Marktberichte

Banken wieder "in" Dax in Rally-Laune

Der Dax versöhnte die Anleger nach fünf Minustagen in Folge mit einer Bilderbuch-Rally. Auslöser für die Gegenbewegung waren dabei insbesondere die positiven Yahoo-Zahlen und feste US-Börsen. Kräftige Kursgewinne verbuchten vor allem die zuletzt arg gebeutelten Finanzwerte. Auch der Technologiesektor machte deutlich Boden gut. Der Dax schloss auf seinem Tageshoch bei 2.733 Punkten - ein Plus von 5,2 Prozent.

Allein sieben Dax-Werte legten prozentual zweistellig zu - möglicherweise ein Rekord für die Ewigkeit? Mehr als eine technische Reaktion auf die Verluste der vergangenen Tage seien die Gewinne aber wohl nicht, hieß es von Händlern. Die Anleger würden die günstigen Kurse bei den Banken und High-Techs zum Einsteigen nutzen - von den Unternehmen selbst, komme zur Zeit kaum Positives, hieß es weiter. Neben den vorwiegend schlechten Unternehmenszahlen würden immer mehr Analysten ihre Einschätzungen für die Konzerne zurücknehmen und das quer durch die Branchen.

Für einen Lichtblick sorgte allerdings Yahoo!. Vom Internetriesen kamen am Mittwoch nach Börsenschluss in den USA gute Nachrichten. Der US-Internet-Anbieter hat im dritten Quartal einen Gewinn von 5 Cent je Aktie erwirtschaftet und lag damit über den Analystenprognosen von 4 Cent. Für das Gesamtjahr erhöhte das Unternehmen seine Prognosen etwas.

Die deutschen High-Tech-Werte reagierten überwiegend positiv auf die Nachricht. Für Siemens ging es 8 Prozent auf 35 Euro nach oben, Infineon stieg 10,3 Prozent auf 5,89 Euro, Epcos verbuchte ein Plus von 10,4 Prozent auf 6,25 Euro. Auch SAP drehte im Tagesverlauf in die Pluszone und legte 6,4 Prozent auf 50,63 Euro zu.

Für die Allianz gab es erneut Schelte. Mit Moody’s und Standard & Poors haben gleich zwei Rating-Agenturen ihre Bonitätseinschätzung für den Allfinanzkonzern gesenkt. S&P begründete den Schritt am Mittwoch mit dem schwächeren Risikoprofil des Versicherungskonzerns. Der Ausblick für die Allianz sei zudem negativ. Für die Aktie ging es dennoch 10,2 Prozent auf 84,50 Euro nach oben.

Gute und schlechte Nachrichten gab es von der Commerzbank. Nach Angaben von Commerzbank-Chef Müller zehrt die jüngste Rating-Herabstufung die Margen auf. Der wichtigste Ertragsbringer der Bank, das Firmenkundengeschäft, arbeitet nach Angaben von Müller allerdings profitabel. Vor dem Hintergrund der aktuell katastrophalen Lage seien die Zahlen für das dritte Quartal "nicht schlecht", so Müller in einem Zeitungsinterview. Die Papiere waren der absolute Highflyer im Dax und verbuchten ein Plus von 16,7 Prozent auf 6,78 Euro.

Auch die anderen Banken erholten sich, für die Deutsche Bank ging es 8,4 Prozent auf 40,70 Euro nach oben und die HypoVereinsbank schloss mit 15,2 Prozent bei 13,73 Euro im Plus.

Die Deutsche Post will ihr Filialnetz ausdünnen und rund 1.000 der 13.000 Geschäftsstellen dichtmachen. Gesetzlich sei die Post nur verpflichtet 12.000 Filialen zu betreiben, so ein Postsprecher. Unrentable Stellen könne man daher nun auslaufen lassen. Wie viele Arbeitsplätze von den Schließungen betroffen sein werden, wurde nicht bekannt. Konkrete Beschlüsse seien auch noch nicht gefasst worden, schwächte das Unternehmen die eigene Aussage gleich wieder ab. Die Aktie legte 1 Prozent auf 8,21 Euro zu.

Die Deutsche Lufthansa hat im September 2002 mehr Passagiere befördert als im Vorjahresmonat. Die Passagierzahl sei um 3,6 Prozent auf 4,171 Millionen gestiegen, so das Unternehmen. Das Frachtaufkommen stieg um 3,8 Prozent auf 136.000 Tonnen. Im September 2001 hatten die Anschläge auf das World Trade Center zu einem Einbruch in der Flugbranche geführt. Die Passagierzahlen in den ersten neun Monaten des Jahres lagen daher nach Angaben des Konzerns auch mit 33,1 Millionen Fluggästen knapp 8 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Aktie gewann 1 Prozent auf 8,76 Euro.

Nach unten ging es nur für die Versorger, ohne dass es dafür neue fundamentale Nachrichten gab. Dieser Sektor hatte sich in jüngster Zeit allerdings deutlich besser als der Dax entwickeln können - das Erholungspotential sei daher begrenzt, so ein Händler. RWE verlor 1,1 Prozent auf 29,47 Euro, E.ON rutschte 2,5 Prozent auf 45 Euro abwärts.

Quelle: ntv.de

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