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Folgenreiches Geoengineering Eingriff mit Risiko

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Eine CO2-Speicherbohrung im brandenburgischen Ketzin: Das Kohlendioxid soll in mehr als 1200 Metern Tiefe gelagert werden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Wenn der Mensch nicht schnell Treibhausgase reduziert, dann bleiben im Kampf gegen den Klimawandel nach Ansicht von Wissenschaftlern nur noch krasse Eingriffe in die Natur. Die britische Wissenschaftsakademie Royal Society warnt vor dem so genannten Geoengineering. Dabei greift der Mensch mit technischen Mitteln in die Natur ein, um die Erderwärmung zu stoppen.

Viele der Methoden seien unsicher und ihre Wirkung nicht nachgewiesen, sagte Studienleiter Professor John Shepherd. Allen Maßnahmen ist gemeinsam, dass sie "keine Wundermittel" sind. "Geoengineering und seine Folgen sind der Preis, den wir für unser Versagen, den Klimawandel zu stoppen, zahlen müssen." Manche Techniken könnten "ernstzunehmende schädliche Auswirkungen auf viele Menschen und Ökosysteme haben". Das Geoengineering umfasst zum Beispiel das Einlagern von Kohlendioxid im Boden und das Pflanzen von Bäumen, aber auch die Eisendüngung in Ozeanen oder die Installation von Sonnensegeln im All.

Die Royal Society wies darauf hin, dass Methoden, die das Kohlendioxid reduzierten (Carbon Dioxide Removal), nützlicher seien als jene, die die Sonnenenergie von der Erde ablenkten (Solar Radiation Management). Diese Maßnahmen - zum Beispiel die Installation von Spiegeln im All - würden die schädlichen Treibhausgase nicht reduzieren und seien deshalb weniger effektiv. Zu den weniger brauchbaren Methoden des Carbon Dioxide Removal zählte die Akademie die Düngung der Ozeane. Dabei gebe es unerwünschte Nebeneffekte auf das ökologische Gleichgewicht.

Quelle: n-tv.de, dpa

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