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Trend zur Drittbrille Rodenstock macht mit

Der Brillenhersteller Rodenstock setzt auf den Trend zur Drittbrille. Steigende Einkommen und die Orientierung an Modetrends führten dazu, dass sich die Verbraucher, die in Deutschland bisher im Durchschnitt zwei Brillen besäßen, Sehhilfen für verschiedene Gelegenheiten anschafften, sagte Rodenstock-Chef Giancarlo Galli auf der Bilanzpressekonferenz in München. Mit neuen Sport- und Sonnenbrillen sowie Gläsern, die stärker an die Bedürfnisse der Kunden angepasst werden können, will Rodenstock sein Wachstum vorantreiben. Auch das internationale Geschäft will die Firma ausbauen. Die Belegschaft soll deshalb in diesem Jahr um etwa 500 Mitarbeiter im In- und Ausland aufgestockt werden.

Mit weltweit 4.600 Mitarbeitern setzte das Münchener Unternehmen im vergangenen Jahr mit 371,1 Mio. Euro neun Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Dabei erzielte der Brillenhersteller eine operative Rendite von 20,3 (2005: 18,9) Prozent. Das entspräche einem operativen Ergebnis (Ebitda) von 75 Mio. Euro. Genaue Zahlen nannte Galli nicht. Rodenstock ist nach eigenen Angaben in Europa Nummer drei und weltweit Nummer vier unter den Herstellern optischer Gläser und Fassungen.

Die positive Entwicklung habe sich mit einer Umsatzsteigerung auf 101,5 (Vorjahr: 93,1) Mio. Euro im ersten Quartal 2007 fortgesetzt. An dem Ziel, bis 2010 einen Jahresumsatz von 750 Mio. Euro zu erwirtschaften, hielt Galli fest. Da ein Wachstum von durchschnittlich sieben Prozent im Jahr aus eigener Kraft nicht dafür ausreicht, schloss Galli Zukäufe nicht aus. Gut 250 Mio. Euro Umsatz müssten von außen kommen. In Frage komme aber nur ein anderer Hersteller, zum Einzelhändler soll Rodenstock nicht werden.

Zur Finanzierung sei auch ein Börsengang denkbar, derzeit gebe es aber keine Notwendigkeit dafür, sagte Galli. Der neue Eigentümer von Rodenstock, die Beteiligungsfirma Bridgepoint, hatte Anfang des Jahres erklärt, Rodenstock in drei bis fünf Jahren an die Börse bringen zu wollen. "Es ist keine Frage des Könnens, sondern des Wollens", sagte Galli. Das Verhältnis zu Bridgepoint sei gut.

Quelle: n-tv.de