Mittwoch, 15. Juli 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Kai Stoppel
18:05 Uhr

Fast 13.000 Punkte - Dax schließt auf Corona-Höchststand

Haarscharf schrammt der Dax zur Wochenmitte an der 13.000er-Marke vorbei. Dennoch: Ein phänomenaler Aufstieg schiebt den deutschen Leitindex heute auf den höchsten Schlusskurs seit viereinhalb Monaten. Der Dax legt am Ende um 1,8 Prozent zu auf 12.931 Punkte. Kurz zuvor hatte er mit genau 12.999,84 Zählern den höchsten Stand erreicht seitdem der Corona-Ausbruch sich zu einer globalen Pandemie entwickelt hat.

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Vor allem Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus versetzen Aktienanleger in Kauflaune. "Es sieht danach aus, als ob es für den größten Albtraum der Weltwirtschaft eine Lösung gibt", sagt Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Wichtigste Triebfeder des Optimismus sind ermutigende Tests eines Impfstoffs der US-Biotechfirma Moderna. Darüber hinaus steht der Pharmakonzern Astrazeneca einem TV-Bericht zufolge kurz vor Bekanntgabe positiver Nachrichten zu seinem Impfstoff.

"Die Zahl der Unternehmen mit aussichtsreichen Kandidaten in der Produkt-Pipeline wird damit immer größer", sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Es wächst die Hoffnung der Anleger, dass es am Ende etwas Wirksames im Kampf gegen das Coronavirus geben wird, sodass das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben zur Normalität zurückkehren kann."

Neben der Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff geben deutliche Signale einer Wiederbelebung der US-Wirtschaft dem Aktienmarkt Rückendeckung. So stieg die US-Industrieproduktion stärker als erwartet, und sogar die Geschäftsaktivität im Bundesstaat New York erholte sich. Denn obwohl dies ein Corona-Hotspot ist, stieg auch der Empire State Index das erste Mal seit Beginn der Viruskrise im März an.

Die Hoffnung auf eine rasche Wirtschaftsbelebung treibt vor allem Konjunkturwerte, darunter besonders die gebeutelten Luftfahrtaktien. Airbus steigen um 4,7 Prozent, Fraport um 3,8 Prozent und MTU im Dax sogar um 7,0 Prozent - womit die Papiere des Triebwerksherstellers klare Tagessieger im deutschen Leitindex sind.

Aber auch Auto- und Chemietitel sind gesucht: VW steigen um 2,8 Prozent und Covestro um 3,7 Prozent. Bankaktien profitieren von starken Geschäftszahlen bei Goldman Sachs. Dort hat sich besonders das Anleihegeschäft deutlich stärker entwickelt. Deutsche Bank steigen um 1,4 Prozent. Verlierer gibt es nur zwei: Continental büßen 0,6 Prozent ein, Wirecard mehr als 7 Prozent.

17:22 Uhr

US-Industrie erholt sich etwas vom Corona-Schock

Die US-Industrie hat ihre Produktion nach dem Corona-Schock den zweiten Monat in Folge hochgefahren. Die Betriebe stellten im Juni 7,2 Prozent mehr her als im Vormonat, teilte die Notenbank Federal Reserve mit. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg von 5,6 Prozent gerechnet, nach einem Plus von 3,8 Prozent im Mai. Die gesamte Produktion - zu der auch Versorger und Bergbau beitragen - kletterte im vorigen Monat um 5,4 Prozent nach einem Plus von 1,4 Prozent im Mai.

"Allerdings erfolgt die Erholung von einem sehr tiefen Niveau aus", gibt Ökonom Ulrich Wortberg von der Helaba zu bedenken. Er verweist darauf, dass es im April noch einen zweistelligen Rückgang gegeben hatte: "Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird, zumal der Erholungspfad von der Corona-Pandemie gefährdet ist." Die akute Zunahme der Virus-Fälle könne die Konjunktur abwürgen und das Verbrauchervertrauen schädigen, warnte jüngst der Chef des US-Notenbank-Ablegers von Philadelphia, Patrick Harker.

16:47 Uhr

Aktien von Impfstoff-Firma Moderna schießen auf Rekordhoch

Moderna Inc.
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Die Hoffnung auf die rasche Zulassung eines Coronavirus-Impfstoffs geben der Wall Street Auftrieb. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 steigen zur Eröffnung um bis zu 1,6 Prozent. Genährt wird der Optimismus von ermutigenden Tests eines Impfstoffs der US-Biotechfirma Moderna. Die Nachricht sei die heiß ersehnte Vitaminspritze für die Börsen, sagt Patrik Lang, Chef-Anlagestratege der Bank Julius Bär. Moderna-Aktien steigen um knapp 18 Prozent auf ein Rekordhoch von 88,37 Dollar.

Die anziehenden Konsumausgaben in den USA und Europa hellen die Stimmung ebenfalls auf. Dies gibt unter anderem den Touristik- und Freizeitwerten Auftrieb, die in den vergangenen Monaten besonders stark unter den Pandemie-Beschränkungen gelitten hatten. Die Aktien der Fluggesellschaften American Airlines, Delta und United legen bis zu sieben Prozent zu. Die Papiere der Kreuzfahrt-Anbieter Carnival, Royal Caribbean und Norwegian gewinnen ähnlich stark.

Investoren feiern auch den trotz gestiegener Rückstellungen stabilen Gewinn von Goldman Sachs. Dank eines florierenden Wertpapier-Handels machte das Geldhaus im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 2,4 Milliarden Dollar.

16:07 Uhr

Falscher Bafin-Chef ruft bei Verbrauchern an - und fordert viel Geld

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Das ist der echte Felix Hufeld - nach Auskunft der Bafin würde er niemals jemand anrufen und um Geld bitten. Jedenfalls nicht in offizieller Mission.

(Foto: imago images/brennweiteffm)

Wie würden Sie reagieren, wenn der Chef der deutschen Finanzaufsicht Bafin bei Ihnen anruft? Tatsächlich erhielten einige Menschen in Deutschland und in der Schweiz Anrufe von jemand, der sich als Behördenchef Felix Hufeld ausgab. Allerdings war es nur eine betrügerische Masche, warnt nun die Bafin.

Der Betrüger habe Verbraucher am Telefon aufgefordert, einen hohen Geldbetrag auf ein bestimmtes Konto zu überweisen. Zudem kursierten mehrere Fake-E-Mails mit Namen der Bafin-Pressesprecherin Sabine Reimer, die falsche Zahlungsaufforderungen enthielten. "Die Bafin weist darauf hin, dass die Behörde keine Personen per Telefon oder E-Mail auffordert, hohe Geldsummen auf bestimmte Konten zu überweisen", erklärte die Behörde.

15:39 Uhr

Nach Kauf von Datenbrillen-Start-up - TecDax-Aktie bricht ein

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Der Softwarekonzern Teamviewer übernimmt das Bremer Datenbrillen-Startup Ubimax für 136,5 Millionen Euro. 85,8 Millionen zahlt Teamviewer für die Bremer in bar, für den Rest gibt das Unternehmen neue Aktien aus. Der MDax- und TecDax-Konzern erweitert damit sein Angebot für große Unternehmenskunden in den Bereichen Augmented Reality und Internet der Dinge.

Der Kurs der Teamviewer-Aktie fällt zunächst allerdings deutlich um mehr als 13 Prozent, und der Handel wird kurzzeitig unterbrochen. Zuletzt liegen die Papiere noch rund 6 Prozent im Minus. Die Aktie hat im laufenden Jahr aber immer noch ein Plus von rund der Hälfte aufzuweisen, weil das Unternehmen als Gewinner der Corona-Krise gilt.

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Ubimax bietet Software-Lösungen für Smart Glasses an.

(Foto: Ubimax)

14:17 Uhr

Goldman Sachs überrascht in Corona-Krise - Aktie hebt ab

Goldman Sachs
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Anleger greifen nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen bei Goldman Sachs zu. Die Titel steigen vorbörslich um mehr als vier Prozent. Die Investmentbank hielt den Gewinn im Quartal unter anderem dank eines starken Anleihehandels stabil, während Konkurrenten über kräftige Gewinneinbrüche berichtet hatten.

So hatte sich der Gewinn von Branchenprimus JP Morgan im zweiten Quartal auf 4,7 Milliarden Dollar halbiert, wie das Geldhaus gestern mitgeteilt hatte. Noch schlimmer traf es den weiteren Rivalen Citigroup mit seinem großen Kreditkartengeschäft: Sein Überschuss brach um 73 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar ein.

13:48 Uhr

Nun also doch - Tele2 beglückt Anleger mit Sonderdividende

Die Aktien des schwedischen Telekomkonzerns Tele2 steigen um mehr als drei Prozent. Das Unternehmen hält nun doch an der ursprünglich wegen der Krise verworfenen Sonderdividende in Höhe von 3,50 schwedischen Kronen je Aktie fest und bestätigte seinen Jahresausblick. Der Gewinn im letzten Quartal war weniger stark eingebrochen als von Analysten befürchtet.

13:27 Uhr

Wasserstoff-Pflicht für E-Autos - skurrile Klage gegen VW scheitert

Ein Mann wollte den deutschen Autobauer VW dazu verpflichten, Elektroautos ausschließlich mit Wasserstoffgeneratoren zu bauen. Denn, so seine Argumentation, der Einsatz von Batterien als Energiespeicher sei wegen der bei deren Herstellung entstehenden Klima- und Gesundheitsschäden ein Problem und müsse verboten werden. So jedenfalls schildert das Braunschweiger Oberlandesgericht (OLG) den Fall.

Doch der Kläger scheitert mit seinem Ansinnen. Dieses lasse sich auf zivilrechtlichem Wege schlicht nicht durchsetzen, entschied das OLG. Derartige Vorgaben könne allein der Gesetzgeber machen. Die Klage sei auch formal unzulässig, weil sie ohne Anwalt eingereicht wurde. Das ist auf dieser juristischen Ebene nicht mehr zulässig.

13:04 Uhr

Google will Billig-Smartphone für Indien bauen

Alphabet
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Google will umgerechnet knapp vier Milliarden Euro (337,37 Milliarden Rupien) in den Digitaldiensteanbieter Jio Platforms in Indien investieren. Das entspreche einem Anteil von 7,7 Prozent, teilte der Vorsitzende von dessen Muttergesellschaft Reliance Industries Limited, Mukesh Ambani, bei seiner Aktionärsversammlung mit.

Indien ist als zweitbevölkerungsreichstes Land der Welt einer der größten Wachstumsmärkte von Google. Der US-Konzern geht davon aus, dass dieses Jahr rund die Hälfte der Menschen im Land Zugang zum Internet haben werden. Google verkündete, dass die beiden Firmen zusammen ein günstiges Smartphone für den indischen Markt entwickelten.

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Google-Chef Sundar Pichai, der aus der südindischen Stadt Madurai stammt, erklärte: "Das Tempo und das Ausmaß der digitalen Transformation in Indien ist für uns sehr inspirierend und bekräftigt unsere Ansicht, dass, wenn wir zuerst Produkte für Indien erstellen, es uns hilft, bessere Produkte für Nutzer überall zu erstellen."

(Foto: REUTERS)

12:48 Uhr

Apple-Aktie nach Gerichtsurteil im Aufwind

Nach dem Urteil des EU-Gerichts steigen Apple-Aktien vorbörslich an der Wall Street um 1,7 Prozent. Was den Anlegern offenbar gefällt: Der iPhone-Hersteller muss nun doch keine 13 Milliarden Euro an Steuern an den irischen Staat nachzahlen.

12:00 Uhr

Euro steigt auf neues Vier-Monats-Hoch

Der Euro erklimmt bei 1,1445 Dollar ein frisches Vier-Monats-Hoch. "Deutschland, Frankreich und Italien haben alle strenge Lockdown-Maßnahmen ergriffen, sodass das Coronavirus jetzt unter Kontrolle zu sein scheint. Die Wirtschaft könnte sich allmählich erholen", sagt Analyst Bart Wakabayashi von der State Street Bank and Trust. Zudem setzten Anleger auf eine rasche Einigung der Europäischen Union auf ein Rettungspaket.

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11:20 Uhr

Urteil: Apple muss in Irland keine Steuern nachzahlen

Apple
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Apple muss nach einem Urteil des EU-Gerichts in Irland nun doch keine 13 Milliarden Euro an Steuern nachzahlen. Das Luxemburger Gericht verwarf die Nachforderung der EU-Kommission. Sie habe keine Grundlage dafür nennen können, dass die vom irischen Staat gewährten Steuervergünstigungen für den US-Computerriesen ein unangemessener Vorteil nach dem EU-Wettbewerbsrecht seien, entschied das Gericht.

Die Entscheidung von 2016 war der spektakulärste Vorstoß im Kampf der EU gegen Steuernachlässe, mit denen Mitgliedstaaten Großkonzerne in das jeweilige Land locken wollen. Apple betreibt einen großen Teil seines Europa-Geschäftes vom irischen Cork aus. Die Regierung in Dublin, die sich in dem Streit hinter Apple gestellt hatte, begrüßte das Urteil.

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11:16 Uhr

"Giga Berlin" - so soll die deutsche Tesla-Fabrik aussehen

So soll sie nach der Fertigstellung also aussehen, die Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin - das erste Werk des US-Elektroautobauers in Europa: Tesla-Chef Elon Musk hat auf Twitter eine Grafik gepostet, die eine künstlerische Darstellung der Produktionshalle zeigt. Den Tweet kommentierte er mit den Worten "Giga Berlin". In einem Jahr - ab Juli 2021 - will Tesla in Grünheide mit der Produktion starten und möglichst bald 500.000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen.

10:52 Uhr

Lager leeren sich - Hoffnung treibt Ölpreise nach oben

Rohöl (Brent)
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Hoffnungen auf baldige Besserung der gebeutelten Weltkonjunktur treiben die Ölpreise. Die Nordseesorte Brent verteuert sich um 1,2 Prozent auf 43,42 Dollar je Fass. Ein Hinweis auf eine Verbesserung der Lage: Die vom American Petroleum Institute (API) ermittelten wöchentlichen US-Öllagerbestände sanken um 8,3 Millionen Barrel und damit stärker als erwartet.

Zudem hoffen Investoren auf preisstützende Maßnahmen der Erdölexporteure. Wichtige Mitglieder der Opec und ihrer Verbündeten, darunter Russland, die gemeinsam als Opec+ bezeichnet werden, wollen entscheiden, ob sie die im Juli endenden Fördermengenkürzungen von 9,7 Millionen Barrel pro Tag (bpd) verlängern oder auf 7,7 Millionen bpd lockern wollen.

09:52 Uhr

Profiteur der Corona-Krise - Drägerwerk-Aktie hebt ab

Drägerwerk
Drägerwerk 78,80

Für Aufsehen in Frankfurt sorgt die Aktie von Drägerwerk, die im SDax zeitweise um mehr als 7 Prozent zulegt. Der Lübecker Medizintechnikhersteller profitiert von der Coronakrise und erhöht seine Prognose für das Gesamtjahr. Bedingt durch die Covid-19-Pandemie fällt die Nachfrage insbesondere in der Medizintechnik außergewöhnlich hoch aus und in der Sicherheitstechnik profitiert Drägerwerk von dem starken Bedarf nach Atemschutzmasken.

Auf Basis von vorläufigen Geschäftszahlen meldete Dräger am Dienstagabend für das zweite Quartal beim Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresquartal ein währungsbereinigtes Wachstum von 36,3 Prozent. Der Umsatz legte währungsbereinigt um 26,5 Prozent auf rund 788,4 Millionen Euro zu und das Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) erreichte rund 102 Millionen Euro nach einem Minus von 1,5 Millionen Euro im Vorjahr. Als Grund für das höhere Ergebnis nannte Drägerwerk das deutlich höhere Umsatzvolumen und eine höhere Bruttomarge von rund 49,2 Prozent statt den 42,6 Prozent im Vorjahr.

Blick in eine Produktionshalle der "Zukunftsfabrik" der Drägerwerk AG.jpg

Produktionshalle der Drägerwerk AG.

(Foto: Carsten Rehder/dpa)

09:13 Uhr

Hoffnung auf Corona-Impfstoff treibt Dax in die Höhe

Dax
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Nach dem gestrigen kleinen Rückschlag startet der deutsche Aktienmarkt heute wieder munter in den Handelstag. Der Dax legt zum Beginn rund 1,0 Prozent zu und klettert auf 12.824 Punkte. Damit rückt die Marke von 13.000 Punkten wieder in Schlagdistanz.

"Die Hoffnung auf die schnelle Verfügbarkeit eines Impfstoffes drängt die Sorgen der vergangenen Tage in den Hintergrund", sagt Marktstratege Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. Zwar seien die ersten Ergebnisse der Impfstudie des US-Konzerns Moderna definitiv ermutigend. "Trotzdem muss allen klar sein, dass auch mit der Verfügbarkeit eines Impfstoffes noch ein langer und weiter Weg bis zur vollständigen wirtschaftlichen Normalisierung vor uns liegt." Getrübt wird die Stimmung am Aktienmarkt von den zunehmenden politischen Spannungen zwischen den USA und China.

08:47 Uhr

Britische Inflation steigt überraschend an

Die Inflation in Großbritannien zieht überraschend an. Die Jahresteuerung stieg im Juni auf 0,6 Prozent von 0,5 Prozent im Mai, wie das Nationale Statistikamt ONS mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang auf 0,4 Prozent gerechnet. Die Inflationsrate liegt trotz des leichten Anstiegs weiterhin deutlich unter dem Zielwert von zwei Prozent, den die Bank von England (BoE) sich als Idealwert für die Konjunktur gesetzt hat.

Die von der Corona-Krise hart getroffene Wirtschaft im Vereinigten Königreich kommt nur mühsam wieder auf die Beine: Das Bruttoinlandsprodukt legte im Mai um 1,8 Prozent zu. Im April war die Konjunktur angesichts der umfangreichen Corona-Eindämmungsmaßnahmen im Rekordtempo eingebrochen - und zwar um 20,3 Prozent. Großbritannien gilt als eines der weltweit am härtesten von der Pandemie getroffenen Länder.

08:03 Uhr

Chinas Zentralbank pumpt Milliarden in Kreditsystem

Die People's Bank of China (PBoC) hat dem chinesischen Bankensystem im Rahmen ihrer mittelfristigen Kreditfazilität (MLF) 400 Milliarden Yuan (rund 57,08 Milliarden US-Dollar) an Liquidität zugeführt und damit die Kreditvergabe an Banken verlängert.

Der MLF-Zinssatz wurde von der chinesischen Notenbank unverändert bei 2,95 Prozent belassen. Die Kreditfazilität hat eine Laufzeit von einem Jahr.

07:51 Uhr

Ölpreise legen etwas zu

Brent Rohöl
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Die Ölpreise sind heute leicht gestiegen. Marktbeobachter verwiesen auf einen Rückgang der Ölreserven in den USA, der für etwas Preisauftrieb gesorgt habe. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 43,05 US-Dollar. Das waren 15 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls um 15 Cent auf 40,44 Dollar.

Am späten Dienstagabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der amerikanischen Lagerbestände an Rohöl um 8,32 Millionen Barrel verzeichnet hat. Sinkende Ölreserven geben den Preisen in der Regel Auftrieb. Sollten die API-Daten am Nachmittag durch die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung bestätigt werden, wäre es der stärkste Rückgang der US-Ölreserven seit Dezember.

07:28 Uhr

Dax soll sich zur Wochenmitte erholen

Dax
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Gestützt auf Kursgewinne an der Wall Street dürfte sich der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte erholen. Der Leitindex Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge deutlich im Plus starten. Die Angst vor einem Rückschlag bei der Erholung der Weltwirtschaft hatte die Rally an Europas Börsen am Dienstag vorerst gestoppt. Anleger sorgten sich außerdem wegen der wachsenden politischen Spannungen zwischen den USA und China. Der Dax ging 0,8 Prozent tiefer bei 12.697 Punkten aus dem Handel.

Am Mittwoch machte sich an den asiatischen Börsen Optimismus breit. Hintergrund waren ermutigende Studienergebnisse eines Coronavirus-Impfstoffs der Firma Moderna. Neben britischen Verbraucherpreisen warten Anleger auf amerikanische Stimmungsindikatoren wie den Empire-State-Index. Hinweise auf die US-Geldpolitik erhoffen sich Investoren vom "Beige Book", dem am Abend erwarteten Konjunkturbericht der Notenbank (Fed). Im Blick haben Anleger auch die im Ausland anrollende Bilanzsaison. Unter anderem legen Goldman Sachs, Tomtom und Alcoa vor.

06:51 Uhr

Google kassiert saftige Geldstrafe in Belgien

Alphabet
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Die belgische Datenschutzbehörde hat eine Geldstrafe in Höhe von 600.000 Euro gegen den Suchmaschinen-Anbieter Google wegen Verstoßes gegen das Recht auf Vergessenwerden verhängt. Die Behörde APD sprach von einer "historischen" Entscheidung beim Schutz personenbezogener Daten. Eine Person des öffentlichen Lebens hatte sich an die Behörde gewandt, nachdem Google Belgien sich geweigert hatte, "veraltete Artikel, die ihrem Ruf schaden" aus der Ergebnisliste der Suchmaschine zu entfernen, wie APD mitteilte.

Dabei ging es den Angaben zufolge einerseits um eine "mögliche politische Etikettierung", die der Beschwerdeführer "ablehnte". Andererseits bezogen sich die strittigen Links auf einen Vorwurf der Belästigung, "der vor vielen Jahren" als unbegründet abgewiesen wurde. Die Behörde sah in letzterem Fall ein "schwerwiegendes Versäumnis" von Google, da die Beibehaltung der Links "ernsthafte Auswirkungen für den Beschwerdeführer haben könnte".

06:12 Uhr

Impfstoffhoffnung lässt Risikolust an Asiens Börsen steigen

Nikkei
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Optimismus hinsichtlich eines Coronavirus-Impfstoffs hat heute die asiatischen Anleger in Kauflaune versetzt. Der Risikoappetit wurde durch den Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 von Moderna angeregt, der in einer laufenden Studie im Frühstadium seine Sicherheit unter Beweis stellte und zeigte, dass bei allen Probanden die erwünschte Immunreaktion hervorrief. Und die Aktien stiegen trotz anhaltender schlechter Nachrichten aus den USA: Drei US-Bundesstaaten meldeten neue Rekordzahlen bei Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus. Auch die sich zuspitzenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China konnten die Börsianer nicht verschrecken.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,2 Prozent höher bei 22.853 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,2 Prozent und lag bei 1583 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,4 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 1 Prozent.