Marktberichte

Brent rutscht unter 113 Dollar Ölpreise schwanken

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Schwimmender Gigant: Die "Doo Sung" stammt aus den Werften von Daewoo Shipbuilding und ist bislang noch Südkoreas einzige mobile Bohrplattform.

(Foto: dpa)

Rohstoffanleger haben es mit einem schwankungsanfälligen Markt zu tun. Die Kämpfe im Irak schüren vorerst keine Ängste mehr, dass es zu Einschränkungen bei der Ölversorgung kommen. Die Lage im Süden des Landes ist bislang stabil.

Die nachlassende Furcht vor einer Störung der irakischen Exporte sorgte am Freitag zwischenzeitlich für nachlassende Rohölpreise. Die Abschläge wurden am Nachmittag aber wieder wett gemacht. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee zog um 0,4 Prozent an auf 113,61 Dollar je Barrel. Zwischenzeitlich war der Preis wieder unter 113 Dollar gerutscht. Das US-Öl WTI notierte 0,3 Prozent höher bei 105,98 Euro. Auch der Preis für das amerikanische Leichtöl war am Vormittag zurückgekommen.

Insgesamt deutet im Irak immer noch wenig darauf hin, dass die Ölproduktion durch die anhaltenden Kämpfe zwischen Armee und Isis-Miliz nennenswert beeinträchtigt werden könnte. So lange der Vormarsch der islamistischen Miliz Isis nördlich von Bagdad gestoppt werden könne, müsse nicht mit erneuten kräftigen Preisaufschlägen gerechnet werden, sagte Marktanalyst Ric Spooner vom Brokerhaus CMC Markets. Die wichtigen Förder- und Verladeanlagen für irakisches Rohöl liegen im Süden des Landes. Genau dieser Teil des Landes rund um Basra bleibt weiterhin von den Gefechten verschont.

Bereits am Vortag hatte der Preis für US-Leichtöl leicht nachgegeben. Der Markt klammere mehr und mehr die Furcht vor Lieferengpässen im Irak aus, hieß es im Rohstoffhandel. "Im Süden, wo das meiste Öl gefördert wird, gibt es keine Probleme", bestätigte ein Analyst mit Blick auf die Lage im Irak. Die flauen Konjunkturdaten und die hohen Lagerbestände taten ihr Übriges.

Zinsspekulationen halten an

Schwankungsanfällig war auch der Markt für Edelmetalle. Dort hallten die Worte führender US-Notenbanker zur konjunkturellen Lage der USA nach. Die Einlassungen von Fed-Mitgliedern wie James Bullard aus St. Louis brachten die erwartbaren Folgen einer Zinswende im Dollarraum wieder in Erinnerung. Bullard selbst geht davon aus, dass der Leitzins in den USA bereits Ende des ersten Quartals 2015 angehoben werden wird.

Die Spekulation auf eine baldige Zinswende belastete zunächst den Goldpreis, doch machte das Edelmetall die Verluste wieder wett. Der Preis zog um 1,10 Dollar auf 1317 Dollar je Feinunze an. Seit Tagen bewegt sich Gold volatil seitwärts zwischen 1305 und 1325 Dollar.

Kupferpreis klettert

In der Hoffnung auf eine anziehende Konjunktur in China stieg der Preis für Kupfer weiter. Eine Tonne des Industriemetalls kostete mit 6983,75 Dollar zeitweise so viel wie zuletzt Anfang März. "Die Aussichten für die Industrieproduktion und die chinesische Wirtschaft sind nicht so schlecht wie befürchtet", betonte Analyst Kashaan Kamal von Sucden Financial. "Peking hat seine Bemühungen verstärkt, die Abschwächung des Wachstums zu bekämpfen."

Verstärkt wurde der Preisauftrieb vom indonesischen Exportstopp für Kupfererz. Grund sind anhaltende Verhandlungen der Regierung mit den Minengesellschaften Freeport-McMoRan und Newmont über die Ausfuhrsteuern. Durch den Ausfall Indonesiens als Lieferant werde die weltweite Kupfer-Nachfrage das Angebot im laufenden Jahr voraussichtlich leicht übertreffen, sagte Analyst Lachlan Shaw von der Commonwealth Bank.

Der Isis-Vormarsch im IrakStepMap
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Quelle: n-tv.de, ddi/mmo/rts/dpa

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