Marktberichte

Furcht vor Versorgungsengpass Mais so teuer wie nie

Der Maispreis eilt von Rekord zu Rekord. Die Lagerbestände des wichtigen Agrarrohstoffs in den USA liegen auf dem tiefsten Stand seit 15 Jahren, eine Entspannung ist nicht in Sicht.

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(Foto: REUTERS)

Anhaltende Spekulationen auf Versorgungsengpässe haben den US-Kontrakt für das Lebens- und Futtermittel Mais am Donnerstag auf bis zu 7,7325 Dollar je Scheffel steigen lassen. Auch ein Preisanstieg auf acht Dollar sei in den kommenden Tagen nicht auszuschließen, schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. Am Dienstag war der Mais-Kontrakt auf 7,7075 Dollar geklettert und hatte damit den bisherigen Rekord vom Juni 2008 eingestellt. Im Schlepptau verteuerten sich auch Weizen und Sojabohnen.

Grund für die Preisrally beim Mais seien aber nicht Angebotsausfälle, sondern vielmehr die robuste Nachfrage, erläuterten die Commerzbank-Experten. Bei der für Freitag erwarteten neuen Angebots- und Nachfrageschätzung des US-Landwirtschaftsministeriums könnte es erneut zu einer Abwärtsrevision der Lagerbestandsprognosen kommen. Aktuell liegen die US-Maisvorräte auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren.

Kupfer
Kupfer 144,98

Deutlich aufwärts ging es auch bei den Preisen für Industriemetalle. Kupfer kostete mit bis zu 9753 Dollar je Tonne so viel wie seit zwei Wochen nicht mehr. Händler führten den Anstieg auf eine Kupfer-Konferenz in Santiago zurück, wo sich Minen-Konzerne zuversichtlich über die Nachfrage-Aussichten geäußert hätten. Analysten wiesen zudem darauf hin, dass Investoren den jüngsten Rücksetzer beim Kupferpreis derzeit zum Wiedereinstieg nutzen dürften. Seit seinem Rekordhoch von 10.190 Dollar Mitte Februar hat der Kupferpreis knapp fünf Prozent nachgegeben.

Zweifel an Nachfrage drückt Ölpreis

Leicht nachgegeben haben dagegen die Ölpreise in Erwartung einer schwächeren Nachfrage der größten Ölverbraucher USA und China. Ein Fass des Nordseeöls Brent kostete mit 121,59 Dollar bis zu 0,6 Prozent weniger. Am Mittwoch war der Preis noch auf ein Zweieinhalb-Jahreshoch von über 123 Dollar gestiegen. US-Leichtöl WTI verbilligte sich in der Spitze pro Barrel ebenfalls um 0,6 Prozent auf 108,23 Euro. Der jüngste Höhenflug beim Öl dürfte langfristig die Nachfrage dämpfen, sagte Tetsu Emori, Fondmanager bei Astmax Investments. Auch die Internationale Energieagentur IEA hatte am Mittwoch davor gewarnt, dass die derzeit hohen Ölpreise das globale Wachstum ausbremsen könnten. Seit den politischen Umwälzungen im ölreichen arabischen Raum haben die Ölpreise zu einem Höhenflug angesetzt.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.471,25

Kaum Bewegung gab es am Goldmarkt: Gold lag mit 1457 Dollar je Feinunze in Reichweite seines am Mittwoch erreichten Rekordhochs von 1461,91 Dollar. Silber notierte mit 39,53 Dollar 0,3 Prozent fester, nachdem es am Vortag auf ein 31-Jahres-Hoch von 39,75 Dollar gestiegen war. Gestützt werden die als sichere Anlagehäfen gefragten Edelmetalle laut Händlern von den anhaltenden Unruhen in Nordafrika, der Euro-Schuldenkrise und der Furcht vor einer ausufernden Inflation.

Quelle: n-tv.de, rts

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