Marktberichte

Korea und China stimulieren Asien-Börsen steigen

Im asiatischen Aktienhandel werden am Dienstag deutliche Kursgewinne verzeichnet. Die Börse in Tokio erreicht zum Handelsende den höchsten Stand seit sieben Monaten. Den Auslöser für den Auftrieb sehen Beobachter in China. Auch die Entspannung auf der koreanischen Halbinsel trägt zur guten Handelslaune bei.

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Unter der Oberfläche einer hochtechnisierten Industrienation beeinflussen tief verwurzelte Traditionen das Denken der Menschen.

(Foto: REUTERS)

Die Börsianer in Asien waren am Dienstag wieder guten Mutes, nachdem ein Seemanöver der südkoreanischen Marine nicht zu der befürchteten Eskalation des Konflikts mit dem kommunistischen Nordkorea geführt hatte. Daneben erholten sich die innerchinesischen Börsen deutlich von dem Rücksetzer am Montag. Rohstoffaktien und zyklische Werte aus verschiedenen Exportbranchen gehörten zu den größten Gewinnern.

In Japan zog der Aktienmarkt nach der Korrektur vom Montag wieder deutlich an. Der Nikkei 225 stieg um 1,5 Prozent auf 10.371 Punkte, und erreichte damit ein neues Sieben-Monats-Hoch. Der breitere Topix verbesserte sich um 0,9 Prozent auf 906 Zähler. Das Handelsvolumen ging allerdings angesichts der herannahenden Weihnachtsfeiertage weiter zurück; vor allem die Zuflüsse aus Übersee begannen sich sichtlich auszudünnen. Signifikant erholt zeigten sich die Exportwerte, nachdem der Euro gegenüber dem Yen wieder Tritt gefasst hatte. Hier zogen Sony um 2,7 Prozent und Nikon um 2,8 Prozent an. Die Aktie des Roboter-Produzenten Fanuc legte 2,2 Prozent zu; Asahi Glass verbesserten sich um 2,7 Prozent. Im Autosektor waren vor allem Werte aus der "zweiten Reihe" gefragt. Hier gewannen Mitsubishi Motor 2,5 Prozent und Isuzu Motors 1,6 Prozent hinzu; Hino Motors zogen um 4,4 Prozent an. Dagegen blieben Honda und Mazda mit Aufschlägen von 0,5 Prozent und 0,4 Prozent hinter dem Markt zurück. Im Bankensektor wurde ebenfalls mit angezogener Handbremse investiert. Dort kamen Mitsubishi UFJ nur noch um 0,2 Prozent und Mizuho Financial um 0,7 Prozent voran. Shinsei Bank sprangen allerdings um 8,9 Prozent nach oben, nachdem das Institut angekündigt hatte, sich von seinen Anteil am defizitären Konsumkreditanbieter Aplus zu trennen. Unter den übrigen Konsumkreditwerten verloren daraufhin Credit Saison 0,4 Prozent und Acom 1,3 Prozent.

In Südkorea stieg der Kospi um 0,8 Prozent auf 2037 Punkte, wobei zwischenzeitlich ein neues 38-Monats-Hoch erreicht wurde. Vor allem die heimischen Anleger kauften wieder beherzt zu. Nordkorea hatte sich nicht nur nicht durch die südkoreanischen Seemanöver provozieren lassen, sondern der Uno auch wieder Inspektionen seiner Nuklearanlagen angeboten. Im Blickpunkt der Anleger standen die Stahlwerte. Hier zogen angesichts weltweit zurückgehender Lagerbestände Hy undai Steel um 7,6 Prozent und Posco um 5,1 Prozent an. Die Aktie von Korea Express stieg um 3,6 Prozent, nachdem eine Zeitung berichtet hatte, dass Posco einen Einstieg bei dem Logistikkonzern erwäge. Die Aktie von SK Energy legte 5,6 Prozent zu, nachdem der Konzern erklärt hatte, dass seine Raffinerie in Ulsan, wo es am Montag zu einer Explosion gekommen war, wieder auf Hochtouren arbeite. Daneben blieb auch das Schicksal von Hy undai Engineering weiterhin ein beherrschendes Thema. Die Anteilseigner des Baukonzerns hatten sich zuvor mehrheitlich gegen eine Übernahme durch die finanzschwache Hy undai Group ausgesprochen. Hy undai Engineering stiegen daraufhin um 2,1 Prozent. Die Aktie von Hy undai Motor verlor im Gegenzug 1,7 Prozent. Nach dem Wegfall der Hy undai Group kommt der Autobauer nun seinerseits wieder als neuer Großaktionäre von Hy undai Engineering infrage.

Die Entspannungstendenzen in Korea und die Erholung an den innerchinesischen Börsen brachten auch den Aktienmarkt in Hongkong nach oben. Der Hang Seng Index verbesserte sich um 1,6 Prozent auf 22.994 Zähler. Zwischenzeitlich wurde auch die Marke von 23.000 Punkten wieder überw unden. Allerdings konnte sich der Index auf diesemluftigen Niveau dann doch nicht halten. Üppige Aufschläge gab es unter anderem im Kohlesektor, nachdem gemeldet wurde, dass sich in einigen Provinzen die Heizkohlevorräte der dortigen Kraftwerksbetreiber ernsthaft verknappt hätten. Yanzhou Coal Mining verteuerten sich daraufhin um 3,2 Prozent und China Coal Energy um 1,7 Prozent. Die Aktie von China Shenhua zog um 3,7 Prozent an, nachdem der Minenbetreiber angekündigt hatte, für 1,3 Milliarden Dollar Förderstätten aus dem Besitz des nicht börsennotierten Mutterkonzerns zu erwerben. Unter den übrigen Rohstoffwerten gewannen CNOOC angesichts gestiegener Rohölnotierungen 3,1 Prozent hinzu; PetroChina verbesserten sich um 1,9 Prozent. Daneben zeigten sich auch die Immobilienwerte teils deutlich erholt. Hier stiegen etwa Wharf um 3,5 Prozent; Sino Land legten 2,2 Prozent und China Resources Land 3,0 Prozent hinzu. Etwas verhaltener fiel die Erholung im Konsumsektor aus. Hier verteuerten sich Tsingtao Brewery lediglich um 0,7 Prozent und Belle International um 0,3 Prozent. Die Aktie von Li Ning rutschte um weitere 5,3 Prozent ab, nachdem der Sportartikel-Hersteller gestern einen überraschend schwachen Ausblick abgegeben hatte.

In China stieg der Shanghai Composite Index um 1,8 Prozent auf 2904 Punkte. Taiwans TAIEX verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 8828 Zähler. In Indien gewann der Sensex 0,9 Prozent auf 20.060 Stellen hinzu. Thailands SET legte 0,7 Prozent auf 1013 Punkte zu.

Quelle: ntv.de