Zukunftsmacher

eGov Datentresor in der IT-Cloud

Auf der heimischen Festplatte mögen Dateien gut aufgehoben sein. Aber was, wenn man von einem anderen Rechner aus darauf zugreifen will? Was, wenn die Festplatte den Geist aufgibt? Die Antwort auf solche Fragen heißt "Cloud Computing".

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Mit Datensicherung für Cloud Computing hat eGov Erfolg.

Cloud Computing verspricht den Anwendern den grenzenlosen Zugang und die unbegrenzte Speicherung ihrer Daten – ganz egal, wo und mit welchem Rechner sie gerade ins Internet gehen. Doch den Vorteilen der von Rechnern losgelösten "Datenwolke" stehen immer noch Ängste um die Datensicherheit gegenüber. Ein Geschäftsfeld vor allem für junge Startup-Firmen.

"Sicherheit in der Cloud ist ein immens wichtiges Thema für Privatanwender und für Unternehmen. Und dafür sind sie auch bereit, Geld zu bezahlen", weiß Stephan Jacquemot, Projektleiter der High-Tech-Gründerinitiative "unternimm was". Auf dieses Sicherheitsbedürfnis setzt beispielsweise eGov, eine Ausgründung aus dem Fraunhofer-Institut Fokus in Berlin. Dort wurden die Grundlagen für ein neues Sicherheitsniveau beim Cloud Computing gelegt. Daraus entwickelte das Startup-Unternehmen eGov eine Art Banktresor für sensible Computerdaten. "trustedSafe" heißt das Produkt, das eine sichere Datenablage in der Cloud bieten soll. Das Verfahren, das von Fraunhofer Fokus entwickelt wurde, sei zum Patent angemeldet, so Walter Seemayer von eGov. "Damit ist es möglich, dem Eigentümer die volle Kontrolle über seine Daten zu geben."

Und Sicherheitsspezialist eGov hat bereits weitere Geschäftsfelder erspäht: Auch beim neuen Personalausweis sieht das 2009 gegründete Unternehmen ungeahntes Potenzial. Hier lässt sich ebenfalls das Forschungswissen nutzbar machen, diesmal für die Bedürfnisse rund um das sichere Bezahlen im Netz. "Jeder Shopbetreiber hat durch die Ausweisfunktion eine einfache Möglichkeit, Kunden sicher zu identifizieren", erklärt Seemayer. So könne er beispielsweise Waren per Nachnahme verschicken und sicher sein, dass die angegebene Adresse richtig sei.

Mit großem Partner wird's noch leichter

Die Produkte des Fraunhofer Spin-Offs überzeugen nicht nur Kunden, sondern auch Microsoft. eGov hat sich deshalb als eines von deutschlandweit 35 Startups einen Platz im High-Tech-Gründernetzwerk "unternimm was" gesichert. Damit eröffnen sich  der Firma vielversprechende Möglichkeiten:  "Microsoft unterstützt Startups auf vielfältige Weise, Innovationen zu entwickeln", sagt Stephan Jacquemot. "Im Rahmen des Bizpark-Programms geben wir beispielsweise Software kostenlos an Start-ups. In der 'Unternimm was'-Initiative, geben wir dagegen sehr viel Marketing- und Vertriebsunterstützung."

Die Chancen stehen als gut für eGov. Dafür spricht nicht nur die prominente Unterstützung, sondern auch der Markt. Schließlich wird auch beim künftigen 3D-Ausweis und den Autopapieren von morgen längst schon an verschärften Sicherheitsstandards arbeitet. Und damit eröffnen sich auch hier sich neue Anwendungsfelder im Internet, die vor allem eines benötigen: Sicherheit.

 

Quelle: ntv.de, ino