Marktberichte

Schwache Finanzwerte Dow rutscht ins Minus

Die Händler an den US-Börsen hatten sich vor dem Wochenende zunächst über die Rettung der amerikanischen Autoindustrie gefreut, die von der Regierung 13,4 Mrd. Dollar erhält. Allerdings bremsten die Finanzwerte die Rally und auch die Freude verflog recht schnell.

Der Dow-Jones-Index verlor um 0,3 Prozent auf 8579 Punkte. Der marktbreite S&P-500-Index kletterte dagegen 0,3 Prozent auf 888 Punkte. Die Hightech-orientierte Nasdaq legte um 0,8 Prozent auf 1564 Punkte zu.

Der Dow hat die ereignisreiche Woche um 0,6 Prozent niedriger beendet, während der S&P-500 Index leicht stieg und die Nasdaq sogar um 1,5 Prozent zulegen konnte.

Mit dem Kredit aus dem Banken-Rettungspaket sollen die Autobauer ihre Unternehmen so umstrukturieren, dass sie Ende März des kommenden Jahres ihre Existenzfähigkeit beweisen können. Dabei ist ihnen selbst überlassen, wie genau dies geschieht, die Regierung kann einzig große Ausgaben stoppen. Es wird aber zunächst keine Aufsichtsperson geben, und auch die Führungsetagen der Konzerne muss nicht verändert werden.

Die Konditionen für den Kredit sind damit sehr vage gehalten, und außerdem wurde ausdrücklich betont, dass die neue Regierung hier direkt nach Amtsantritt Änderungen vornehmen kann. Sie kann im Februar außerdem weitere 4 Mrd. Dollar bewilligen. Die Aktie von General Motors schoss um 23 Prozent nach oben, und die von Ford legte um 4 Prozent zu. Die Anleger fragten sich, ob den Autoherstellern die Wende gelingen kann.

Finanzminister Henry Paulson hat unterdessen erklärt, er hätte lieber eine Lösung mit einer Beteiligung des Kongresses gesehen. Außerdem hat er sich entschieden, den Konress um den zweiten Teil des Geldes aus dem Rettungspaket für die Banken, weitere 350 Mrd. Dollar, zu bitten. Dies brachte wieder Unsicherheit in die Märkte, was die Kurse nach unten zog.

Der Energiesektor half den Märkten, denn die Rettung der Autobauer verhalf den Konzernen zu einem Plus. So legte Exxon Mobil um 23 Prozent zu, obwohl der Ölpreis auf 33,87 Dollar gefallen war. Zu Handelsschluss endete allerdings der Handel mit den Terminkontrakten für Januar, und die Kontrakte für Februar stehen bei 42 Dollar pro Fass. Damit dürfte der Handel am Montag bei einem deutlich höheren Preis starten.

Die Banken drückten dagegen auf die Indizes, denn eine ganze Reihe an Finanzinstituten wurden von der Ratingagentur Standard & Poor's abgestuft und dies mit dem derzeit schlechten Geschäftsklima begründet. Deshalb gab die Aktie von Citigroup um 5,5 Prozent nach und die von Bank of America sackte um 1,1 Prozent ab.

Der Technologiesektor konnte aufgrund einiger guter Quartalszahlen und Aussichten zulegen. Das Softwareunternehmen Oracle konnte den Gewinn im vergangenen Quartal um 8 Prozent steigern und die Aussichten fallen höher aus als von Experten erwartet. Die Aktie legte um 7 Prozent zu.

Beim Hersteller der Blackberry-Telefone, Research in Motion, stieg der Gewinn um 7 Prozent, womit Experten gerechnet hatten. Da die Nachfrage nach neuen Telefonen weiterhin stark ist, fallen die Aussichten ebenfalls besser aus als erwartet. Auch hier stiegen die Papiere um 11,4 Prozent.

Quelle: ntv.de