Wirtschaft
Donnerstag, 26. Juni 2008

Warnung von Goldman Sachs: Citigroup steckt tief drin

Anzeichen, dass in der Hypothekenkrise langsam doch das Ende naht, werden immer wieder von neuen Hiobsbotschaften torpediert: Nach Einschätzung eines Goldman Sachs-Analysten könnte die größte US-Bank Citigroup im zweiten Quartal neun Mrd. US-Dollar abschreiben und sich zusätzliches Kapital besorgen.

Er rechne bei dem Institut nun mit einem Verlust in Höhe von 0,75 Dollar je Aktie in diesem Zeitraum, nachdem er bislang ein Minus von 0,25 Dollar je Aktie erwartet habe, erklärte William Tanona am Donnerstag.

Für das weltweit größte Brokerhaus Merrill Lynch rechnet Tanona im zweiten Quartal mit Abschreibungen in Höhe von 4,2 Mrd. Dollar. Auch hier erwartet der Analyst nun einen höheren Quartalsverlust von zwei Dollar je Aktie nach bislang 0,25 Dollar je Aktie.

Das Hypothekendebakel macht den größten Banken der Welt immer mehr zu schaffen. Da Abschreibungen immer größere Löcher in die Bilanzen reißen, sind die Investmentbanken selber auf Zuwendungen angewiesen. Als Folge fliegen die Vorstandschefs immer öfter die Flughäfen in Dubai, Peking oder Kuwait an.

Die britische Barclays Bank holte sich jüngst eine Finanzspritze vom Staatsfonds des Öl-Emirats Katar, Qatar Investment Authority, sowie von der japanischen Großbank Sumitomo Mitsui Financial (SMFG). Barclays ist das drittgrößte Geldhaus Großbritanniens und hat infolge der US-Subprime- und Kreditkrise Verluste von mehr als fünf Mrd. US-Dollar angehäuft.

Merrill Lynch hat mittlerweile mehr als sechs Mrd. Dollar vor allem von Singapurs Staatsfonds Temasek Holdings eingesammelt, die Citigroup hat 7,5 Mrd. aus Abu Dhabi bekommen.

Aufschluss über den Stand der Immobilienkrise erwarten sich Marktteilnehmer am Donnerstag von den Zahlen zum Verkauf bestehender Häuser in den USA (16:00 Uhr).

Quelle: n-tv.de