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Was tun gegen die Angst? Braunbär, Luchs und Wolf kommen zurück

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Wölfe - viele Menschen haben Angst vor ihnen und sähen sie lieber im Zoo als in der freien Natur.

Wenn Großraubtiere in die Regionen Europas zurückkehren, in denen sie zuvor kaum noch oder überhaupt nicht mehr vorkamen, freut das Naturschützer - Bauern und Viehzüchter aber sind alarmiert. Wie kann man alle Interessen unter einen Hut bringen? Die EU-Kommission hat eine Idee.

Raubtiere wie Braunbären, Wölfe und Luchse kehren nach Europa zurück. Das freut Umweltschützer, aber nicht unbedingt Landwirte und Viehzüchter. "Nach einer langen Phase, in der sich der Bestand dieser Arten fortlaufend verringert hatte, nimmt ihre Zahl nun wieder zu, aber die Koexistenz mit den Menschen ist mitunter problematisch", erklärte die EU-Kommission. Die Brüsseler Institution rief daher eine Plattform ins Leben, auf der sich Landwirte und Naturschützer, Jäger, Landbesitzer und Wissenschaftler darüber austauschen können, wie Menschen und die Großraubtiere miteinander auskommen können.

In der EU seien Bestand und Verbreitung der Tiere durch den Einfluss des Menschen in der Vergangenheit "dramatisch" zurückgegangen. Durch verstärkten Schutz und eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit ist ihr Bestand der EU-Kommission zufolge jedoch stabilisiert worden. "Zum Teil ist er sogar wieder angewachsen und sie haben sich in Gebieten wiederangesiedelt, in denen sie seit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten nicht mehr vorkamen." Während diese Erholung von manchen als großer Erfolg gefeiert werden, stoße sie bei anderen auf Widerstand und schaffe "soziale und wirtschaftliche Probleme".

"Wir müssen unsere natürlichen Mitbewohner mit Respekt behandeln - wir müssen aber auch auf die Bedenken derjenigen eingehen, deren Leben durch die große Nähe zu diesen Tieren tatsächlich beeinträchtigt wird", sagte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik mit Blick auf Braunbär, Wolf, Luchs und den auch Bärenmarder genannten Vielfraß. Mittlerweile lebt in 21 EU-Staaten mindestens eine dieser Arten in freier Wildbahn. Über die nun geschaffene Plattform soll nach Lösungen für ein Nebeneinander zwischen Mensch und Raubtier gefunden werden.

Quelle: n-tv.de, abe/AFP

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