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Britische Inflationssorgen BoE muss sich erklären

Die Preise in Großbritannien sind im Mai so stark gestiegen wie seit 1997 nicht mehr. Die Verbraucherpreise kletterten nach amtlichen Angaben zum Vorjahr um 3,3 Prozent nach 3,0 Prozent im April. Der kräftige Anstieg zwang die Bank of England dazu, der Regierung eine offizielle Stellungnahme abzugeben. Die britische Zentralbank strebt eine Inflation von zwei Prozent an und muss der Regierung bei mehr als drei Prozent eine schriftliche Erklärung für die Abweichung liefern. Seit ihrer Unabhängigkeit vor elf Jahren war dies bislang erst einmal der Fall, im April vergangenen Jahres.

Volkswirte hatten lediglich eine Inflation von 3,2 Prozent erwartet. Das Pfund Sterling verlor gegenüber dem US-Dollar an Wert. Analysten führten dies darauf zurück, dass der Markt die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage bereits voll erfasst hat - und daher davon ausgeht, dass eine höhere Inflation nicht unbedingt höhere Zinsen nach sich ziehen muss.

Schwieriger Balanceakt

In dem offenen Brief warnte Notenbankchef Mervyn King, rapide steigende Lebensmittel- und Energiepreise könnten die Inflation bis Ende des Jahres auf über vier Prozent treiben. Das Entscheidungsgremium der Bank sehe sich derzeit mit einem schwierigen Balanceakt zwischen einer Verlangsamung des Wachstums und steigenden Preisen konfrontiert. Die künftige Entwicklung der Zinsraten sei daher derzeit noch "unsicher". Die Bank wolle die Inflation jedoch innerhalb von zwei Jahren auf die Zielmarke von zwei Prozent zurückbringen.

Getrieben wurden die Preise Analysten zufolge von allen Sektoren: Dienstleistungen, Waren, Lebensmittel und Nebenkosten, wie Michael Saunders, Volkswirt bei der Citigroup, sagte. "Dies unterstreicht den Ernst des Inflationsdrucks, der auf Großbritannien lastet." Lebensmittel und nicht-alkoholische Getränke trugen 0,14 Prozentpunkte und damit den größten Anteil zur jährlichen Teuerungsrate im Mai bei.

In der Euro-Zone stieg die Inflation im Mai auf 3,7 Prozent. Es wird daher erwartet, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen anhebt, möglicherweise bereits im kommenden Monat.

Quelle: n-tv.de

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