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Ein Baustein des Lebens Aminosäure im Kometenstaub gefunden

Forscher haben die Aminosäure Glycin im Kometenstaub gefunden. Dies nährt die These, dass einige Bausteine des Lebens im All entstanden sind und mit Kometen auf die Erde gelangten.

Im Staub des Kometen Wild 2 haben US-Forscher die Aminosäure Glycin nachgewiesen. Damit sei dieser Baustein des Lebens erstmals in einem solchen Himmelskörper aus der Urzeit des Sonnensystems gefunden worden, teilte die US-Weltraumagentur NASA in Greenbelt (US-Staat Maryland) mit. Kometen – auch Schweifsterne genannt – sind wertvolle Boten aus der Vergangenheit. In ihnen ist die Zusammensetzung der Materie zu Urzeiten konserviert. Daher schickte die NASA die Sonde "Stardust" durch die Flugbahn von Wild 2. Ein leichtes Gel schluckte etliche Staubteilchen aus dem Schweif. Diese kostbare Fracht wurde zur Erde zurückgeschickt und wird seither in allen Details untersucht.

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Ein leuchtend grüner Komet am Himmel über Arizona (Archivbild vom 01.02.2009).

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nun zeigte sich darin Glycin. Diese Aminosäure gehört mit 19 weiteren zu den Bausteinen aller Proteine. So wie die einzelnen Buchstaben des Alphabets alle Worte, Sätze und Romane bilden, bilden Aminosäuren fast alle Bestandteile des Lebens. Der Fund von Glycin nährt die These, dass einige Bausteine des Lebens im All entstanden sind und mit Kometen auf die Erde gelangten. Die NASA geht nach der aufwendigen Analyse der winzigen Proben davon aus, dass die Aminosäure auch tatsächlich im All entstanden ist: Dies ergibt sich aus der Zusammensetzung der Atomkerne des Kohlenstoffs in der Aminosäure (Isotopenanalyse).

Bislang war vielfach spekuliert worden, ob Aminosäuren in Kometen vorkommen. Bei Laborversuchen zur Kometenentstehung hatten Forscher bereits vor Jahren überraschend Aminosäuren nachgewiesen und die Experimente im Journal "Nature" publiziert. Bei dem Experiment wurde das chemische Geschehen in jener gigantischen Staubwolke simuliert, aus der vor 4,6 Milliarden Jahren das Sonnensystem hervorging. In einer Vakuum-Apparatur bedampften die Forscher einen extrem gekühlten Aluminium-Block mit einfachen chemischen Verbindungen wie Wasser, Kohlendioxid, Ammoniak sowie Methanol und bestrahlten die Verbindungen mit ultraviolettemLicht. Beim Erwärmen der auf dem Aluminium-Block gebildeten Eisschichten entdeckten die Forscher 16 verschiedene Aminosäuren, von denen einige auch beim Menschen vorkommen.

Quelle: n-tv.de, dpa