Supernova völlig zerstörtNeuartige Sternenexplosion im Visier
Bei gewöhnlichen Sternenexplosionen fällt der Stern nach dem Aufleuchten in sich zusammen und es bleibt ein Neutronenstern übrig oder ein Schwarzes Loch. Nicht so bei der Supernova 2007bi.
Die im April 2007 beobachtete Supernova (2007bi) bildet nach neueren astronomischen Untersuchungen eine völlig neue Klasse der Himmelserscheinungen. Wie aus einer in der britischen Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten Studie hervorgeht, handelte es sich bei der Supernova 2007bi offenbar um eine so genannte Instabilitäts-Supernova (PISN), bei der der sterbende Stern nach seinem spektakulären Aufleuchten vollständig zerstört wird. Bei gewöhnlichen Sternenexplosionen fällt der Stern nach dem Aufleuchten in sich zusammen. Übrig bleibt ein so genannter Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch.
200 Sonnenmassen in einem Stern
Bei besonders großen Sternen wird die Temperatur im Kern dem Bericht zufolge am Ende des Entwicklungszyklus' jedoch so groß, dass Paare aus Elektronen und Positronen, den Anti-Teilchen der Elektronen, entstehen, die sich gegenseitig aufheben. Am Ende fällt der Kern des Sternes restlos in sich zusammen. Wie das Team um den israelischen Forscher Avischay Gal-Jam herausfand, hatte der 2007 beobachtete Stern eine besonders große Masse. Sie wird laut "Nature" auf mindestens 200 Sonnenmassen geschätzt. Allein der Kern des Supernova-Sterns hatte demnach eine Masse von 100 Sonnen, gemessen an der Sonne unseres Sonnensystems.
Elemente für neue Planeten
Durch eine solche Supernova werden den Forschern zufolge Elemente freigesetzt, die zur Entstehung neuer Planeten beitragen können. Bei der Supernova 2007bi wurden demnach rund 22 Sonnenmassen an Silizium und drei Sonnenmassen an Nickel ins Weltall geschleudert. Von der Supernova-Forschung erhoffen sich die Astronomen Erkenntnisse über die Entstehung der Galaxien. Supernovae sind spektakuläre Himmelserscheinungen, weil die Sterne kurz vor dem Ende des Entwicklungszyklus' extrem hell aufleuchten. Solche Vorgänge sind sehr selten und nur in wenigen Fällen dokumentiert.