Marktberichte

Zieht China die Geldbremse? Verluste an der Wall Street

Die US-Börsen gehen mit einem Minus ins Wochenende. Anleger befürchten, dass China die Zinsen erhöhen könnte, um das Wirtschaftswachstum abzubremsen und ein Überkochen der Wirtschaft zu verhindern. Auch Irland sorgt für Unruhe.

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Mit Argwohn betrachten die Investoren an der Wall Street die sich andeutenden Bemühungen Pekings, die Konjunktur abzukühlen.

(Foto: picture alliance / dpa)

An der Wall Street neigt sich eine fünfwöchige Kursrally dem Ende zu. Spekulationen auf eine Zinserhöhung in China drückten am Freitag die US-Börsen ins Minus. Vor allem Rohstofftitel gaben nach.

Anleger beschäftigte vor allem die Aussicht, die chinesische Notenbank könnte die Zinsen erhöhen, um die Inflation im Zaum zu halten. Diese Erwartung drückte weltweit die Rohstoffpreise und sorgte für massive Kursverluste an der Börse in Shanghai. Diese rutschte um 5,2 Prozent ab - der größte prozentuale Verlust seit mehr als einem Jahr.

In New York schloss  der Dow-Jones-Index der Standardwerte 0,8 Prozent im Minus bei 11.193 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,2 Prozent nach auf 1199 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 1,5 Prozent tiefer bei 2518 Stellen.

Die US-Börsen hatten vergangene Woche so hoch notiert wie seit der Lehman-Pleite vor mehr als zwei Jahren nicht mehr. Sorgen um die finanzielle Stabilität des schuldengeplagten Irland, ein unerwartet schwacher Ausblick des Netzwerkausrüsters Cisco sowie die sinkenden Rohstoffpreise trübten zuletzt jedoch die Stimmung. "Der Markt bekommt langsam Gegenwind", sagte Ryan Larson von Voyageur Asset Management in Chicago.

Nach der jüngsten geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank und den US-Kongresswahlen hielten die Anleger Ausschau nach den nächsten maßgeblichen Handelsimpulsen, sagte Andy Fitzpatrick von Hinsdale Associates. "In der Zwischenzeit werden die Märkte von Europa und China abgelenkt."

Unter den Verlierern waren vor allem Rohstofftitel. Die Aktien des Ölkonzerns Exxon fielen um 1,2 Prozent, die des Aluminiumherstellers Alcoa um 2,3 Prozent.

Boeing gaben 3,5 Prozent nach. Anleger reagierten damit auf eine Herabstufung der Aktie durch die Analysten von Sanford C. Bernstein. Hintergrund sind Befürchtungen, der Marktstart des Großraumfliegers 787 könne sich weiter verzögern.

Auf der Gewinnerseite standen dagegen Intel. Der Kurs des Chipherstellers legte um 1,5 Prozent zu, nachdem das Management eine Anhebung der Quartalsdividende um 15 Prozent bekanntgegeben hatte.

Die Anteilsscheine von Nvidia rauschten um 5,2 Prozent nach oben. Der Grafikchip-Hersteller hatte für das laufende Quartal höhere Umsätze in Aussicht gestellt.

Quelle: ntv.de, rts