"Peak bei US-Inflation"? DAX liefert Kurssprung
Der DAX hat seine Gewinne vom Dienstag zur Wochenmitte ausgebaut und dabei noch einmal an Dynamik zugelegt. Der deutsche Börsenleitindex schließt fast 300 Punkte oder 2,2 Prozent fester mit einem Stand von 13.829 Zählern. Die Handelsspanne betrug deutlich mehr als 300 Punkte. Auch die Kurse an der Wall Street legen zunächst zu. Für Kursbewegung sorgen vor allem die US-Verbraucherpreise: Diese sind im April um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.
"8,3 Prozent Inflation sind zwar mehr als erwartet, aber besser, als wäre es schlimmer gekommen", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Letztlich setzte sich die Erkenntnis durch, dass 'womöglich' der Peak erreicht sein könnte. Besser als nix", erläutert er. "Zudem hatte der US-Markt wichtige Unterstützungen halten können, was den DAX erst einmal nach oben ziehen ließ."
Im DAX gab es Zahlen von Continental, die am Markt mit einem Anstieg von mehr als vier Prozent positiv aufgenommen wurden. Die Aktien folgen damit aber auch der europaweiten Branchenstärke. Porsche, Mercedes-Benz, Volkswagen und BMW gewinnen ebenfalls.
Auch von Eon gab es Zahlen, hier drehten die Papiere nach schwachem Start. Am Ende steht ein Kursplus von mehr als drei Prozent. Dagegen geben Bayer-Aktien mehr als sieben Prozent ab. Ein Rückschlag in einer Glyphosat-Klage sorgt für Verstimmung bei den Anlegern und für den Kursrutsch des Papiers.
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Bank-Aktie haussiert mit Beginn des Aktienrückkaufs
Unicredit haussieren an der Mailänder Börse mit Aufschlägen von 10,2 Prozent. Die italienische Bank hat mitgeteilt, mit dem Rückkauf eigener Aktien in dieser Woche zu beginnen. Unicredit hatte mit Bekanntgabe der Erstquartalszahlen in der vergangenen Woche mitgeteilt, von den Aufsichtsbehörden grünes Licht für das 1,6 Milliarden Euro schwere Rückkaufprogramm erhalten zu haben. Die UBS spricht von einer zeitlich verzögerten Reaktion auf die gute Nachricht.
Home24-Kurs schmiert ab
Der Start in das Jahr ist für Home 24 wie erwartet schwach verlaufen. Die Umsatzerlöse beliefen sich im ersten Quartal auf 140 Millionen Euro, was im Jahresvergleich einem währungsbereinigten Minus von 14 Prozent entspricht. Beim EBITDA steht ein Verlust von 6,6 Millionen Euro. Der Rückenwind aus der Covid-19-Zeit unterstützt nicht mehr, Gegenwind lieferten dagegen die hohe Inflation sowie der Krieg in der Ukraine, heißt es von Analysten. Die Aktie sacken zeitweiserund zehn Prozent ab.
Tui nicht so schwach wie befürchtet
Nach dem Abverkauf im Vorfeld der Zahlen geht es für Tui um knapp drei Prozent nach oben. Die Jefferies-Analysten stufen die Zahlen zum ersten Halbjahr als "in line" ein , allerdings habe sich das Wachstum im zweiten gegenüber dem ersten Quartal abgeschwächt. Die Buchungen für die Sommersaison hätten aktuell 85 Prozent des Niveaus vom Sommer 2019 erreicht, und die Urlauber gäben im Durchschnitt 20 Prozent mehr für ihre Reise aus. Dabei entwickele sich das Geschäft außerhalb Großbritanniens besser. Jefferies sieht weiterhin Bilanzrisiken, während an der Börse bereits wieder die 2019er-Bewertungen für die Aktie bezahlt würden.
DAX-Kandidat zeigt Umsatz- und Gewinnplus
Der Technologiekonzern Jenoptik ist mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn ins neue Jahr gestartet. Die Erlöse erhöhten sich im ersten Quartal um 38,5 Prozent auf 208,5 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Der operative Gewinn (Ebitda) legte 27,3 Prozent auf 21,0 Millionen Euro zu. Jenoptik meldete eine weiterhin hohe Nachfrage insbesondere im Bereich Halbleiterausrüstung und bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr, in dem der Umsatz in den fortgeführten Geschäftsbereichen mindestens 20 Prozent zulegen soll. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen Erlöse von knapp 751 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge soll 2022 bei rund 18 Prozent liegen.
Philip-Morris-Gebot zündet
Die Anleger von Swedish Match sind Feuer und Flamme für das Übernahmegebot des größeren Rivalen Philip Morris. Die Aktien des vor allem auf rauchfreie Tabak-Produkte setzenden schwedischen Herstellers ziehen um zeitweise mehr als neun Prozent an. Am Dienstag hat die Aktie an der Börse in Stockholm bereits 25 Prozent zugelegt, nachdem die Übernahmepläne angekündigt worden waren. Die Offerte von 106 schwedischen Kronen je Aktie bewertet den schwedischen Konzern mit umgerechnet knapp 16 Milliarden Dollar. Die Analysten von Credit Suisse beurteilen das Angebot positiv, da es einen Aufschlag von 40 Prozent beinhalte. Die Experten der US-Bank JP Morgan halten es für sehr wahrscheinlich, dass der Deal über die Bühne gehe. Papiere von Phlip Morris gewinnen an der New Yorker Börse knapp 1,5 Prozent.
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Fast 30 Prozent abwärts: Diese US-Aktie wird abgestraft
Zu den größten Verlierern am US-Aktienmarkt zählt Coinbase. Die Titel der Kryptowährungsbörse verbuchten wegen des Rutsches in die roten Zahlen einen Rekord-Kurseinbruch von fast 28 Prozent und waren mit 52,80 Dollar so billig wie noch nie seit dem Börsengang vor etwa einem Jahr. Außerdem verlangsame sich der Kundenzuwachs, kommentierte Analyst Bo Pei vom Brokerhaus US Tiger.
Das deute darauf hin, dass die meisten Verbraucher Bitcoin & Co weiter als spekulative Anlagen betrachteten. (Bericht von Hakan Ersen Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (f
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Zinserhöhungssorgen setzt Wall Street zu
Die überraschend hohe US-Inflation verunsichert Anleger an der Wall Street. Der Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P-500 legen zwar zunächst jeweils 0,3 Prozent zu. Der technologielastige Nasdaq fällt dagegen um 1,5 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 11.559 Punkte. Höhere Zinsen entwerten Experten zufolge zukünftige Gewinne dieser wachstumsstarken Firmen.
Der Anstieg der US-Verbraucherpreise verlangsamte sich den Angaben zufolge zwar im April auf 8,3 von 8,5 Prozent. Analysten hatten allerdings auf einen Rückgang auf 8,1 Prozent gehofft. Im Lichte dieser Zahlen müsse man die Einschätzung, dass die Inflation ihren Höhepunkt erreicht habe, wohl überdenken, sagte Ross Mayfield, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Baird. Immerhin sei der Teuerungsdruck etwas zurückgegangen. Offenbar befinde sich die Fed mit ihren signalisierten Zinserhöhungen um jeweils einen halben Prozentpunkt auf einem guten Weg. Investoren taxierten rechneten aber mehrheitlich mit einer Anhebung um 0,75 Prozentpunkte bei der kommenden Sitzung im Juni.
BMW rechnet auch 2023 mit Engpässen
BMW rechnet zwar schrittweise mit einer Verbesserung bei der Versorgung mit Halbleitern, doch dürften die Engpässe noch eine Weile andauern. "Die Engpässe bei den Halbleitern werden uns noch eine Weile fordern. Mindestens bis ins zweite Halbjahr. Auch 2023", sagte BMW-Vorstandschef Oliver Zipse während der Hauptversammlung. Um künftig eine bessere Versorgung sicherzustellen, schließe der Münchener Auto-Konzern verstärkt direkte Lieferverträge ab. Kritik kam von Investoren während der Aktionärstreffens an der aus ihrer Sicht zu niedrigen operativen Rendite. "So erfreulich der absolute Gewinn ist, so enttäuschend ist jedoch die verdiente Marge", erklärte Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei Deka Investment.
Das Ziel müsse ein hohes Volumen bei hoher Marge sein. BMW-CEO Zipse erwiderte, dass BMW keine Volumenstrategie verfolge. BMW habe klare Profitabilitätsziele und verfolge eine Wachstumsstrategie. "Der langfristige Margenanspruch von 8 bis 10 Prozent im Segment Automobile gilt weiterhin", betonte Finanzvorstand Nicolas Peter. BMW gehöre damit der Spitzengruppe der Branche an. Der Münchener Konzern hatte vergangenes Jahr im Auto-Geschäft wieder eine zweistellige Rendite von 10,3 Prozent erzielt. Andere Premiumhersteller sind allerdings noch profitabler als BMW.
Leicht bessere Zahlen überzeugen K+S-Anleger nicht: Kurs stürzt ab
"Die Gewinnkennziffern sind etwas besser als erwartet", so ein Marktteilnehmer zu K+S. Der freie Cashflow steche heraus, er habe die Prognose von 116 Millionen Euro mit 291 Millionen deutlich übertroffen. Die EBITDA-Prognose wurde bekräftigt, nachdem K+S diese erst kürzlich angehoben hatte. K+S-Aktien büßen mehr als vier Prozent ein.
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DAX grenzt Gewinne ein
Der deutsche LeitindexDAX grenzt seine Gewinne nach Veröffentlichung der US-Inflationsdaten leicht ein und notiert nur noch 0,3 Prozent im Plus bei 13.579 Punkten. Die Rendite auf zehnjährige Anleihen zieht unterdessen leicht an auf 1,07 Prozent. Nach einer Phase rasanter Anstiege hat sich die Inflation in den USA erstmals seit August 2021 abgeschwächt.
Fehler, die Anleger vermeiden sollten
Tui peilt schwarze Zahlen an
Tui hat im zweiten Geschäftsquartal 2021/22 den Umsatz stärker als erwartet gesteigert und den saisonal üblichen operativen Verlust im Jahresvergleich nahezu halbiert. Angesichts der aktuell starken Buchungszahlen ist der Reisekonzern zuversichtlich, im laufenden Geschäftsjahr mit einem "signifikant positiven" bereinigten EBIT wieder profitabel zu werden.
"Das starke Ostergeschäft war schon der erste wichtige Indikator. Die hohe Nachfrage nach Reisen und die gute Geschäftsentwicklung bestätigen jetzt unsere Prognosen. 2022 wird ein gutes Geschäftsjahr mit einem starken Reise-Sommer", sagte Konzernchef Fritz Joussen laut der Mitteilung. "Das ist die Basis für neues Wachstum."
Der Umsatz stieg im Zeitraum Januar bis März auf 2,13 Milliarden Euro von 248,1 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT pre) wurde von 633 Millionen Euro auf 329,9 Millionen Euro reduziert. Der Konzernverlust wurde von 707,9 Millionen auf 321,4 Millionen Euro verringert. Analysten hatten im Konsens mit einem Umsatz von 1,89 Milliarden und einem bereinigten EBIT von minus 385 Millionen Euro gerechnet.
US-Inflationsrate sinkt erstmals seit August 2021
Nach einer Phase rasanter Anstiege hat sich die Inflation in den USA erstmals seit August 2021 abgeschwächt. Die Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen fiel im April auf 8,3 von 8,5 Prozent im März, wie das Arbeitsministerium mitteilt. Experten hatten für April mit einem Wert von 8,1 Prozent gerechnet. Manche Fachleute sehen den Rückgang zugleich als Anzeichen, dass der Inflationshöhepunkt wohl überschritten ist: "Dies bedeutet aber nicht, dass das Inflationsproblem gelöst ist", erklärte Commerzbank-Ökonom Christoph Balz.
Risiken in Russland verhageln deutscher Bank das Ergebnis
Die Aareal Bank schreibt wegen des Kriegs in der Ukraine die Kredite für zwei Bürogebäude in Moskau teilweise ab und dämpft deswegen auch die Erwartungen für das laufende Jahr. Der vor dem Verkauf an drei Finanzinvestoren stehende Immobilienfinanzierer ist in Russland noch mit 200 Millionen Euro engagiert und bildet darauf nun 60 Millionen Euro Risikovorsorge, wie er am Mittwoch mitteilte. Das Betriebsergebnis werde deshalb im Gesamtjahr am unteren Ende der bisher in Aussicht gestellten Spanne von 210 bis 250 Millionen Euro liegen, erklärte die Aareal Bank. Wenn die Übernahme durch die Beteiligungsfirmen Advent, Centerbridge und CPPIB im zweiten Anlauf klappe, schlügen zusätzlich die Transaktionskosten zu Buche.
Die Finanzinvestoren haben sich schon 37 Prozent der Aareal-Bank-Aktien gesichert, die Übernahme kommt aber nur zustande, wenn sie bis zum 24. Mai auf 60 Prozent kommen.
Im ersten Quartal ging das Betriebsergebnis der Bank wegen der Russland-Abschreibung auf 30 (Vorjahr 32) Millionen Euro zurück. "Trotz der zusätzlichen Risikovorsorge für Russland weisen wir dank einer sehr starken Ertragsentwicklung ein deutlich positives Quartalsergebnis aus", sagte Vorstandschef Jochen Klösges. Das Neugeschäft habe mit 3,3 Milliarden Euro den höchsten Stand seit 2018 erreicht, ein Drittel davon entfalle auf Logistik-Immobilien. Die Bruttomargen im Neugeschäft lägen mit 220 Basispunkten sogar über der Zielmarke. Aareal-Aktien notieren kaum verändert.
Experten: EZB hebt Leitzins spätestens im Spätsommer an
Die Chefvolkswirte der Mitgliedsinstitute des Verbands öffentlicher Banken (VÖB) rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Einlagenzins demnächst erhöhen wird. "Bereits im Juli 2022 - spätestens im dritten Quartal 2022 - könnte die erste Zinserhöhung erfolgen, und es dürften weitere Zinsschritte nach oben folgen, sodass der Einlagensatz noch in diesem Jahr ins positive Terrain wechseln könnte", heißt es in der VÖB-Kapitalmarktprognose. Die Ökonomen sehen die deutsche Inflation auf Sicht von zwölf Monaten bei nur noch 2,2 bis 3,8 Prozent und den Euro bei 1,10 bis 1,20 US-Dollar.
Gas-Teilstopp stimmt Eon-Anleger skeptisch
Als "Non-Event" bezeichnet ein Marktteilnehmer die Zahlen von Eon. "Die Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen, und den Ausblick hat das Unternehmen bestätigt", sagt er zur Begründung. Der Kurs hänge weiter an der Zukunft des Gasgeschäfts. "Ab heute fallen 25 Prozent der Lieferungen durch die Ukraine flach", betont er mit Blick auf die Ankündigung der Regierung in Kiew. Weitere Ausfälle dürften den Kurs belasten: "Eon hängt an Nordstream 1", sagt er. Die Aktien geben 4,2 Prozent nach.
Droht eine Lohn-Preis-Spirale?
Dollar schwächelt
Der Dollar zeigt sich im Vorfeld der mit einiger Spannung erwarteten US-Verbraucherpreise für April am Nachmittag schwächer. Der Dollar-Index büßt 0,5 Prozent ein auf 103,40, der Euro steigt von 1,0525 auf 1,0567 Dollar.
Laut Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann ist es nicht ganz klar, wie der Dollar auf Überraschungen bei den April-Inflationsdaten reagieren wird. Würde eine Inflation über dem Median der Schätzungen (Gesamtrate: +0,2% zum Vormonat, Kernrate +0,4%) dem Dollar Auftrieb verleihen, weil dann mit noch mehr und noch schnelleren Fed-Zinserhöhungen zu rechnen sei, fragt der Analyst. Das wäre angebracht, wenn man davon ausgehen würde, dass die Fed ihren Leitzins zur Bekämpfung einer stärkeren Inflationsdynamik deutlicher über das Inflationsniveau hinaus anheben müsste und daher der eigentlich Dollar-negative Effekt der Inflation überkompensiert würde.
Andererseits sehe man bereits, dass der Markt bei rund 3 Prozent eine Obergrenze für den US-Leitzins sehe. Offensichtlich, weil dann der realwirtschaftliche Effekt ("hard landing") als so deutlich angenommen werden müsse, dass dann in der Annahme des Marktes die Fed nicht weiter mache.
Bei der ING rechnet man auch nach den Preisdaten mit einem festen Dollar und einem Dollar-Index zwischen 103,20 und 104,00. Zumindest solange die Inflation nicht sehr schwach ausfalle, dürfte es nicht zu einem scharfen Dollarverkauf kommen. Auch bei der ING stellt man besonders auf die Kerninflationsentwicklung im Vergleich zum Vormonat ab. "Wenn hier nicht so etwas herauskommt wie ein Plus von 0,2 Prozent, würden wir weiter damit rechnen, dass der Dollar gesucht bleibt - oder in der Nähe der jüngsten Hochs konsolidiert".
Euro / Dollar o
VW plant neue US-Marke
Volkswagen will in den USA die Geländewagenmarke Scout wieder aufleben lassen, um auf dem weltweit wichtigsten Markt für Nutzfahrzeuge zu expandieren. Im Rahmen des Plans wolle der DAX-Konzern informierten Personen zufolge einen neuen elektrischen Geländewagen und einen elektrischen Pickup der Marke Scout auf den Markt bringen. Der Aufsichtsrat des Wolfsburger Konzerns dürfte das Vorhaben während der Sitzung genehmigen, so mit der Tagesordnung der Sitzung vertraute Personen.
Scout solle als Tochtergesellschaft von VW in den USA neben anderen Marken des Konzerns - Audi, Porsche, Lamborghini und Bentley - operieren. VW hoffe, bis zu 250.000 Fahrzeuge der Marke Scout pro Jahr in den USA verkaufen zu können, wobei die Produktion im Jahr 2026 beginnen solle, so die informierten Personen. Es wäre das erste Mal, dass der Konzern eine neue Marke in den USA gründet.
VW kommt in den USA bisher auf einen relativ kleinen Marktanteil von weniger als 5 Prozent. Die Elektrofahrzeuge des Konzerns verkaufen sich allerdings besser als die Autos mit konventionellem Antrieb. VW hat nach eigenen Angaben einen Anteil von etwa 8 Prozent am US-Elektrofahrzeugmarkt und liegt damit an zweiter Stelle hinter Tesla. Der Fokus liege also eindeutig auf Elektroautos, die VW als historische Chance sehe, Marktanteile in den USA zu gewinnen, so VW-CEO Herbert Diess vor kurzem bei einer Telefonkonferenz zu Journalisten.
Erholt sich auch die Wall Street?
Nach der Stabilisierung der Wall Street nach einer mehrtägigen Talfahrt setzen Händler am Mittwoch auf eine leichte Erholung. Der Aktienterminmarkt lässt auf eine feste Eröffnung am Kassamarkt hoffen. Allerdings steht die mögliche Erholung auf tönernen Füßen. Bereits am Vortag verpufften Anfangsgewinne im Verlauf. Gestützt wird der Markt von Berichten aus China, wonach sich das Pandemiegeschehen dort etwas entspanne. Damit könnten die scharfen Lockdowns möglicherweise bald gelockert werden, heißt es. Dreh- und Angelpunkt der Entwicklung dürften aber die vorbörslich erwarteten Inflationsdaten sein.
Im Handel geht man von einem etwas nachlassenden Inflationsdruck aus. Es wäre das erste Mal seit fünf Monaten, dass die Verbraucherpreise im Jahresvergleich nicht mit der höchsten Rate seit 40 Jahren stiegen. Sollte es so kommen, läge das Hoch der Inflationsentwicklung wohl hinter dem Markt, heißt es. "Eine Abschwächung der Inflation liefert Vertrauen, dass die Fed-Bemühungen zum Bremsen der Inflation funktioniert und aggressivere Schritte nicht nötig sind", sagt Analystin Ipek Ozkardeskaya von Swissquote. Denn die Stagflationssorgen könnten sich mit den Daten etwas abschwächen und den Markt stützen. Eine höhere Inflation als gedacht könnte den Aktienmarkt dagegen belasten.
Alstom schlägt Prognose deutlich
Von guten Zahlen spricht ein Marktteilnehmer mit Blick auf Alstom. Der französische Industriekonzern habe die Prognose für das bereinigte EBIT um 24 Prozent übertroffen. "Das sollte den Kurs stützen", so der Marktteilnehmer.
Goldpreis zeigt sich erholt, aber …
Der Goldpreis kann sich von den Zweimonatstiefs vom Dienstag erholen. Die Feinunze steigt um 11 auf 1.849 Dollar. Der Markt wartet nun auf die US-Inflationsdaten am Nachmittag. Ein unerwartet starker Preisanstieg könnte die Spekulation über eine noch straffer agierende Fed anheizen, so ein Marktteilnehmer. "Die Folge wäre ein stärkerer Dollar und ein schwächerer Goldpreis", meint er.
Gold in Euro
Glyphosat-Streit lässt Bayer-Kurs einbrechen
Für Bayer geht es mehr als sechs Prozent nach unten. Grund ist laut den Analysten von Jefferies, dass die US-Generalstaatsanwältin Elizabeth Prelogarder einen Schriftsatz eingereicht hat, in dem sie die Auffassung des Justizministeriums zur Berufung von Bayer im Glyphosat-Fall Hardeman darlegt und den Klägern Recht gibt. Der Oberste Gerichtshof hatte dies vor seiner Entscheidung über die Anhörung der Berufung von Bayer angefordert.
Was ein positives Endergebnis für Bayer betrifft, sinkt damit die Wahrscheinlichkeit, dass der Oberste Gerichtshof den Fall anhört und anschließend entscheidet.
Für Bayer sei das ein Rückschlag, so Jefferies. frühere Hinweise des Justizministeriums hätten einen positiven Ausgang noch plausibel erscheinen lassen. Die Entwicklung erfordere die Bildung von Rückstellungen sowohl für die verbleibenden Fälle als auch für die klar definierte Rückstellung für künftige Fälle. Dies entspreche insgesamt rund 7 Milliarden Euro beziehungsweise rund 11 Prozent der Marktkapitalisierung. Die Analysten erwarten eine negative Reaktion des Aktienkurses.
US-Klagen kosten Allianz Milliarden
Das Debakel mit Hedgefonds in den USA kostet die Allianz insgesamt 5,6 Milliarden Euro. Nachdem eine Einigung mit den verbliebenen Klägern und mit den US-Behörden greifbar sei, habe die Allianz im ersten Quartal noch einmal 1,9 Milliarden Euro vor Steuern für die "Structured Alpha"-Klagen zurückgestellt, teilt der Versicherungsriese mit. Bereits im Abschluss für 2021 hatte die Allianz Rückstellungen von 3,7 Milliarden Euro gebildet. Investoren in den USA - unter anderem Pensionsfonds - hatten mit den vermeintlich sicheren Hedgefonds von Allianz Global Investors zu Beginn der Corona-Krise Milliarden verloren und den Anbieter verklagt. Auch das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC hatten sich eingeschaltet.
Trotz der zusätzlichen Belastungen habe die Allianz auch im ersten Quartal schwarze Zahlen geschrieben, teilte der Versicherer mit. Netto bleibe ein Gewinn von rund 600 Millionen Euro übrig. Das operative Ergebnis habe bei 3,2 Milliarden Euro gelegen.
Allianz
DAX baut Gewinne aus
Der DAX baut die Gewinne deutlich aus. Er steigt um 1 Prozent auf 13.663 Punkte. "Die Bewegung kommt über die Futures", sagt ein Marktteilnehmer. Die Umsätze sind allerdings bestenfalls durchschnittlich. Neue Impulse gebe es derzeit nicht, der Markt warte auf die US-Verbraucherpreise am Nachmittag. Aus technischer Sicht rückt das Dienstaghoch bei 13.720 in den Blick.
Brenntag kann überzeugen
Brenntag legen nach Quartalszahlen zu. Der Chemikalienhändler hat sowohl die Umsatz- als auch die Gewinnprognose deutlich übertroffen. "Das Unternehmen kann bei wachsenden Umsätzen die Margen sogar noch leicht ausbauen", äußert sich ein Marktteilnehmer positiv. Den Ausblick hat Brenntag bekräftigt. Brenntag-Titel gewinnen 0,5 Prozent.
Zinserhöhung im Juli: EZB-Ratsmitglied deutet Fingerzeig an
EZB-Ratsmitglied Madis Müller fasst eine Zinswende im Juli ins Auge. Der estnische Notenbankchef brachte zugleich ein früheres Ende der Anleihenkäufe ins Spiel, das als Vorstufe für eine Zinserhöhung gilt. "Wir könnten darüber diskutieren, ob wir die Käufe ein paar Wochen früher beenden sollten", sagt er. Die EZB hat das Aus bislang erst für das dritte Quartal erwogen. Die Anleihenkäufe sollten relativ schnell beendet werden und die Zinswende danach "ohne größere Verzögerung" angegangen werden, betonte Müller.
Auch wenn im Juni aus seiner Sicht noch keine Zinserhöhung zur Entscheidung anstehe, könne die Notenbank womöglich einen Fingerzeig geben: "Vielleicht könnten wir unsere Erwartungen zu den Zinsen angeben." Auf der Juli-Sitzung könne es dann zum Beschluss kommen. Es seien schrittweise Zinserhöhungen nötig, betonte Müller. Derzeit favorisiere er geldpolitische Schritte, die um einen Viertelprozent Punkt nach oben führten. So könne die EZB bis Jahresende beim Einlagesatz auf ein positives Niveau gelangen.
Solar-Anlage? - "Sonne stellt keine Rechnung"
Kostenexplosion brockt Contis Autogeschäft heftigen Verlust ein
Die Kostenexplosion bei Rohstoffen, Logistik und Energie hat dem Zulieferer Continental im Autogeschäft rote Zahlen eingebrockt.
Während das Reifengeschäft seine Ertragskraft steigerte, schrieb die Sparte Automotive im Auftaktquartal einen Verlust von 165 Millionen Euro, wie der drittgrößte deutsche Autozulieferer mitteilte. Vor Jahresfrist hatte hier noch ein Gewinn von 97 Millionen Euro zu Buche gestanden. Insgesamt wies der Dax-Konzern aus Hannover für das erste Quartal ein operatives Ergebnis von 375 (Vorjahr 663) Millionen Euro aus, ein Rückgang um 43 Prozent.
Den im April zurückgeschraubten Ausblick für das laufende Jahr bekräftigte das Management. Demnach rechnet der Konzern angesichts der Pandemie und dem Ukraine-Krieg mit zusätzlichen Kosten für Energie, Logistik und Material von 3,5 Milliarden Euro.
Zug-Hersteller verdient mehr
Der französische Zughersteller Alstom hat in dem im März abgelaufenen Bilanzjahr 2021/22 mehr verdient. Bei einem Umsatzanstieg um 76 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro stieg das operative Ergebnis (Ebit) um 19 Prozent auf 767 Millionen Euro. Der Auftragsbestand legte um neun Prozent auf rund 81 Milliarden Euro zu. Kosten für Altprojekte und Wertminderungen sorgten indes für einen bereinigten Nettoverlust von 173 Millionen Euro nach einem Gewinn von 301 Millionen vor Jahresfrist. "Unsere Ergebnisse für das Geschäftsjahr entsprechen voll und ganz unseren Zielen" betonte Konzerchef Henri Poupart-Lafarge.
Evotec bestätigt Prognose
Evotec ist zu Jahresbeginn in allen Geschäftsbereichen gewachsen. Investitionen in die Kapazitäten an allen Standorten sowie gestiegene Aufwendungen für die unverpartnerte Forschung und Entwicklung führten jedoch zu einem Rückgang des operativen Gewinns, wie das Hamburger Biotech-Unternehmen mitteilt. Danach stiegen die Konzernerlöse um 24 Prozent auf 164,7 Millionen Euro, der Umsatz aus Meilenstein-, Abschlags- und Lizenzzahlungen legte auf 4,5 (Vorjahr: 4,4) Millionen Euro zu.
Das bereinigte Konzern-EBITDA sank unterdessen auf 18,9 von 21,1 Millionen Euro. Evotec verbuchte ein nichtbetriebliches Ergebnis von minus 69,2 (Vorjahr: plus 47,7) Millionen Euro. Hier schlugen sich nicht zahlungswirksame Fair-Value-Anpassungen auf die Beteiligung an der Exscientia plc nieder.
Bestätigt wurde die Jahresprognose. Der Konzernumsatz soll auf 700 bis 720 Millionen Euro klettern und das Konzern-EBITDA 105 bis 120 Millionen Euro erreichen. Die Aufwendungen für die unverpartnerte Forschung und Entwicklung sieht Evotec bei 70 bis 80 Millionen Euro nach 58,1 Millionen im vergangenen Jahr.
Fließbänder stehen still: Rohstoffkrise holt Toyota ein
Toyota blieb lange von den Produktionsproblemen im Zuge der Chipkrise verschont, unter denen viele andere Firmen in der Branche schwer leiden. Inzwischen spüren aber auch die Japaner die Chipknappheit und mussten ihre Produktion drosseln. Zahlreiche Montagelinien stehen still. Toyota rechnet nun wegen der steigenden Rohstoff- und Logistikkosten mit einem Gewinneinbruch im laufenden Jahr.
Das Betriebsergebnis könnte sich um ein Fünftel auf 2,4 Billionen Yen (17,5 Milliarden Euro) verschlechtern, teilte der Autohersteller mit. Allein die Materialkosten dürften sich im laufenden Geschäftsjahr bis April 2023 verdoppeln, sagte Toyota voraus. An der Börse wurden diese Aussichten mit Kursverlusten quittiert: Die Papiere verloren mehr als fünf Prozent.
Die Abwertung des Yen auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten hat der exportorientierten japanischen Autobranche zuletzt geholfen. Doch die Kostensteigerungen und die Verwerfungen in der weltweiten Lieferkette wegen der Corona-Restriktionen in China machen den Firmen derzeit schwer zu schaffen. Im abgelaufenen Quartal verdiente der weltweit absatzstärkste Autobauer ein Drittel weniger. Mit 463,8 Milliarden Yen lag der Gewinn auch unter den Erwartungen der Analysten.
Teure Lebensmittel: Deutsche Inflationsrate steigt weiter
Die Inflation in Deutschland ist im April wegen höherer Energie- und Lebensmittelpreise infolge des Ukraine-Kriegs auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren gestiegen. Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 7,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Das ist der höchste Stand seit Herbst 1981, als wegen des Ersten Golfkriegs zwischen dem Irak und dem Iran die Mineralölpreise ebenfalls nach oben geschnellt waren. Im März lag die Teuerungsrate noch bei 7,3 Prozent. "Die Inflationsrate erreichte damit im zweiten Monat in Folge einen neuen Höchststand im vereinigten Deutschland", sagte der Präsident des Statistikamtes, Georg Thiel.
Ein Ende des starken Preisauftriebs ist noch nicht in Sicht. Aktuell wollen so viele Unternehmen wie noch nie in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen, wie eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts ergab. "Die Inflation in Deutschland dürfte damit auch in den kommenden Monaten bei über sieben Prozent liegen", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser deshalb voraus.
DAX legt weiter zu
Der DAX kann zum Start ins Mittwochsgeschäft weitere Gewinne verbuchen. Der deutsche Börsenleitindex notiert mit 13.608 Punkten etwa 0,5 Prozent fester. Im Dienstagshandel hatte er zwar einen deutlichen Aufschlag von mehr als 150 Zählern oder 1,2 Prozent verbucht. Der Schlusskurs von 13.535 Stellen lag aber deutlich unter dem Tageshoch von 13.720 Punkten. Die Wall Street hatte zudem leichte Verluste hinnehmen müssen.
US-Regierung lässt Bayer-Kurs einbrechen - Milliardenrisiko Monsanto
Das Risiko milliardenschwerer Schadensersatz-Zahlungen an mutmaßliche Opfer des Monsanto-Unkrautvernichters Glyphosat scheint den Bayer-Aktionären wieder hochakut. Der Aktienkurs des Leverkusener DAX-Konzerns bricht im Frühhandel um rund 9 Prozent ein.
Die US-Regierung hat dem Supreme Court - dem obersten Gericht im Land - von der Annahme eines wegweisenden Falls abgeraten. Das Verfahren könnte Signalwirkung für viele weitere US-Klagen haben. Für den Leverkusener DAX-Konzern geht es dabei um milliardenschwere Rechtsrisiken.
Konkret geht es um die Überprüfung eines Urteils zugunsten des Klägers Edwin Hardeman, der glyphosathaltige Produkte des von Bayer übernommenen US-Herstellers Monsanto für seine Krebserkrankung verantwortlich macht. Ihm waren 2019 nach einem Gerichtsprozess letztendlich gut 25 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen worden. Bayer hofft, dass der Supreme Court die Entscheidung kippt. Doch ob das oberste US-Gericht sich mit dem Fall befasst, ist unklarer denn je.
Krise bei Siemens-Windkrafttochter verschärft sich
Zum vierten Mal in Folge verdirbt die spanische Windkrafttochter Gamesa dem Energietechnik-Konzern Siemens Energy das Quartals-Ergebnis. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres machte das Münchner Unternehmen insgesamt 252 Millionen Euro Verlust. Vor einem Jahr hatte noch ein Plus von 31 Millionen zu Buche gestanden. Entscheidender Treiber sind die tiefroten Zahlen bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa (SGRE), an der Energy zwei Drittel hält.
"Die Situation bei SGRE hat sich seit der letzten Gewinnwarnung weiter verschärft", sagte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch. Man werde als Mehrheitsaktionär die eigene Expertise zur Verfügung stellen, "um den Ursachen auf den Grund zu gehen und die Probleme zu bewältigen".
Für Umsatz und Marge erwartet der Konzern nun nur noch Ergebnisse am unteren Rand seiner bisherigen Vorhersagespannen. Vor drei Monaten hatte Energy noch auf eine deutliche Verbesserung gehofft.
Die auf Energieübertragung sowie Technik und Service für konventionelle Kraftwerke ausgerichtete Sparte Gas and Power lieferte dagegen erneut solide Zahlen ab. Beim Konzernumsatz gab es wenig Bewegung: Er lag bei 6,6 Milliarden Euro.
Ölpreise legen deutlich zu
Die Ölpreise steigen im frühen Handel deutlich.
Am Morgen kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent 105,33 US-Dollar. Das sind 2,87 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte WTI steigt um 2,47 Dollar auf 102,23 Dollar.
Am Markt werden die Preisaufschläge mit der günstigeren Corona-Lage in China erklärt. Die Metropolen Peking und Shanghai melden zuletzt weniger Infektionen. Damit rückt die Möglichkeit geringerer Corona-Beschränkungen in den Blick. Die Binnenkonjunktur und der Ölverbrauch werden dadurch stark in Mitleidenschaft gezogen.
Wenngleich sich die Ölpreise in den vergangenen Wochen schwer taten, eine klare Richtung zu finden, liegen sie auf hohem Niveau. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus etwa 35 Prozent. Ausschlaggebend sind der Krieg Russlands gegen die Ukraine und scharfe Sanktionen vornehmlich westlicher Länder gegen Russland, das einer der weltgrößten Ölförderer ist.
Euro vor Inflationsdaten stabil
Der Euro notiert am Morgen stabil über der Marke von 1,05 US-Dollar.
Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,0540 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,0554 Dollar festgesetzt. Zur Wochenmitte richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Preisentwicklung in den USA. Die Regierung veröffentlicht Inflationszahlen für den Monat April. Es wird erwartet, dass die Inflationsrate auf hohem Niveau leicht zurückgeht.
Die US-Notenbank Fed stemmt sich bereits mit Zinsanhebungen gegen die Teuerung, die zuletzt auf einem rund 40-jährigen Höchststand gelegen hat. Auch in Europa dürften die Themen Inflation und Geldpolitik präsent bleiben. Unter anderem will sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde zu Wort melden. Die EZB hat zuletzt deutlichere Hinweise auf anstehende Zinsanhebungen gegeben, sie dürfte aber wesentlich vorsichtiger vorgehen als die Federal Reserve. Die EZB erklärt ihre Zurückhaltung unter anderem mit der robusteren US-Konjunktur.
DAX rappelt sich weiter auf
In Erwartung neuer Hinweise zur US-Geldpolitik wird der DAX Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Dienstag hatte er als Reaktion auf vorangegangene Verluste bereits 1,2 Prozent auf 13.534,74 Punkte zugelegt.
Ihr Hauptaugenmerk richten Anleger auf die US-Inflationsdaten. Experten rechnen für April mit einer Abschwächung der Teuerungsrate im Jahresvergleich auf 8,1 von 8,5 Prozent. Sollte sich die Inflation in die richtige Richtung entwickeln, werde dies die Stimmung zusätzlich aufhellen, prognostizierte Anlagestratege Peter McCallum von der Investmentbank Mizhuo. Denn dann würden Investoren mit behutsameren Zinserhöhungen der Fed rechnen.
Darüber hinaus prasseln erneut zahlreiche Firmenbilanzen auf die Investoren ein. Aus dem DAX legt unter anderem der Autozulieferer Continental Geschäftszahlen vor. Versorger Eon hat bereits sein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen präsentiert.
Eon will hohe Rohstoffkosten an Kunden weitergeben
Der Energiekonzern Eon ist wie erwartet mit einem Ergebnisrückgang ins Jahr gestartet. Das deutsche Netzgeschäft konnte zwar zulegen, dies wurde jedoch durch negative Effekte in anderen Ländern kompensiert. Unter anderem gab es Belastungen durch höhere Beschaffungskosten, die erst nach dem ersten Quartal an die Kunden weitergegeben werden können, wie der Konzern mitteilte. Der Vorstand bestätigte seine Jahresziele für 2022.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) ging im ersten Quartal um gut 14 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zurück. Unterm Strich blieb ein bereinigter Konzernüberschuss von 679 Millionen Euro und damit 16 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Chinas Inflation zieht kräftig an
Trotz steigender Rohstoffpreise und Lieferengpässen steigen die chinesischen Erzeugerpreise im April so langsam wie seit einem Jahr nicht mehr. Der Erzeugerpreisindex (PPI) legte im Jahresvergleich um 8,0 Prozent zu, wie das Statistikamt (NBS) am Mittwoch mitteilte.
Chinas Wirtschaft verlangsamte sich zu Beginn des zweiten Quartals drastisch, als die Regierung in Peking in vielen Städten strikte Lockdowns verhängte, um Corona-Ausbrüche unter Kontrolle zu bekommen. Die Wirtschaftsmetropole Shanghai befindet sich derzeit in der sechsten Woche der Abriegelung.
In der Volksrepublik bekommen das auch die Konsumenten zu spüren: Die Inflation zieht deutlich an. Der Verbraucherpreisindex (CPI) stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent und damit so schnell wie seit fünf Monaten nicht mehr. Im Vormonat lag der CPI bei 1,5 Prozent.
Die höheren Preise in China könnten auch die deutschen Verbraucher treffen: Aus keinem anderen Land der Welt importiert Deutschland mehr Waren.
Thyssenkrupp verzehnfacht Gewinn aus Stahlproduktion
Der drastisch gestiegene Stahlpreis war für Thyssenkrupp im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2021/22 mehr Segen als Fluch:
Dank der hohen Preise hat der Gewinn zugelegt, der Konzern kämpft aber mit hohen Rohstoffkosten. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei von Januar bis Ende März auf 802 Millionen Euro von zuvor 220 Millionen gestiegen, teilte der Konzern mit. Die Stahlsparte konnte ihr operatives Ergebnis auf 479 Millionen Euro von 47 Millionen Euro verzehnfachen.
Thyssenkrupp hob für den Gesamtkonzern die Prognose an und erwartet nun im Geschäftsjahr ein bereinigtes Ebit von mindestens zwei Milliarden Euro statt bislang 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro. Im vorherigen Geschäftsjahr hatte Thyssenkrupp 796 Millionen Euro erzielt.
Asiens Börsianer warten auf US-Inflationsdaten
Zur Wochenmitte lässt sich an den Börsen in Ostasien und Australien keine einheitliche Tendenz ausmachen.
Vielerorts halten sich die Anleger in Erwartung der US-Verbraucherpreise für April zurück, die im späteren Tagesverlauf veröffentlicht werden, wenn der Handel an den asiatischen Börsen längst beendet ist. Sollten die Preise in den USA aber doch deutlicher gestiegen sein als prognostiziert, dürfte das neue Spekulationen über eine möglicherweise noch entschlossenere Inflationsbekämpfung durch die US-Notenbank anheizen und die Aktienmärkte belasten.
In China sind Verbraucher- und Erzeugerpreise auf Jahressicht etwas stärker gestiegen als erwartet. Das stützt die Stimmung an den chinesischen Börsen. In Schanghai zieht der Composite-Index um 1,6 Prozent an, in Hongkong der Hang-Seng-Index nach anfänglichen Verlusten um 1,7 Prozent.
Der japanische Aktienmarkt wird derweil etwas gebremst von der Sorge, dass die weltweiten Lieferkettenprobleme die Ertragslage der heimischen Unternehmen schwächen könnten. Der Nikkei-225-Index legt um 0,2 Prozent zu.
In Sydeny und in Seoul geben die Indizes dagegen leicht nach.
Elon Musk erwägt Einstieg in Bergbau
Noch ist die milliardenschwere Übernahme von Twitter nicht in trockenen Tüchern, da beschäftigt sich der Tesla-Boss schon mit einer ganz anderen Branche: Elon Musk hat sich jetzt offen für einen Einstieg des Elektroautobauers bei einem Bergbau-Unternehmen gezeigt.
Das stehe nicht außer Frage, sagte Musk auf einer Veranstaltung der Zeitung "Financial Times". "Wir werden uns mit allem befassen, was uns beim weltweiten Wandel zu nachhaltiger Energie im Wege steht. Es ist nicht so, dass wir uns wünschen, Bergbau-Unternehmen zu kaufen, aber wenn das die einzige Möglichkeit ist, den Wandel zu beschleunigen, dann werden wir das tun."
Das wird für den DAX heute wichtig
Nach zuletzt schwachen Tagen mit starken Verlusten hat der DAX am Dienstag zu einer Gegenbewegung ausgeholt. Investoren sollten mit weiter hohen Schwankungen rechnen, schrieb Chef-Anlagestratege Mark Haefele von der Schweizer Bank UBS. Eine womöglich sinkende Inflation in den kommenden Monaten könnte die Sorgen der Anleger über eine schärfere geldpolitische Gangart der US-Notenbank aber etwas mildern.
Zudem fiel gestern der ZEW-Index besser aus als prognostiziert. Allerdings herrscht weiter Skepsis auf dem Frankfurter Parkett, denn der Krieg in der Ukraine und die rigide Anti-Covid Strategie Chinas, die Rohstoffboykotte beziehungsweise Störungen bei den Lieferketten nach sich ziehen, werden die Wirtschafts- und Finanzwelt noch eine geraume Zeit beschäftigen.
Was erwartet die Börsen heute? Die Berichtssaison, die eine Zahlenflut mit sich bringt, ist in vollem Gange. Im DAX öffnen heute Eon, Brenntag und Continental ihre Bücher. In der zweiten und dritten Reihe legen unter anderem K+S, SMA Solar, Thyssenkrupp, Jenoptik und Metro Quartalszahlen vor. In den USA, wo die Berichtssaison langsam ausläuft, verkündet Walt Disney nach Börsenschluss sein Konzernergebnis.
Konjunkturmäßig gibt es eine Stunde vor Handelsbeginn in Frankfurt die endgültigen Daten zu den deutschen Verbraucherpreisen im April. Auch in den USA spielen die Verbraucherpreise am frühen Nachmittag eine Rolle. Dazu gibt es Angaben zu den Realeinkommen im April und zu den wöchentlichen Rohöllagerbeständen.