Marktberichte

Tech-Werte bleiben unter Druck US-Börsen suchen weiter nach der Richtung

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Nach dem sehr schwachen Vortag haben Dow Jones Industrial und der breit gefasste S&P 500 am Mittwoch keine klare Richtung eingeschlagen.

(Foto: REUTERS)

Einen Tag nach dem Ausverkauf treten die US-Börsen auf der Stelle. Vor allem Kursverluste bei Technologiewerten drücken auf die Stimmung. Im Vergleich zu anderen Branchenvertretern kommt Facebook allerdings noch recht gut weg.

Nach einem recht volatilen Handel hat die Wall Street zur Wochenmitte mit leichten Verlusten geschlossen. Anfänglich sah es nach einer erneuten Abwärtswelle aus, doch die Indizes konnten sich im Verlauf von den Tagestiefs erholen und notierten zwischenzeitlich sogar leicht im Plus. Allerdings hinkten die Technologie-Werte erneut dem Gesamtmarkt hinterher. Die Furcht vor Regulierungen belastete den Sektor weiter, hieß es hier zur Begründung.

Der Dow-Jones-Index verlor prozentual wenig bewegt 9 Punkte auf 23.848 Punkte. Der S&P-500 reduzierte sich um 0,3 Prozent auf 2.605 Punkte. Der Nasdaq-Composite verlor 0,9 Prozent auf 6.949 Punkte. Dabei wurden 927 (Dienstag: 933) Millionen Aktien umgesetzt. Auf 1536 (957) Kursgewinner kamen an der Nyse 1427 (2030) -verlierer. Unverändert gingen 113 (92) Titel aus dem Handel.

Lesen Sie hier, wie der "Börsen-Tag" am deutschen Aktienmarkt verlief.

Technologie-Sektor verliert weiter

Im Zentrum des "Technologie-Bebens" stand weiter die Facebook-Aktie, die sich nach den zuletzt starken Abgaben mit einem leichten Plus von 0,5 Prozent zeigte. Das Soziale Netzwerk teilte mit, Datenschutzeinstellungen neu gestalten zu wollen. Damit will das Unternehmen möglichen Schritten zur Regulierung offenbar zuvorkommen, denn CEO Mark Zuckerberg muss sich am 10. April vor einem US-Kongressausschuss wegen des Datenskandals erklären.

Unter den Technologiewerten gehörten diesmal Amazon und Netflix zu den größten Verlierern. Die Aktien büßten 4,4 bzw. 5,0 Prozent ein. Hauptauslöser für das Amazon-Minus waren Spekulationen, wonach das Weiße Haus gegen die wachsende Dominanz des E-Commerce-Konzerns vorgehen könnte.

Amazon
Amazon 1.864,72

Daneben verlor die Apple-Aktie 1,1 Prozent. Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre iPhone-Absatzprognosen für das erste und das zweite Quartal gesenkt. Daneben drohen dem Unternehmen Klagen von iPhone-Besitzern, nachdem Apple offengelegt hat, dass es alte iPhones verlangsamt hat, um die Akku-Laufzeit zu erhalten.

Zudem gab es neue Hiobsbotschaften aus der Technologie-Branche. Nach einem folgenschweren Unfall mit einem Tesla in Kalifornien ermitteln nun die Behörden gegen den Elektroauto-Hersteller. Zudem hat die Ratingagentur Moody's ihre Bonitätseinstufung gesenkt und vor Liquiditätsengpässen gewarnt. Die Tesla-Aktie brach um 7,7 Prozent ein.

Starke US-Konjunktur beflügelt Dollar

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Sehr gute US-BIP-Daten riefen den Anlegern derweil in Erinnerung, dass die US-Wirtschaft weiter stark läuft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg nach den Daten der dritten Lesung auf das Jahr hochgerechnet im vierten Quartal 2017 um 2,9 Prozent zum Vorquartal, nachdem bei der zweiten Veröffentlichung noch ein Plus von 2,5 Prozent vermeldet worden war. Ökonomen hatten mit einer Aufwärtsrevision auf 2,7 Prozent gerechnet.

Im Anschluss an die Daten legte der Dollar, befeuert von erneuten Zinserhöhungsspekulationen, kräftig zu. Der Euro fiel auf 1,2302 Dollar nach Wechselkursen um 1,24 Dollar am Vorabend. Aber vor allem gegenüber dem japanischen Yen machte der Greenback Boden gut. Der Dollar lag bei 106,97 Yen, nach rund 105,50 Yen im asiatischen Handel.

Der Goldpreis blieb mit dem anziehenden Greenback und den positiven US-Daten unter Druck und fiel zum US-Settlement auf den tiefsten Stand seit einer Woche. Die Feinunze verlor weitere 1,3 Prozent auf 1.324 Dollar.

Die Ölpreise gaben bereits den dritten Handelstag in Folge nach. Auslöser waren die offiziellen US-Lagerdaten. Diese haben sich nach dem zuletzt gesehenen Rückgang wieder erhöht. Sie stiegen nach Angaben der Energy Information Administration um 1,643 Millionen Barrel, während Analysten einen Anstieg um 1,4 Millionen Barrel prognostiziert hatten. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI gab zum US-Settlement um 1,3 Prozent auf 64,38 Dollar nach, für Brent ging es um 0,8 Prozent auf 69,53 Dollar nach unten.

Quelle: ntv.de, cri/DJ