Meldungen

Tauziehen um Sachsen LB LBBW will frisches Kapital

Im Poker um die angeschlagene Sachsen LB verlangt die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nach Angaben der sächsischen SPD zusätzlich zur geforderten Landesbürgschaft eine Kapitalerhöhung. "Es gibt mittlerweile zwei Forderungen aus Stuttgart", sagte der Finanzexperte der sächsischen SPD, Karl Nolle, der "Welt".

Einerseits verlange die LBBW eine Landesbürgschaft für riskante Finanzgeschäfte der Sachsen LB. Darüber hinaus solle das Land dem Institut frisches Kapital zur Verfügung stellen. Nach Informationen der Zeitung soll es dabei um 500 Millionen Euro gehen. Hinzu käme eine Bürgschaft von bis zu 4,3 Milliarden Euro, über die bereits seit Anfang der Woche spekuliert wird.

Sachsens Finanzminister Stanislaw Tillich (CDU) hatte betont, der Freistaat könne nachgelegte Forderungen zur Absicherung von Risiken der Sachsen LB nicht allein schultern. "Das ist absolut unmöglich", sagte der Minister. Er sehe keinen Beleg dafür, dass sich die LBBW nicht an der Risikoabschirmung beteiligen könne, sagte Tillich.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger sieht die geplante Übernahme im Zeitplan. "Unser Ziel bleibt, die SachsenLB zu integrieren und fortzuführen", sagte der CDU-Politiker. Die Prüfung der Bücher der SachsenLB verlaufe wie geplant. Zu möglichen weiteren staatlichen Bürgschaften für die SachsenLB wollte sich Oettinger nicht äußern.

Die einzige ostdeutsche Landesbank war durch verbriefte Immobilienkredite in Schieflage geraten. Die Unternehmensbewertung der SachsenLB werde Ende Januar vorgenommen, sagte Oettinger. Ende nächster Woche finde das nächste Treffen der LBBW-Eigner statt. Die baden-württembergische Landesregierung und der Sparkassenverband sind Mehrheitseigentümer der LBBW.

Bei einem Scheitern der Verkaufsverhandlungen mit der LBBW droht der Sachsen LB einem Zeitungsbericht zufolge das Aus. Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Jochen Sanio, droht nach Zeitungsangaben mit einer Schließung der Landesbank, wenn sich die Beteiligten nicht bis Sonntag über die Risiken in den gefährdeten außerbilanziellen Engagements einigten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Quelle: ntv.de