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Säbelrasseln im Iran-Streit Ölpreis klettert hoch

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die anhaltende Sorge, dass der Atomstreit mit dem Iran eskalieren könnte, treibt den Ölpreis hoch. Bei den Industriemetallen sorgt die Euro-Erholung für steigende Notierungen.

Der Atomstreit des Westens mit dem Iran hat die Ölpreise hochgetrieben. Nordseeöl der Sorte Brent und US-Leichtöl der Sorte WTI kletterten um je knapp ein Prozent auf 118,16 beziehungsweise 101,65 Dollar je Fass (159 Liter). "Ich halte es nicht für realistisch zu erwarten, dass die Risiken im Iran verschwinden werden", erklärte Jeremy Friesen, Rohstoffstratege bei Societe Generale. Der Iran ist der zweitgrößte Ölförderer im Nahen Osten. Die EU hat einen Einfuhrstopp für iranisches Öl ab 1. Juli verhängt.

Neben der Unsicherheit über die Entwicklung im Iran treibe der Streit ehemaliger Bürgerkriegsgegner im Sudan den Ölpreis, hieß es. Der Sudan hatte am Vortag 2,4 Mio. Barrel südsudanesischen Öls konfisziert. Das meiste Rohöl aus dem Sudan und dem Südsudan wird nach China exportiert.           

Angesicht der leichten Erholung des Eurokurses zogen derweil die Preise für die Industriemetalle leicht an. Kupfer verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 8463 Dollar je Tonne, Nickel um 0,8 Prozent auf 20.326 Dollar. Der niedrigere Dollar macht Rohstoffe, die in Dollar gehandelt werden, für Anleger aus der Euro-Zone attraktiver. Zudem gingen die an der Londoner Metallbörse gemeldeten Bestände leicht zurück.         

Der Verkauf von ETF-Anteilen durch Gold-Daueroptimist John Paulson ließ die Goldanleger kalt. Die Entscheidung hänge vermutlich mit den Auszahlungswünschen von Anlegern und weniger mit einer Meinungsänderung Paulsons zusammen, erklärten Börsianer. Zudem seien andere Investoren mit frischem Kapital bei SPDR Gold Shares - dem weltweit größten börsennotierten Indexfonds (ETF) - wieder eingestiegen. Paulson hatte nach Daten der US-Finanzaufsichtsbehörde SEC im vierten Quartal SPDR-Anteile im Wert von rund 600 Mio. Dollar verkauft. Der Goldpreis notierte mit 1726 Dollar 0,5 Prozent höher.

Händler erklärten, Gold bleibe wegen der Unsicherheit über die Entwicklung in Griechenland sowie latenter Inflationsängste angesichts der ultra-lockeren Geldpolitik weltweit für viele vorsichtige Anleger attraktiv.

Quelle: n-tv.de, sla/rts