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Autismus-Hypothese nicht bestätigt Spiegelneuronen arbeiten

Entgegen bisheriger Annahmen funktionieren bei Autisten die Spiegelneuronen im Gehirn genauso wie bei gesunden Menschen. Das können Forscher mit Hilfe des funktionellen Magnetresonanz-Tomografen beweisen.

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Tänzerinnen vor einem Spiegel.

(Foto: picture alliance / dpa)

Auch bei Autisten funktioniert das System der Spiegelneuronen, dem eine Schlüsselrolle beim sozialen Umgang der Menschen zukommt. Das berichtet ein Team um Ilan Dinstein von der New York University im Journal "Neuron". Die Resultate stehen im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Hypothese, nach der ein Fehler im Spiegelsystem für die Schwierigkeiten von Autisten verantwortlich sind, Emotionen zu erkennen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.

Viele Wissenschaftler sehen in Spiegelneuronen die körperliche Grundlage des menschlichen Einfühlungsvermögens. Die Neuronen reagieren gleich, egal ob der Mensch eine Handlung selbst ausführt oder sie lediglich bei seinem Gegenüber beobachtet. Wenn ein Beobachter einem anderen Menschen dabei zusieht, wie der nach einer Tasse Kaffee greift, sind in seinem eigenen Hirn vermutlich die gleichen Zellen aktiv, als wenn er selbst handeln würde. Dies gilt auch für das Erkennen von Weinen, Lachen oder anderen Emotionen des Menschen.

Das Team bat Autisten und zum Vergleich gesunde Versuchspersonen, selbst Handbewegungen zu vollführen oder solche lediglich bei anderen zu beobachten. Dabei blickten ihnen die Forscher mit der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie ins Hirn. Diese zeigt, welche Areale gerade aktiv sind. Resultat: Die Hirnaktivität zwischen beiden Gruppen unterschied sich bei dieser Analyse nicht voneinander. Dieses Ergebnis spreche stark gegen die Hypothese eines defekten Spiegelsystems bei Autisten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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