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Mittwoch, 11. Juni 2008

Vielfältige Ursachen: Lästige Augenringe

Die Ursachen für Augenringe sind vielfältig. Wenn die dunklen Schatten durch Schlafmangel, ungesunde Ernährung oder zu wenig Bewegung entstehen, sind sie schnell wegzubekommen.

273849Die Folgen einer durchzechten Nacht zeigen sich am nächsten Morgen oft an den Augen. Sie sind gerötet, und die Haut unter der Augenhöhle weist dunkle Schatten auf. Schlafmangel ist aber nicht die einzige Ursache für Augenringe - es kommt auch auf den Lebenswandel an. Eine gesunde Ernährung, viel Bewegung und möglichst wenig Stress können vorbeugen. Manchmal sind aber auch einfach die Gene schuld. Besitzt ein Mensch eine besondere Veranlagung für die dunklen Schatten, kann er wenig dagegen tun. Für alle anderen Fälle gibt es meist Hilfe.

Leidet ein Mensch dauerhaft unter Tränensäcken oder Augenringen, kann das möglicherweise ein Hinweis auf eine ernstere Erkrankung sein. "Wenn die Augenlider geschwollen, aber gleichzeitig nicht gerötet sind, liegt häufig eine Nieren- oder Schilddrüsenerkrankung vor", sagt Prof. Christiane Bayerl von der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie in München. Sind die Augen dagegen oft entzündet, können Pigmentzellen entstehen, und es kommt zu einer dunkleren Hautpigmentierung. Die betroffenen Partien hellen sich aber nach einigen Monaten wieder auf. "Augenringe durch übermäßige Pigmentbildung können außerdem die Folge von zu viel Sonne oder Solarium sein", ergänzt Harald Bresser, Dermatologe aus München.

Schlechte Sauerstoffversorgung als Ursache

Je dunkler die Blutgefäße sind, desto sichtbarer werden sie. Da die Haut unter dem Auge sehr dünn ist, erscheinen die Augenringe dann umso intensiver. "Werden die Gefäße schlecht durchblutet, enthält das Blut weniger Sauerstoff und ist dunkler", sagt Bayerl. Menschen, die lange vor dem PC sitzen und sich wenig an der frischen Luft bewegen, haben oft eine schlechte Sauerstoffversorgung. Bei vielen kommt noch eine unausgewogene Ernährung hinzu. Betroffene sollten zudem darauf achten, genügend Eisen zu sich zu nehmen. Eisen ist wichtig für die Blutsynthese, da das eisenhaltige Hämoglobin den Sauerstoff im Blut transportiert. Auch ausreichend Flüssigkeit - täglich mindestens zwei bis drei Liter - ist wichtig. "Die Hautzellen bestehen zum Teil aus Wasser und je weniger sie davon enthalten, desto stärker können die Äderchen unter der Haut durchschimmern", erklärt Anja Baustian von der Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention in Aachen.

Keine Teebeutel oder Hämorrhoiden-Creme

273850Nach einer Entzündung oder Operation im Gesicht kommt es meist nicht zu Augenringen, sondern eher zu Schwellungen am Auge. Ursache sei dann meist eine Abflussstörung der Lymphe, erklärt Prof. Manfred Tetz, Augenarzt aus Berlin. In diesen Fällen kann zum Beispiel eine Lymphdrainage oder das Kühlen der geschwollenen Augenlider helfen. Gut geeignet seien zum Beispiel kühlende Gelpräparate oder -kissen, rät die Dermatologin. "Durch Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen, und im Anschluss strömt mehr frisches Blut in die Gefäße." Das Ganze rege die Durchblutung an und wirke wie eine Art Training für die Haut, die danach rosiger aussieht.

Viele Betroffene mit Augenringen oder geschwollenen Lidern schwören auf Teebeutel oder Hämorrhoiden-Creme. Davon raten die Experten aber ab: "Teebeutel enthalten zum Teil Substanzen, die allergisch-toxische Reaktionen auslösen können", warnt Tetz. Bei regelmäßiger Anwendung von Hämorrhoiden-Creme wiederum werde die Haut mit der Zeit immer dünner. "Außerdem enthalten die Cremes Kontaktallergene, die starke Rötungen auslösen können", ergänzt Bayerl.

Quelle: n-tv.de