Marktberichte

Facebook überrascht Anleger Dow macht Boden gut

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An der Wall Street dominieren die grünen Vorzeichen.

(Foto: AP)

Die Wall Street legt dank guter Nachrichten aus der US-Industrie. Nach zuletzt vielfach schlechten Neuigkeiten werden die zudem umso begieriger aufgenommen. Thema war aber vor allem Facebook.

Die US-Börsen haben gestrieben von der Hoffnung auf eine kräftige Erholung der US-Wirtschaft fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 0,6 Prozent auf 16.133 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,6 Prozent zu auf 1839 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 4267 Punkte.

Die Industrie war im Februar so kräftig wie seit vier Jahren nicht mehr gewachsen, wie eine Umfrage unter Einkaufsmanagern signalisierte. Die Umfrage fand besondere Beachtung unter den Anlegern, weil eine ganze Reihe unerwartet schwacher Konjunkturdaten zuletzt für Verunsicherung gesorgt hatte. Viele Investoren gehen jedoch davon aus, dass diese Daten vom harschen Wintereinbruch verzerrt wurden und deshalb wenig aussagekräftig sind.

"Die Daten aus der Industrie sind extrem positiv, weil sie auf eine Menge schlechter Nachrichten folgen", sagte Nicholas Colas von ConvergEx Group. Der Einkaufsmanagerindex kletterte im Februar dem Forschungsinstitut Markit zufolge auf 56,7 Punkte von 53,7 Zählern im Januar. "Die Anleger sind weiterhin optimistisch was die US-Konjunktur und die weitere Entwicklung des Aktienmarkts angeht", versuchte Analyst Julius Ridgway von Medley & Brown LLC eine Erklärung.

Andere Daten ignorierten die Anleger dagegen weitgehend: So ging die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nicht so deutlich zurück wie erwartet und die Philadelphia Fed diagnostizierte ein Schrumpfen der Industrie an der Ostküste der USA. Auch andere Belastungsfaktoren wie etwa die Unruhen in der Ukraine ließen die Börsianer links liegen.

Facebook treten auf der Stelle 

In den Fokus rückte dagegen eine milliardenschwere Übernahme. Facebook kauft den mobilen Nachrichtendienst Whatsapp für 19 Milliarden Dollar. Doch einige Analysten kritisierten den Kaufpreis als überzogen. Das Facebook-Management habe, was Akquisitionen und Visionen angehe, zwar regelmäßig ein gutes Urteilsvermögen an den Tag gelegt. Bei Whatsapp scheine das Unternehmen allerdings noch über das hinausgegangen zu sein, was man als typische Überbezahlung für ein begehrtes Objekt bezeichnen würde, sagte Analyst Gene Munster von Piper Jaffray.

Mark Mahaney von RBC Capital befürwortete dagegen die Übernahme, die er unter strategischen Aspekten für sinnvoll erachtet. Schließlich erlebten vor allem die Kurznachrichtendienste ein rasantes Wachstum und seien bei jüngeren Menschen sehr beliebt. Auch die Anleger schlossen sich einer positiven Interpretation des Deals an, die Aktie konnte sich von anfänglichen Verlusten erholen und verbesserte sich um 2,3 Prozent.

Mit Enttäuschung wurden an der Börse Quartalszahlen und Ausblick von Wal-Mart aufgenommen. Die Aktie des weltgrößten Einzelhandelskonzerns fiel um 1,8 Prozent zurück. Unter anderem wegen des harten Winters in den USA war der Umsatz im vierten Quartal eingebrochen. Die Ziele des Konzerns für das erste Quartal liegen zudem unter den Erwartungen.

Den Markt positiv überrascht hat dagegen Tesla Motors. Der Hersteller von Elektrofahrzeugen hat im vierten Quartal mehr verdient als erwartet und gibt sich für das laufende Jahr optimistisch. Das verhalf der Aktie zu einem Plus von 8,4 Prozent.

Barclays hat der Apple-Aktie die Kaufempfehlung entzogen. Der Smartphone-Markt nähert sich nach Meinung der Analysten der Sättigung. Smart-Watches oder Fernseher allein genügen Barclays nicht, um die Schätzungen für das Unternehmen zu erhöhen. Diese Produkte hätten nicht genügend Gewicht, um der Aktie Auftrieb zu geben, wie es frühere Produktkategorien vermocht hätten. Für die Apple-Titel ging es um 1,2 Prozent nach unten.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ