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Metro und Arcandor Warenhausgipfel geplant

Im deutschen Einzelhandel zeichnet sich ein historischer Umbruch ab. Die Chefs der beiden Handelsriesen Metro und Arcandor mit ihren Töchtern Kaufhof und Karstadt wollen in einem Spitzentreffen beraten, wie die deutsche Warenhauslandschaft künftig aussehen soll. Metro-Chef Eckhard Cordes strebt Gespräche mit dem Chef des um sein Überleben ringenden Tourismus- und Warenhauskonzerns Arcandor, Karl-Gerhard Eick, an.

Eick hatte seinerseits zu einem "Warenhausgipfel" geladen. Arcandor braucht öffentliche Garantien, um sein Überleben zu sichern. Cordes hatte gegen staatliche Eingriffe Front gemacht. Medienberichten zufolge traf er sich mit Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der die Hilfsanträge von Arcandor prüft.

Metro hatte den Poker um die Karstadt-Warenhäuser öffentlich gestartet, nachdem die finanzielle Notlage von Arcandor immer deutlicher geworden war. Arcandor benötigt Eick zufolge Staatsbürgschaften von 650 Mio. Euro sowie einen Kredit der staatlichen Förderbank KfW in noch unbekannter Höhe. Der Konzern verhandelt derzeit mit den Banken über seine Refinanzierung. Metro hatte erklärt, der Konzern sei offen "für umfassende und konstruktive Gespräche mit dem Ziel betriebswirtschaftlich sinnvolle Lösungen für die Karstadt Warenhaus-Standorte zu finden".

Deutsche Warenhaus AG?

Unternehmensnahen Kreisen zufolge will Metro die Karstadt-Warenhäuser mit ihren Kaufhof-Häusern in einer "Deutschen Warenhaus AG" zusammenlegen. An ihr sollten sich Metro und die Eigentümer der Karstadt-Immobilien wie Goldman Sachs und die Deutsche-Bank-Tochter Rreef jeweils mit knapp 50 Prozent beteiligen. Den Rest könnten Banken und andere Investoren halten. Geplant sei, das Unternehmen schließlich an die Börse zu bringen, wobei Metro Schlüsselinvestor bleiben solle.

"Ich will klären, ob wir gemeinsam eine Lösung für Karstadt und Kaufhof finden können", zitierte die "Bild"-Zeitung Eick. Er gehe ohne Vorbedingungen in das Gespräch. Allerdings dürfe eine Insolvenz von Arcandor beziehungsweise der Warenhaustochter Karstadt nicht Voraussetzung für ein Rettungskonzept sein, unterstrich er.

Quelle: ntv.de, rts / dpa