Marktberichte

China hilft Euro 15-Monatshoch geknackt

China will weiter zur Stabilisierung der Eurozone beitragen und deshalb noch einmal bei spanischen Anleihen zugreifen. Wieviel Geld Peking dabei in die Hand nehmen will, ist noch unklar. Aber allein die Ankündigung reicht, um den Euro zum Dollar weiter zu pushen.

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Chinas Premier Wen Jiabao beim Treffen mit seinem spanischen Amtskollegen José Luis Zapatero in Peking.

(Foto: REUTERS)

Die anhaltende Erwartung weiter steigender Leitzinsen in der Euro-Zone hat die Gemeinschaftswährung am Mittwoch auf ein neues 15-Monats-Hoch getrieben. Der Euro verteuerte sich auf bis zu 1,4521 Dollar. Am Nachmittag notierte der Euro, für den die EZB den Referenzkurs auf 1,4493 Dollar festgesetzt hatte, bei 1,4487 Dollar.

EZB-Ratsmitglied Luc Coene sagte, die Zinserhöhung der Vorwoche um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent sollte nicht als "isolierte Entscheidung" gesehen werden. Eine wachsende Lücke zwischen Inflation und Zinsniveau wäre problematisch, sagte Coene, der zu Monatsbeginn sein Amt als belgischer Notenbank-Chef antrat.

Im Verlauf werden die US-Einzelhandelsumsätze neue Einblicke in die amerikanische Verbraucherseele geben. "Wir gehen davon aus, dass die US-Verbraucher inflationsbedingt zwar insgesamt merklich höhere Konsumausgaben tätigten, der kräftige Preisauftrieb bei Kraftstoffen und Lebensmitteln aber zum Teil zu Ausgabenzurückhaltung bei anderen Gütern geführt hat", schrieben die Analysten der HSH Nordbank.

Asien zeigt den Trend auf

Im fernöstlichen Handel war die Gemeinschaftswährung bis auf 1.4520 Dollar geklettert. Händlern zufolge halfen vor allem Erklärungen aus China, etwa von Ministerpräsident Wen Jiabao, der erklärt hatte, sein Land wolle weiterhin spanische Staatsanleihen kaufen.

Der Dollar fiel zum Yen auf 83.72 Yen und entfernte sich damit weiter von seinem Sechsmonatshoch vom vergangenen Donnerstag.

Der Schweizer Franken notierte mit 0,8974 Franken je Dollar und 1,3008 Franken je Euro.   

Konkrete Zahlen soll Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao zwar nicht genannt haben. Informierten Kreisen zufolge China aber bereits zwölf Prozent der spanischen Staatsanleihen, die sich in ausländischer Hand befinden. Der Renditeaufschlag für zehnjährige spanische Staatsanleihen zur Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit war am Vortag auf 171 Basispunkte und damit den tiefsten Stand seit Anfang Februar gefallen.

Quelle: ntv.de, rts/dpa

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