Marktberichte

Neuer Krisenmechanismus Euro profitiert

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(Foto: REUTERS)

Der Euro profitiert am Montagmittag von dem auf den Weg gebrachten Krisenmechanismus der Eurozone und legt gegenüber dem Dollar auf 1,3959 US-Dollar zu. Am Devisenmarkt wurde im Vorfeld nicht damit gerechnet, dass sich die Staats- und Regierungschefs aus dem Euroraum schon so schnell auf einen gemeinsamen Pakt zur Stärkung des Euro einigen würden. Auf dem Sondergipfel in Brüssel wurden bereits am Samstagmorgen die Handlungsmöglichkeiten des Euro-Rettungsfonds für in Zahlungsschwierigkeiten geratene Staaten erweitert.

So kann Griechenland mit Erleichterungen bei der Rückzahlung seiner Schulden rechnen, während Irland der erhoffte Zinsnachlass vorerst verwehrt bleibt. Zugleich wurden die zusätzlichen Maßnahmen Portugals zur Reduzierung der Schuldenlast begrüßt. Der Europäischen Finanzstabilisierungsfonds (EFSF) oder sein Nachfolger ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) werden zwar keine Anleihen am Sekundärmarkt kaufen können. Erlaubt sind dagegen Direktkäufe bei Staaten, also am so genannten Primärmarkt. Die Zinsdifferenzen der Staatsanleihen von Griechenland und Portugal engten sich gegenüber den Bundesanleihen daraufhin zum Wochenstart ein.

Yen wieder schwächer

Das zweite Thema, das nicht nur den Devisenmarkt in Atem hält, ist die Entwicklung in Japan. Die Erdbeben- und Flutkatastrophe wird nach Ansicht der Analysten von JP Morgan zu einem Geldmittelfluss in Richtung Japan im Zuge des Wiederaufbaus führen. Dies werde letztlich den Yen stützen. Japan stelle die weltgrößte Gläubigernation und verbuche den weltweit zweitgrößten Leistungsbilanzüberschuss. Parallel gebe es nur begrenzte ausländische Investitionen, die in der Regel sehr volatil zu- und abflössen. Ein Ansteigen der Staatsausgaben sei vor dem Hintergrund der Ausmaße der Katastrophe unausweichlich, so die Experten. Dieser Umstand werde aber nicht zu Yen-Verkäufen führen, vielmehr dürfte die japanische Landeswährung schrittweise aufwerten.

Der Dollar holte am Montag zum Yen wieder auf und erreichte am Nachmittag mit 81,82 Yen das Vortagesniveau. Am Morgen war die US-Währung im Sog von Kapitalrückflüssen nach Japan bis auf 80,68 Yen gefallen. Zum Euro notierte der Yen mit 114,40 Yen nach 114,22 Yen am Freitag kaum verändert.

Die Auswirkungen der japanischen Erdbeben- und Flutkatastrophe sind nach Ansicht eines Devisenstrategen der Royal Bank of Scotland (RBS) eher regionaler Natur. Eine globale Risikoaversion an den Finanzmärkten sei kaum zu erwarten, sagt Greg Gibbs von RBS. Japan sei kein bedeutender Lieferant der Rohstoffmärkte und die dort gefertigten Güter könnten durch solche aus anderen Staaten ersetzt werden. Eine steigende Nachfrage nach Energie und Rohstoffen hätte zudem eine stimulierende Wirkung für die Konjunktur anderer Staaten. Daher sei nicht notwendigerweise mit einer Störung des globalen Wachstums zu rechnen.

Quelle: ntv.de, DJ