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Durch Luftfahrt-Boom MTU im Aufwind

Nach einem überraschend starken Auftaktquartal will Deutschlands größter Triebwerkshersteller MTU Aero Engines weiter vom Boom in der Luftfahrt profitieren. "Wir sind zuversichtlich, auch 2007 stärker als der Markt zu wachsen", sagte Vorstandschef Udo Stark und bekräftigte die Prognose, wonach der Umsatz in diesem Jahr um acht Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zulegen soll. Beim operativen Gewinn peilt MTU ein Plus von 15 Prozent auf 365 Millionen Euro an. Der Überschuss soll ebenfalls um 15 Prozent auf 140 Millionen Euro steigen.

MTU-Chef Stark sagte, die Fluglinien hätten ihre Gewinne im Startquartal gesteigert, weil die Kerosinpreise gesunken seien und der Passagierverkehr zugenommen habe. Damit hätten sie mehr Geld für Investitionen. Der Auftragsbestand lag zum 31. März mit 3,3 Milliarden Euro knapp unter dem Niveau des Vorquartals. MTU baut für Verkehrsflugzeuge Triebwerksteile, im militärischen Sektor auch Komplettversionen. Die Gewinne werden aber in erster Linie mit der Instandhaltung erwirtschaftet, die mit langfristigen Aufträgen stetige Einnahmen garantiert.

Im laufenden zweiten Quartal werde sich das Umsatzwachstum im Vergleich zum Jahresauftakt aber verlangsamen, sagte Stark. Wegen einer Software-Umstellung im Werk Hannover sei mit einigen Tagen Produktionsausfall zu rechnen.

Im ersten Quartal steigerte MTU den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent auf 641 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um knapp ein Drittel auf 91 Millionen Euro. Unter dem Strich legte der Gewinn aber nur um ein Prozent auf 26 Millionen Euro zu. Darin ist eine Belastung aus der vorzeitigen Rückzahlung einer Anleihe enthalten; ohne den Sondereffekt wäre der Gewinn den Angaben zufolge um 45 Prozent auf 37,5 Millionen Euro gestiegen.

Alle Sparten trugen zum Umsatzplus bei. Am stärksten wuchsen die Erlöse aus der Wartung von Passagiermaschinen. Größter Umsatzträger waren die Triebwerksprogramme V2500, die in der A320-Familie von Airbus zum Einsatz kommen, und CF6, das große Maschinen wie den A330 oder die Boeing 747 antreibt.

Im Militärgeschäft sorgten das Eurofighter-Triebwerk EJ200 und der Antrieb für den Kampfhubschrauber "Tiger" für Schub. Im weltweit größten Rüstungsmarkt, den USA, kooperiert MTU mit General Electric (GE) und baute im Startquartal den Anteil an der Produktion der Militärjet-Triebwerke F414 und F404 von 5,0 auf 5,9 Prozent aus. "Wir sind in Gesprächen mit GE über eine weitere Aufstockung", sagte Stark.

Quelle: n-tv.de