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Einstieg bei Hypothekenbank Buffett als Retter?

US-Milliardär Warren Buffett könnte einem Zeitungsbericht zufolge bei der ins Schlingern geratenen Hypothekenbank Countrywide Financial einsteigen. Das Kreditgeschäft des Instituts sei möglicherweise attraktiv für den Investor, zitierte das "Wall Street Journal" Anleger. Buffetts Firmenimperium Berkshire Hathaway kommentierte die Gerüchte zunächst nicht. Der Bericht sorgt für kräftige Aufschläge bei Countrywide-Aktien: Sie legen um mehr als drei Prozent zu.

Buffett hatte dem Fernsehsender CNBC vergangene Woche gesagt, dass die Krise am Kredit- und Häusermarkt einige echte Investitionschancen bieten könnte. Der Milliardär, an dessen Investments sich viele Anleger orientieren, ist bereits bei einem der größten US-Hypothekengeber, der Bank of America, engagiert. Wegen der steigenden Zinsen bei gleichzeitig fallenden Häuserpreisen können seit einiger Zeit viele US-Immobilienbesitzer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen. Dutzende Anbieter von Baufinanzierungen mussten sich daher bereits aus dem Markt verabschieden oder gingen pleite. Zudem sackten die Aktienkurse der börsennotierten Institute, wie Countrywide, ab.

Countrywide ist die größte Hypothekenbank in den USA und wegen der Krise in Liquiditätsengpässe geraten. Ende 2006 beschäftigte sie insgesamt 54.655 Mitarbeiter. Nun will die Firma 500 ihrer Stellen abbauen. Die Streichungen betreffen eine Sparte, in der Kredite an wenig solvente Schuldner vergeben werden, hieß es in einer Email des Unternehmens.

Das in Kalifornien ansässige Unternehmen steht unter genauer Beobachtung der US-Aufsichtsbehörden. Vergangene Woche musste der Marktführer überraschend eine Kreditlinie in Höhe von 11,5 Milliarden Dollar in Anspruch nehmen, um seine Liquidität sicher zu stellen. Einige Analysten schließen nicht aus, dass die Firma in der Insolvenz enden könnte, sollten sich die Marktbedingungen nicht ändern.

Auch beim Kreditkartenunternehmen Capital One Financial sorgt die Kreditkrise mittlerweile für radikale Einschnitte: Die Firma streicht 1.900 Stellen und schließt ihre Hypothekensparte, die sie erst vor weniger als einem Jahr gekauft hat. Die Trennung führe zu einer Sonderbelastung von 860 Mio. Dollar. Damit werde der Gewinn je Aktie in diesem Jahr auf voraussichtlich fünf Dollar sinken von bislang angepeilten 7,00 bis 7,40 Dollar.

Quelle: ntv.de

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