Marktberichte

Rubel stürzt ab Euro-Höhenflug hält an

Der Euro ist am Donnerstagmittag wieder etwas von seinem neuen Dreimonatshoch zurückgekommen. Die Gemeinschaftswährung stand bei 1,4625 US-Dollar, nachdem sie am Vormittag schon bis auf 1,4723 Dollar gestiegen war.

In dem dünnen vorweihnachtlichen Geschäft könnten bereits kleinere Geschäfte für erhebliche Ausschläge sorgen, hieß es am Devisenmarkt. Das gelte auch für Gewinnmitnahmen und damit für das Rückschlagpotenzial. Der Euro sei nach dem starken Anstieg um mehr als zehn Cent seit Wochenbeginn überkauft. Grundsätzlich überwiege aber weiter das Abwärtspotenzial beim Dollar.

In den USA sei in der Zwischenzeit eine historisch einmalige Situation entstanden mit einem Zinsniveau nahe Null. Das mache deutlich, vor welchen Schwierigkeiten das Land stehe. "Die Politik ist mit ihrem traditionellen Instrumentarium am Ende angelangt", so ein Händler. Es werde wohl noch eine Weile dauern, bis sich die Leute daran gewöhnten, dass der Dollar zur neuen Währung für Zinsdifferenzgeschäfte (Carry-Trade) geworden sei.

Unterdessen tendiert der Yen zum Dollar und zum Euro etwas leichter, auch weil sich der Markt laut Händlern auf Interventionen einstellt. "In einem dünnen Geschäft vor Weihnachten könnten die Notenbanken Erfolg haben", so ein Händler. Das Pfund Sterling tendiert weiterhin leichter mit neuen Rekordtiefs zum Euro, der Schweizer Franken legt dagegen weiter zu. Stark unterstützt sei der Euro bei 1,41 Dollar, dem gebrochenen Abwärtstrend, so technisch orientierte Marktteilnehmer. Auf Widerstand treffe die Gemeinschaftswährung aus technischer Sicht bei 1,48 Dollar.

Rubel ganz schwach

Die russische Währung rutschte am Donnerstag erstmals seit der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung auf ein Rekordtief von mehr als 40 Rubel je Euro ab. Im frühen Handel an der Moskauer Wertpapierbörse MICEX habe der Euro 40,0625 Rubel gekostet, etwa 1,1825 Rubel mehr als zum Vortagsschluss, teilte die Börse mit.

Am Vortag hatte die Zentralbank den amtlichen Wechselkurs um 88,52 Kopeken auf 38,7040 Rubel je Euro gesenkt. Vor Beginn der Weltfinanzkrise pendelte der Kurs um 35 Rubel je Euro.

Seit Februar 2005 fixiert die russische Zentralbank den Rubel gegenüber einem Währungskorb, in dem der Dollar mit 55 Prozent und der Euro mit 45 Prozent gewichtet ist. Seit Mitte Mai dieses Jahres erlauben die Währungshüter, dass sich die Währung in einem Band bewegt. Dieses wurde seit dem 11. November bereits sieben Mal jeweils um etwa ein Prozent erweitert, zuletzt am vergangenen Mittwoch.

Quelle: ntv.de

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