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Echtheit auf der Spur Urzeitkäfer waren blauer

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Micha/Wikipedia

Es gibt Fossilien, die ihre Farben über Millionen von Jahren, überliefern. Dazu gehören Käfer in Ölschiefer-Lagerstätten, deren schimmerndes Blau durch die Lichtbrechung an winzigen Oberflächenstrukturen entsteht. Doch ihre heutige Farbe entspricht nicht mehr ganz der der Urzeit.

Die meisten Farben rekonstruierter Urzeittiere sind reine Phantasie. Auch wenn die Saurier wahrscheinlich nicht eintönig grau waren, so gibt es doch keine Hautfetzen, die die Originalfarben bewahrt haben. Es gibt aber durchaus Fossilien, die ihre leuchtenden Farben über die Jahrmillionen überliefert haben, etwa die metallisch schimmernden Flügeldecken von Käfern in Ölschiefer-Lagerstätten. Diese Farben entstehen nicht durch chemisch leicht zerfallende Farbstoffe in der Haut, sondern durch die Lichtbrechung an winzigen Oberflächenstrukturen. Aber auch diese zeigen nicht das wahre Bild, berichten amerikanische Forscher in den "Proceedings B” der britischen Royal Society.

Maria McNamara von der Yale Universität in New Haven, USA, hatte die Feinstruktur von fossilen Käfern aus verschiedenen Lagerstätten mit dem Raster-Elektronenmikroskop und einem Spektro-Photometer untersucht. Dabei stellte sie fest, dass einfarbig dunkle, graue Käfer ihren metallischen Glanz nicht über die Jahrmillionen verloren hatten, sondern nie die speziellen reflektierenden Schichten besaßen, die für das metallische Glänzen verantwortlich sind.

Originalfarben rekonstruieren

Schimmernd blaue Käfer dagegen hatten diese Schichten wie schon in ihrer Lebenszeit vor Millionen Jahren – aber sie zeigen nicht mehr ihre ursprüngliche Farbe. Die Reflexionsschichten wurden durch die Einbettung ins Gestein systematisch verändert, und zwar so, dass die Käfer heute ein leicht ins Rote verschobenes Spektrum zeigen.

Die Käfer der Urzeit waren also blauer, als sie heute erscheinen. Nach ihren Forschungen könne man jetzt einen Farbstandard für verschiedene Einbettungen erstellen und so die Originalfarben rekonstruieren, berichtet McNamara. Die feinen Strukturen in den Farbe erzeugenden Schichten der Flügeldecken seien ein guter, aber bisher kaum genutzter Ansatzpunkt zur Aufklärung der Entwicklung der frühen Insekten.

Quelle: n-tv.de, dpa

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