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Flüge könnten holprig werden Klimawandel beeinträchtigt Luftverkehr

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Sollten die Turbulenzen tatsächlich stark zunehmen, müssten Piloten die Gefahrengebiete umfliegen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Klimawandel hat schon einige Überraschungen auf Lager gehabt. Jetzt wollen Forscher berechnet haben, dass er sich auch auf den Luftverkehr auswirken wird. Insbesondere bei Transatlantikflügen soll es demnach in Zukunft häufiger mal ruckeln. In etwa 40 Jahren erwarten die Forscher 40 bis 170 Prozent mehr Turbulenzen.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der Klimawandel Mitte dieses Jahrhunderts zu holprigeren Transatlantik-Flügen führen wird", schreiben die britischen Forscher Paul Williams (University of Reading) und Manoj Joshi (University of East Anglia in Norwich) im Fachjournal "Nature Climate Change". Sie glauben, Turbulenzen auf Flugreisen könnten aufgrund des Klimawandels zukünftig häufiger und heftiger vorkommen.

Die Forscher beziehen sich dabei in erster Linie auf sogenannte "Clear- Air-Turbulenzen", also solche bei wolkenfreiem Himmel. Ursache sind gegensätzliche Windströmungen, durch die selbst große Flugzeuge ruckartig nach oben oder unten gerissen werden können. Deshalb werden die "Clear-Air-Turbulenzen" auch als Luftlöcher bezeichnet. "Der Klimawandel sorgt nicht nur für die Erwärmung der Erdoberfläche, er verändert auch die Luftströmungen in der Atmosphäre Williams. Dies betreffe besonders Luftschichten, in denen Flugzeuge üblicherweise unterwegs seien.

Flugreisen könnten länger dauern

Bei ihrer Analyse beschränken sich die Forscher auf die Flugzone über der nördlichen Hälfte des Nordatlantiks in den Wintermonaten von Dezember bis Februar. Mithilfe von Klima-Modellsimulationen berechnen sie, dass Turbulenzen dort in etwa 40 Jahren um 40 bis 170 Prozent häufiger auftreten könnten. Außerdem könnten sie um 10 bis 40 Prozent heftiger ausfallen. "Diese konkreten Aussagen hat meines Wissens noch niemand so getroffen", sagte der Meteorologe Thomas Gerz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Die Annahmen, die die Forscher treffen, sind nachvollziehbar."

Sollten die "Clear-Air"-Turbulenzen über dem Nordatlantik künftig wie berechnet häufiger vorkommen, könnte das nach Angaben der Forscher spürbare Auswirkungen auf den Luftverkehr haben. So müssten Piloten die entsprechenden Gebiete umfliegen, um die Wahrscheinlichkeit von Turbulenzen zu verringern. Dadurch würde der Treibstoffverbrauch ansteigen und die Flugreisen könnten länger dauern.

Quelle: n-tv.de, dpa/AFP