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Das Handy schweigt Gespannte Ruhe am Japan-Stand

Die schrecklichen Nachrichten aus Japan haben auch die erreicht, die in Berlin für ihre Heimat werben. Äußerlich geht am ITB-Stand Japans alles den gewohnten Gang - doch die Gedanken sind Tausende Kilometer östlich. Und es wird beschwichtigt: "Reisen nach Japan ist sicher."

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Voller Sorge: Eine japanische Mitarbeiterin versucht in Berlin auf der ITB nach Japan zu telefonieren.

(Foto: dpa)

Akinari Tange lässt sein Handy nicht aus den Augen, es baumelt an einem Schlüsselband vor seinem Bauch. Seit Stunden hat der Japaner nichts mehr von seiner Familie in Tokio gehört, das Netz ist überlastet, es gibt kein Durchkommen. "Sie haben mich hier eine Stunde nach dem Beben angerufen. Es geht ihnen gut", sagt der Leiter des japanischen Stands auf der Reisemesse ITB in Berlin. Nun machen ihm Meldungen von Bränden und Nachbeben Sorgen. Tange bleibt nichts übrig, als weiter seinen Geschäften nachzugehen.

Rie Doi, Tourismusmanagerin aus Kyoto wirbt in Berlin für das Weltkulturerbe Japans, die Tempel und Teehäuser der früheren Kaiserstadt, die Kirschblüte. Doch immer wieder senkt sie ihren Blick auf den Tresen, wo auf einem Tablettcomputer unentwegt Meldungen aus der Heimat eintrudeln. "Wir haben ja immer wieder Erdbeben", gibt sich die Frau im Hosenanzug gelassen. "Aber wir wissen nicht, welches Ausmaß das hier hat." Zum Glück liege Kyoto weit weg vom Epizentrum des Bebens, das am Morgen Japan erschütterte.

Äußerlich alles normal

Äußerlich geht auf dem Messestand alles seinen Gang. Glänzende Prospekte und makellose Visitenkarten wechseln die Besitzer, Geschäftspartner werden bewirtet, prunkvolle Tempel und glitzernde Bürotürme flackern über Monitore - wenn da nicht der ständige Blick auf Handys und Computer wäre.

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Die japanische Mitarbeiterin Mayu Suzuki. Sie konnte ihre Eltern im Katastrophengebiet erreichen. Ihnen geht es gut.

(Foto: dpa)

Und dann überrascht auch US-Botschafter Philip Murphy und sein Tross die Tourismuswerber mit einem Besuch. "Wir sind gekommen, um unsere Solidarität und Unterstützung zu bekunden", sagt Murphy mit ernstem Blick. "Geht es ihren Familien gut?" Nach zwei Minuten ist der Diplomat wieder verschwunden. Mayu Suzuki hat er nicht gefragt. Die Eltern der jungen Frau in traditionellem Gewand leben im Erdbebengebiet. Sie weiß nur soviel: Sie haben Glück gehabt, ihr Haus steht noch. "Ihnen geht es gut", ist Suzuki sicher.

"Japan ist sicher"

Akinari Tange kann nicht abschätzen, ob das Beben Folgen für den Tourismus in seinem Land haben wird. "Reisen nach Japan ist sicher", sagt er und lächelt. "Japan hat Erfahrung, wir sind Erdbeben gewohnt. Es gibt Notfallpläne." Was soll er auch anderes sagen? Noch bis Sonntag muss er in Berlin ausharren, dann ist die Reisemesse zu Ende. Das Handy auf Tanges Bauch rührt sich nicht.

Quelle: n-tv.de, Burkhard Fraune, dpa

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