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Übernahmeschlacht zermürbt Hochtief-Vorstand schmeißt hin

Im Kampf um Hochtief gibt es erste personelle Konsequenzen: Mit Peter Noé hat ein wichtiger Hochtief-Manager den Rückzug angetreten. Er nutzt das Sonderkündigungsrecht bei einem Kontrollwechsel. Auf den 53-Jährigen wartet eine Abfindung in Millionenhöhe.

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Zieht das Sonderkündigungsrecht: Peter Noé.

(Foto: dpa)

In der Übernahmeschlacht um den größten deutschen Baukonzern Hochtief hat ein erster hochrangiger Manager des angegriffenen Unternehmens den Job hingeschmissen. Hochtief-Vorstand Peter Noé habe sein Vorstandsmandat zum 10. September 2011 niedergelegt, teilte das Unternehmen in Essen mit.

Hintergrund sei ein vertraglich vereinbartes Sonderkündigungsrecht bei einem Kontrollwechsel. Dadurch hätten die Vorstände die Möglichkeit, ihr Amt mit einer Frist von sechs Monaten niederzulegen. Nach dem Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle durch den spanischen Großaktionär ACS sei dieser Fall eingetreten.

Millionenschwere Abfindung

Der 53-jährige Hochtief-Vorstand kann nach seinem Ausscheiden auf eine Abfindung in Millionenhöhe hoffen. Laut Geschäftsbericht liegt die Höhe der Abfindung bei zweieinhalb Jahresbezügen. Für das Geschäftsjahr 2009 wurden für Noé Gesamtbarbezüge von 1,13 Mio. Euro ausgewiesen.

Der scheidende Manager Noé ist im Hochtief-Vorstand für die Sparte Concessions zuständig, in der unter anderem das Geschäft mit Flughäfen- und Mautstraßen gebündelt ist. Hochtief hat bereits angekündigt, sich von der Sparte trennen zu wollen. Im Gespräch ist der Verkauf an einen Investor oder ein Börsengang. Diese Planungen würden von der Personalie nicht beeinflusst, versicherte eine Unternehmenssprecherin.

Der spanische Baukonzern ACS hatte zuletzt seinen Anteil an Hochtief auf gut 36 Prozent beziffert und angekündigt, die Mehrheit übernehmen zu wollen. Hochtief-Konzernchef Herbert Lütkestratkötter, der sich seit Monaten gegen die als feindlich eingestufte Übernahme wehrt, hatte in der Vergangenheit einen Rücktritt abgelehnt.

Quelle: n-tv.de, dpa

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