Marktberichte

Rohstoffmarkt in China-Hand Gewinnmitnahmen drücken Goldpreis

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Goldpreis bleibt über 1300er Marke.

(Foto: Reuters)

Ukraine-Krise? China sorgt für Abgabedruck bei den Rohstoffen. Einen Tag vor Bekanntgabe der BIP-Zahlen schauen sich die Investoren Daten zur Kreditvergabe sehr genau an.

Die Preise für Gold und Öl haben am Dienstag nachgegeben, nachdem sie an den vergangenen Tagen kräftig aufwärts gelaufen sind. Vor allem der Goldpreis gerät unter massiven Druck und fällt um 2,5 Prozent auf 1292 Dollar je Feinunze. Händler machten vor allem Gewinnmitnahmen verantwortlich. Denn an den fundamentalen Faktoren - wie den Spannungen in der Ukraine - habe sich wenig geändert.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 84,95

Gold war seit Monatsbeginn als sicherer Anlagehafen angesichts des Säbelrasselns in der Ukraine gesucht gewesen. Händler in London erläuterten, charttechnische Verkaufssignale - wie das Unterschreiten der Marke von 1317 Dollar - hätten den Preisrückgang beschleunigt.

Der weltgrößte ETF-Goldfonds, SPDR, verzeichnete unterdessen per Montagabend seinen ersten Zufluss - 1,8 Tonnen - seit dem 24. März.

Auch die Preise für die übrigen Edelmetalle kamen ins Rutschen. Silber kostete mit 19,24 Dollar je Feinunze 3,4 Prozent weniger, Platin verbilligte sich um bis zu 2,5 Prozent auf 1422,80 Dollar. Palladium beendete seinen Höhenflug und gab über drei Prozent auf 781,70 Dollar nach. Spekulationen auf US-Sanktionen gegen Russland - dem größten Produzenten von Palladium - und andauernde Arbeitskämpfe in Südafrikas Minen hatten den Preis zuletzt auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch gehievt.

Ölpreise fallen

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 108,54 Dollar. Das waren 53 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI sank auf 103,14 Dollar nach 104,05 Dollar am Montag.

Anleger blickten nach China, wo der Konjunkturmotor deutlich einen Gang zurückschaltet. Einen Tag vor der Veröffentlichung der Daten zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal zeigen Zahlen der Regierung auf, dass die Kreditvergabe im März deutlich eingeschränkt worden ist.

China ist einer der größten Energieverbraucher der Welt. Lässt die Wirtschaftskraft hier nach, ist das weltweit spürbar. Zusätzliche Belastung am Ölmarkt bringt die Erwartung steigender Ölreserven in den USA.

Nickel-Höhenflug zu Ende

Das für die Stahlherstellung benötigte Nickel verbilligte sich in der Spitze um 3,7 Prozent auf 17.130 Dollar je Tonne. Zuletzt war der Preis stark gestiegen, da ein in diesem Jahr verhängtes Exportverbot Indonesiens für unbehandeltes Erze - einem Vorprodukt für die Nickelherstellung - Spekulationen auf Versorgungsengpässe ausgelöst hatte. "Nach dem starken Anstieg der letzten Tage ist es nicht überraschend, dass der Preis fällt", sagte ein Börsianer nun.

Auch der Kupferpreis kam stark unter Druck und verlor bis zu 2,3 Prozent auf 6513 Dollar je Tonne. Viele Anleger fürchten, dass im Falle einer konjunkturellen Flaute in China - dem größten Kupfer-Verbraucher weltweit - das vor allem im Bau benötigte Metall weniger nachgefragt werden könnte.

Zudem wird Kupfer in China bei Kreditgeschäften häufig als Sicherheit hinterlegt. Sollten Firmen pleitegehen und die Finanzierung platzen, könnten Banken das Kupfer verkaufen, um so doch noch an ihr Geld zu kommen, fürchten viele Börsianer. Dies hatte den Kupferpreis zuletzt schon stark belastet. Mit Spannung warteten die Anleger daher auf die Daten zum Bruttoinlandsprodukt in China, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Anstieg von 7,3 (Vorquartal 7,7) Prozent, was die langsamste Wachstumsrate seit fünf Jahren wäre.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/DJ

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