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EZB macht zuversichtlich US-Börsen erneut fester

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(Foto: REUTERS)

Die Aussicht auf Hilfen für den unter Druck geratenen Finanzsektor stimmen US-Börsianer optimistisch. Die angekündigten Milliardenhilfen der Europäischen Zentralbank für Geldhäuser schüren Hoffnungen auf eine Stabilisierung der angeschlagenen Branche.

Die Hoffnung auf eine Eindämmung der Schuldenkrise in Europa hat die US-Börsen am Donnerstag den dritten Handelstag in Folge im Plus schließen lassen. Vor allem die Ankündigung von Hilfsmaßnahmen für den Bankensektor durch die Europäische Zentralbank (EZB) habe weltweit die Kurse gestützt, sagten Händler.

Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 1,68 Prozent höher bei 11.123,33 Punkten und damit in greifbarer Nähe zu seinem Tageshoch. Seit dem Tief am Dienstag hat er schon wieder fast 7 Prozent an Wert gewonnen. Der S&P 500 legte 1,83 Prozent auf 1164,97 Punkte zu. An der Technologiebörse Nasdaq kletterte der Composite Index um 1,88 Prozent auf 2506,82 Punkte, und der Auswahlindex Nasdaq 100 rückte um 1,61 Prozent auf 2217,99 Punkte vor.

Die EZB hatte ihren Leitzins am Montag zwar gegen den Druck einiger Marktakteure unverändert belassen, zur Refinanzierung aber den Kauf von "gedeckten Anleihen" angekündigt. Zudem versorgt sie die Banken mit "Jahrestendern" und damit über einen außergewöhnlich langen Zeitraum mit Liquidität. Experten sprachen daraufhin von "zielgerichteten und effektiven" Maßnahmen. Ein Börsianer betonte, es gebe in der EU glaubwürdige Anzeichen dafür, dass ein weiterer Fall nach dem Muster von Lehman Brothers verhindert werden kann. Dies deute darauf hin, dass die Aktienmärkte ihren Boden bereits gefunden haben könnten.

Wie zuvor schon ihre europäischen Branchenkollegen knüpften Aktien aus dem Bankensektor an der Wall Street an die fortschreitende Erholung an. Papiere der Bank of America schnellten an der Spitze des Dow Jones um 8,84 Prozent auf 6,28 US-Dollar hoch. Außerhalb des Leitindex rückten die Aktien von Morgan Stanley und der Citigroup um 4,83 und 5,22 Prozent vor. Sie profitierten zusätzlich von Aussagen von US-Finanzminister Geithner, der den US-Instituten eine zunehmende Stärke attestierte. Eine drohende Pleite wie von Lehman Brothers vor drei Jahren sei deshalb auszuschließen.

Zweitbester Wert im Dow Jones waren die 5,44 Prozent festeren Aktien von Alcoa, was Händler auf anziehende Rohstoffpreise sowie eine Gegenreaktion auf die jüngsten Kursverluste bei den Aktien zurückführten. Der Aluminiumkonzern wird am kommenden Dienstag traditionell die nächste Berichtssaison in den USA einleiten.

Nach dem Tod von Mitgründer Steve Jobs standen zudem die Apple-Aktien im Fokus. Sie legten zwar zeitweise um bis zu 1,7 Prozent zu, gingen am Ende aber dennoch 0,32 Prozent tiefer bei 377,37 Dollar aus dem Handel. Eine Analystin verwies auf Ängste der Marktteilnehmer, dass sich das Innovationstempo verlangsamen könnte. Allerdings wollen viele Experten die Auswirkungen nicht überbewerten: Jobs habe eine Infrastruktur geschaffen, auf die das Apple-Management eine lange Zeit aufbauen könne, hieß es.

Yahoo-Titel gaben dagegen um 1,82 Prozent auf 15,65 US-Dollar nach. Kreisen zufolge steht Microsoft nicht kurz davor, ein Gebot für den Internetkonzern abzugeben. Am Mittwoch hatten die Yahoo-Aktien nach entsprechenden Gerüchten deutlich zugelegt. Die Papiere des Einzelhändlers Target profitierten dagegen mit einem Aufschlag von 4,32 Prozent auf 51,91 Dollar von über den Erwartungen liegenden Umsatzzahlen.

Der Euro profitierte wie der Aktienmarkt von den Maßnahmen der EZB und kletterte über die Marke von 1,34 Dollar. Zuletzt wurden in New York 1,3435 US-Dollar für die Gemeinschaftswährung gezahlt. Richtungweisende zehnjährige Anleihen dagegen fielen um 29/32 Punkte auf 101 5/32 Punkte. Sie rentierten mit 1,992 Prozent.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/dpa

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