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Kreml-Pläne Rubel so wichtig wie Euro

Der Rubel soll nach Ansicht des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew als internationale Reservewährung so wichtig wie der Euro werden. Starke Regionalwährungen könnten ein Faktor sein für finanzielle Stabilität, sagte Medwedew im südfranzösischen Cannes vor Unternehmern. Russland habe bereits praktische Schritte unternommen, um ein neues internationales Finanzzentrum zu schaffen, das in der Lage sei, auf den internationalen Finanzmärkten zu arbeiten. Ein großer Teil der russischen Währungsreserven wird nach Angaben der EU-Kommission bisher in Euro gehalten.

Mit Blick auf die Finanzkrise sagte der Staatschef, sein Land sei bereit, mit der EU für eine neue Weltfinanzordnung am gleichen Strang zu ziehen. "Ich denke, dass wir in Washington die gleiche Sprache sprechen werden", sagte Medwedew mit Blick auf das G20-Treffen der mächtigsten Industriestaaten in Washington am kommenden Wochenende. Moskau werde bei dem Treffen einen Acht-Punkte-Plan für die Finanzreform vorlegen. Dabei gehe es unter anderem um eine verbesserte Aufsicht der Finanzmärkte.

Breitseite gegen WTO

Medwedew kritisierte die Welthandelsorganisation (WTO), wo sein Land immer noch nicht Mitglied ist. Die WTO sei nicht ausreichend vorbereitet, um neue Mitglieder aufzunehmen. "Das Dilemma ist, ob wir beitreten sollen oder nicht. Ich denke, dass wir es sollten. Aber wir sollten das zu normalen und nicht zu erniedrigenden Bedingungen tun." Die EU ist grundsätzlich für den WTO-Beitritt Russlands, will aber vorher noch bilaterale Handelsstreitigkeiten gelöst sehen. Dabei geht es unter anderem um russische Ausfuhrbeschränkungen für Holz.

Der Kremlchef betonte, Russland werde seine Lieferverpflichtungen für Erdöl und Gas nach Westeuropa einhalten. "Wir werden uns so verantwortungsvoll verhalten wie in den vergangenen Jahren", sagte Medwedew in Cannes zu diesem Thema nach Angaben der Agentur Interfax. Russlands Energiepolitik sei "transparent", sagte der Präsident. Mit Investitionen in die weitere Förderung von Gas und Öl werde Moskau beitragen, dass es weltweit nicht zum Mangel an Ressourcen komme. "Wir werden sowohl an Europa als auch an Asien zuverlässig liefern", kündigte Medwedew an.

Quelle: ntv.de

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