-Vorstandschefs Markus Braun. Vor dem Zusammenbruch des Zahlungsdienstleisters im Zuge eines milliardenschweren Bilanzskandals hatte der 52-jährige Österreicher erhebliche Reichtümer angehäuft.

Klägeranwälte sehen laut "Handelsblatt" nun "klare Indizien, die darauf schließen lassen, dass Braun Vermögen verschoben" haben könnte. Vertrauliche Dokumente, darunter eine private Vermögensaufstellung und eine eidesstattliche Versicherung, legen Ungereimtheiten nahe. Brauns Anwälte halten sich dazu bislang bedeckt.

08:40 Uhr

Minus in Japan, Plus in Taiwan und Südkorea

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(Foto: dpa)

Die Aktienmärkte in Fernost haben heute keine gemeinsame Richtung gefunden. Im Blick hatten die Anleger vor allem den in dieser Woche anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. In Tokio ging der Nikkei 0,2 Prozent niedriger mit 28.814 Punkten aus dem Handel. Die Rückgänge wurden allerdings durch die Aussicht auf eine wirtschaftliche Erholung dank der Fortschritte im Corona-Impfprogramm gedeckelt. Die Börse in Shanghai sowie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen machten im Handelsverlauf ihre anfänglichen Verluste wieder wett.

Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,9 Prozent, da die Kurse in Taiwan und Südkorea zulegten. Für Rückenwind sorgten dabei Konjunkturdaten. In Südkorea fuhren die Exporte des Landes im Mai den stärksten Anstieg seit 32 Jahren ein.

08:33 Uhr

Versicherungs-Startup WeFox ist nun mehrere Milliarden wert

WeFox mausert sich zu einem der höchstbewerteten Versicherungs-Startups in Europa. Bei Investoren seien bei der jüngsten Finanzierungsrunde 650 Millionen US-Dollar eingesammelt worden, teilte das Berliner Unternehmen mit. Sein Wert wird damit mit drei Milliarden Dollar (rund 2,5 Milliarden Euro) veranschlagt. Das entspricht in etwa einer Verdreifachung zu 2019.

Die neue Runde wurde vom Wagniskapitalgeber Target Global angeführt. Es sei die bisher größte Kapitalspritze für ein Versicherungs-Startup überhaupt, sagte Firmenchef Julian Teicke gegenüber Reuters. Mit dem frischen Geld will die 2015 gegründete Firma ihr Geschäft zunächst auf weitere europäische Länder ausdehnen, später in die USA und nach Asien expandieren sowie neue Produkte auf den Markt bringen.

08:15 Uhr

Auf deutschen Baustellen verschärft sich der Materialmangel

Ein Gerüst ist auf einer Baustelle an einem Neubau angebracht. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild)

Bauen, bauen, bauen ist die Forderung zum Beispiel in Berlin, um die Wohnungsknappheit zu bekämpfen. Allerdings hat sich auf den Baustellen bundesweit das Materialproblem verschärft. Auf diesen Umstand wies das Ifo-Institut hin. Im Hochbau berichteten im Mai 43,9 Prozent der Firmen, sie hätten Probleme, rechtzeitig Baustoffe zu beschaffen. Im April waren es noch 23,9 und im März nur 5,6 Prozent, wie das Münchner Institut berichtete.

Der Tiefbau war etwas schwächer betroffen, mit 33,5 Prozent im Mai. Im April hatten dort nur 11,5 Prozent der Betriebe von Engpässen berichtet. "Noch ist die Kapazitätsauslastung der Branche hoch. Aber die Lieferengpässe machen immer mehr Unternehmen Sorgen", sagte Ifo-Umfrageexperte Felix Leiss. Zudem machten die rasant steigenden Rohstoffpreise der Branche zu schaffen.

08:02 Uhr

Brent-Ölpreis knackt wichtige Marke

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(Foto: picture alliance/dpa/ARPS/Shell)

Die Ölpreise sind vor einer Zusammenkunft großer Förderländer gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 70,08 US-Dollar. Das waren 76 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 1,22 Dollar auf 67,54 Dollar.

Heute beraten die Energieminister des Rohölverbunds Opec+, zu dem neben den Opec-Mitgliedern etwa auch Russland gehört, über ihre Förderpolitik. Es wird erwartet, dass die Politik einer schrittweisen Förderausweitung fortgesetzt wird. Konkret geht es um das Produktionsniveau ab Juli.

07:39 Uhr

Lufthansa will weg vom Staatstropf

Die wegen der Corona-Krise von Insolvenz bedrohte Lufthansa will die staatlichen Stabilisierungshilfen "so rasch wie möglich" zurückzahlen. Konzernvorstand Harry Hohmeister sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, das MDax-Unternehmen wolle sich lieber wieder am Kapitalmarkt finanzieren. Dies sei viel günstiger.

Von der insgesamt neun Milliarden Euro umfassenden deutschen Staatshilfe hat der Konzern bislang 2,3 Milliarden abgerufen und eine Milliarde Euro bereits wieder zurückgezahlt. Einen Zeitrahmen für die Rückzahlung der restlichen Staatshilfen nannte Hohmeister jedoch nicht.

Lufthansa
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07:24 Uhr

VW erwägt Börsengang der Batteriesparte

Volkswagen denkt über einen Börsengang für seinen neuen Batteriebereich nach.

  • "Wir schließen zunächst nichts aus - zumindest für das Zellgeschäft", sagte VW-Technikvorstand Thomas Schmall dem "Handelsblatt".
  • "Ein einzelnes Zellwerk ließe sich nicht an die Börse bringen, das Ganze muss schon auf höherer Ebene zusammengefasst werden ... Der Bau von Zellwerken ist extrem teuer."

Bis zum Jahr 2030 wollen die Wolfsburger allein in Europa zusammen mit Partnern für einen zweistelligen Milliardenbetrag sechs neue Fabriken für die Zellfertigung errichten.

07:16 Uhr

Dax vorbörslich etwas ergrünt

Dax
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Die europäischen Börsen dürften heute wieder etwas lebendiger zugehen. Nach Feiertagen zu Wochenbeginn sind die Börsen in den USA und Großbritannien wieder geöffnet. In Frankfurt notierte der Dax vorbörslich 0,4 Prozent höher bei 15.487 Punkten.

Im Blick stehen die Zweitveröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone sowie neue Preisdaten. Es wird erwartet, dass die Verbraucherpreise in der Eurozone im Mai um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen sind, mithin der Inflationsdruck erneut leicht zugenommen hat. Mehrfach über der Prognose ausgefallene Preisdaten hatten zuletzt keine größeren Bewegungen an den Börsen mehr ausgelöst. Die Anleger setzen darauf, dass die Zentralbanken Recht behalten und darauf nicht mit einer restriktiveren Gangart reagieren. Die Notenbanker halten den Preisdruck für ein vorübergehendes Phänomen.

07:06 Uhr

Porsche-Tochter kooperiert mit EnBW-Tochter

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(Foto: picture alliance / Daniel Kalker)

Die Porsche-Tochter MHP und der Stuttgarter Strom-Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW arbeiten bei der Beratung anderer Unternehmen in Energie- und Mobilitätsfragen künftig enger zusammen. Beide Firmen gründeten in diesem Zuge mit Wirkung zum Monatsbeginn ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Intelligent Energy System Services, wie es in der gemeinsamen Mitteilung hieß.

Das Joint Venture hat seinen Sitz in Ludwigsburg und startet mit 23 Beschäftigten. Innerhalb eines Jahres sei ein Wachstum auf 40 Mitarbeiter geplant, hieß es. MHP, eine 81-prozentige Tochter des Sportwagenbauers Porsche, und TransnetBW, eine 100-prozentige Tochter des Energieversorgers EnBW, kooperieren bereits seit etwa zwei Jahren und beraten Firmen zum Beispiel beim Aufbau einer intelligenten Ladeinfrastruktur für Elektroautos.

06:49 Uhr

Hackerattacke auf Fleischriesen

Ein Mann benutzt die beleuchtete Tastatur eines Notebooks. Foto: Silas Stein/dpa/Illustration

(Foto: Silas Stein/dpa/Illustration)

Die US-Tochterfirma des weltgrößten Fleischkonzerns JBS ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. JBS USA sei Ziel einer "organisierten Cyberattacke", die einige Server des nordamerikanischen und australischen IT-Systems getroffen habe, teilte das Unternehmen mit. Der unberechtigte Zugriff sei bereits am Sonntag festgestellt worden. In Australien mussten Tausende JBS-Beschäftigte nach Hause geschickt werden.

Der brasilianische Konzern erklärte, alle betroffenen Systeme seien gestoppt und die Behörden informiert worden. Eigene sowie externe IT-Experten seien im Einsatz, um die Folgen des Hackerangriffs zu beheben. Dies werde einige Zeit in Anspruch nehmen, was einige Transaktionen mit Kunden und Zulieferern verzögern könne.

Backup-Server sind den Angaben zufolge nicht betroffen. Dem Unternehmen lägen keine Informationen darüber vor, dass Daten von Kunden, Zulieferern oder Angestellten gefährdet oder missbraucht worden seien, erklärte JBS USA.

06:28 Uhr

Wirtschaftsexperte erwartet höhere Inflation

Eurobanknoten liegen auf einem Tisch. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration)

Die Inflation entwickelt sich immer mehr zu einem wichtigen Thema. Der Direktor des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, hält eine Teuerungsrate in Deutschland von mehr als drei Prozent im Gesamtjahr für möglich. Die hohen Inflationsraten seien auf vorübergehende Effekte zurückzuführen, sagte er der den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

  • "Es gibt immer noch ein Nachruckeln der Lieferketten und dadurch in vielen Bereichen eine Verknappung von Gütern."

Der Effekt könnte sich im Sommer verstärken durch den Vergleich mit Monaten, in denen die Mehrwertsteuer gesenkt worden war.

Im kommenden Jahr dürfte eine Normalisierung eintreten. Das Statistische Bundesamt hatte gestern bei seiner ersten Schätzung für Mai eine Inflationsrate von 2,5 Prozent festgestellt. Es verwies auf teurere Energie.

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06:12 Uhr

Chinas Industrie-PMI überzeugt - dennoch wird gewarnt

Neues aus dem Reich der Mitte: Die chinesische Industrie ist im Mai mit dem schnellsten Tempo in diesem Jahr gewachsen. Ein Anstieg der Inlands- und Exportnachfrage konnte hohe Rohstoffpreise und Störungen der Lieferkette ausgleichen. Der Caixin/Markit Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg im vergangenen Monat auf 52,0. Das ist der höchste Stand seit Dezember und ein leichter Anstieg von 51,9 im April. Analysten hatten im Monatsvergleich einen unveränderten Wert erwartet.

Die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft verzeichnete im ersten Quartal ein Rekordwachstum, da sie sich zunächst schnell von der Pandemie erholte. Analysten erwarten, dass sich die lebhafte Expansion im Laufe des Jahres jedoch abschwächen wird. Chinas politische Entscheidungsträger warnten, dass die Grundlagen für die wirtschaftliche Erholung noch nicht gesichert.

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(Foto: picture alliance/dpa)

06:06 Uhr

In Asien zeigen die Pfeile nach unten

Nikkei
Nikkei 27.980,87

Die bevorstehende Veröffentlichung wichtiger US-Handelsdaten hat weiter die asiatischen Anleger verunsichert. Vor allem der monatliche Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der im April hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben war, gilt als Gradmesser bei den Investoren, da er als wichtiger Faktor für mögliche geldpolitische Entscheidungen der US-Notenbank Fed gilt.

In Tokio lag der Nikkei 0,4 Prozent tiefer bei 28.740 Punkten. Der breiter gefasste Topix sank um 0,3 Prozent und lag bei 1917 Zählern. Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verlor 0,5 Prozent.

05:43 Uhr

Das wird heute wichtig für den Dax

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picture alliance / dpa

Die Bundesagentur für Arbeit legt heute ihre Statistik zur Arbeitslosigkeit in Deutschland für den Monat Mai vor. Allgemein wird damit gerechnet, dass sich die bereits im April beobachtete leichte Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt fortgesetzt haben könnte - nicht zuletzt auch wegen erster Lockerungsschritte nach einem monatelangen Corona-Lockdown. Im April waren 2,77 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos gemeldet, 56.000 weniger als im März.

Sorgenkinder der Nürnberger Arbeitsverwaltung bleiben die Themen Langzeitarbeitslosigkeit und Ausbildung. Deutlich mehr als eine Million Menschen in Deutschland sind seit einem Jahr oder länger ohne Job. Die in den vergangenen Jahren erreichten Verbesserungen waren durch die Corona-Krise komplett aufgefressen worden.

Auf dem Ausbildungsmarkt besteht die Sorge, dass Lehrherren und Schulabgänger nicht in ausreichender Zahl zueinander finden - Ausbildungsplätze wären zahlenmäßig ausreichend vorhanden.

Fraport
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Nach mehr als einem Jahr coronabedingten Stillstands wird der Flug- und Passagierbetrieb am Terminal 2 des Frankfurter Flughafens wieder aufgenommen.

Nach dem weltweiten Einbruch des Luftverkehrs im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie waren Flüge seit dem vergangenen Frühjahr nur noch von Terminal 1 des größten deutschen Verkehrsflughafens gestartet beziehungsweise dort gelandet. Nun kehren 48 Airlines wieder in ihr Stamm-Terminal zurück. Auch die beide Terminals verbindende Bahn Sky-Line ist von heute an wieder in Betrieb. Auch die Landebahn Nordwest, die monatelang als Parkfläche für Flugzeuge genutzt worden war, wird wieder in Betrieb genommen.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 74,02

Außerdem berät im Licht der positiven Konjunkturentwicklung in wichtigen Wirtschaftsregionen die Öl-Allianz Opec+ über ihre Förderstrategie. Analysten gehen davon aus, dass die von Saudi-Arabien und Russland angeführte Gruppe an ihrem Plan festhält, die Ölhähne bis Ende Juli weiter aufzudrehen, um die steigende Nachfrage zu bedienen.

Die rund zwei dutzend Ölminister werden sich in ihrer Onlinesitzung auch mit möglichem zusätzlichen Erdöl aus dem Iran auseinandersetzen müssen. Es könnte auf den Markt strömen, falls sich Washington und Teheran in den kommenden Wochen darauf einigen, US-Sanktionen aufzuheben und das iranische Atomprogramm wieder zurückzufahren.

Der Opec+ kommt dabei zugute, dass westliche Ölkonzerne derzeit von Anlegern unter Druck gesetzt werden, um auf nachhaltigere Energieformen zu setzen. Dadurch bleibe mehr Spielraum für die Ölallianz, argumentierten Analysten der Commerzbank. Opec+ hatte sich voriges Jahr Förderkürzungen auferlegt, um fallenden Ölpreise im Zuge der Corona-Krise abzufangen.

Der frühere australische Finanzminister Mathias Cormann wird heute in Paris das Amt des Generalsekretärs der Industriestaatenorganisation OECD übernehmen. Der aus dem deutschsprachigen Osten Belgiens stammende Cormann folgt bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) dem Mexikaner Angel Gurría nach, der seit 2006 an der Spitze steht.

Die OECD ist eine wichtige internationale Denkfabrik, ihr zweitägiger Ministerrat wird heute enden. Die Organisation mit 38 Mitgliedstaaten spielt bei den Verhandlungen über eine globale Steuerreform mit Mindestsätzen für große Konzerne eine Schlüsselrolle.

Cormann war Mitte der 1990er-Jahre nach Australien ausgewandert. Von 2013 bis 2020 war der gebürtige Eupener Finanzminister Australiens für die liberal-konservative Liberal Party - und damit länger in diesem Amt als alle seine Vorgänger. Aktivisten hatten dem 50-Jährigen während seiner OECD-Kandidatur wegen der australischen Klimapolitik kritisiert. Er ist der erste Mann aus dem asiatisch-pazifischen Raum an der Spitze der Pariser Organisation.

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