Marktberichte

Techwerte, Dollar, China Minus an der Wall Street

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Da muss man schon zweimal hinsehen: Die Wall Street wird von einer Flut von Zahlen umspült.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die US-Börsen verzeichnen am Mittwoch deutliche Abschläge. Grund sind Kursabschläge bei den Technologiewerten. Zudem will China aus Furcht vor einer Überhitzung der Wirtschaft bei der Kreditvergabe auf die Bremse treten.

Gedrückt von Kursabschlägen bei Technologiewerten haben die US-Börsen am Mittwoch schwächer geschlossen. Händler verwiesen auf einen ihrer Ansicht nach enttäuschenden Ausblick des weltgrößten IT-Dienstleisters IBM. Zudem mache den Börsen der Anstieg des Dollar zu schaffen, sagten Investoren. Für schlechte Stimmung sorgte darüber hinaus am Markt die Nachricht, dass China aus Furcht vor einer Überhitzung der Wirtschaft bei der Kreditvergabe auf die Bremse tritt.

Die Zahlen der großen US-Banken boten ein gemischtes Bild. Während der US-Branchenprimus Bank of America im vierten Quartal tiefer in die Verlustzone rutschte, verbuchten Morgan Stanley und Wells Fargo einen Gewinn. Analysten taten sich mit einer Bewertung der Ergebnisse wegen der teils komplexen Bilanzen schwer.

Der Dow Jones sank um 1,1 Prozent auf 10.603 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 10.517 und 10.719 Zählern. Der S&P-500 verlor ebenfalls 1,1 Prozent auf 1138 Zähler. Die Technologie-Index Nasdaq notierte zuletzt 1,3 Prozent schwächer bei 2291 Punkten.

Der US-Branchenführer Bank of America rutschte wegen hoher Kreditkosten und der Rückzahlung von Staatshilfen tiefer in die roten Zahlen. Zudem bescherten geringere Zinseinnahmen der Bank erneut Milliardenverluste. Die Aktie legte dennoch gut ein Prozent zu. Morgan Stanley verbuchte dank des Investmentbankings einen Gewinn nach einem Milliardenverlust im Vorjahreszeitraum. Die Morgan-Stanley-Aktie fiel jedoch um 1,7 Prozent. Der Konkurrent Wells Fargo erzielte einen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar im vierten Quartal. Analysten hatten mit einem Verlust gerechnet. Die Aktie büßte dennoch 1,6 Prozent ein.

Skeptische Aussagen von Großaktionär Warren Buffett zur geplanten Cadbury-Übernahme belasteten die Aktie von Kraft. Die Papiere des US-Lebensmittelkonzerns gaben 2,1 Prozent nach. Buffett ist über seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway an Kraft beteiligt.

Der Ausblick des IT-Konzerns IBM wurde von den Börsianern negativ aufgenommen und zog die gesamte Technologiebörse Nasdaq nach unten. Nach einem starken Schlussquartal erhöhte IBM zwar seine Gewinnprognose für das laufende Jahr. Brokerhäuser bezeichneten den Ausblick jedoch als konservativ und erwarteten eine Verlangsamung des Gewinnwachstums. Die IBM-Aktie verbilligte sich um 2,9 Prozent.

Schlechte Nachrichten kamen von der Konjunkturfront. Im Krisenjahr 2009 fiel die Zahl der Wohnungsbauten in den USA auf ein Rekordtief. Sie sank um 38,8 Prozent auf rund 553.800. Gleichzeitig ging die Zahl der Baugenehmigungen um 36,9 Prozent auf 571.000 zurück. Grund für die Misere ist vor allem die steigende Arbeitslosigkeit. Seit Ausbruch der Rezession Ende 2007 haben mehr als sieben Millionen Amerikaner ihren Job verloren.

Quelle: ntv.de, rts