Zukunftsmacher

Da geht noch was Gründer brauchen Unterstützung

High-Tech-Gründungen gelten als DER Wachstumsmotor von morgen. Doch das Erfinderland Deutschland hat noch Nachholbedarf, das zeigt die aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

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Mit intelligenter Software wird Metaio zum Marktführer im Bereich Augmented Reality-Anwendungen.

Erfolgsgeschichten wie die des Startups Metaio, das mit seinen Augmented-Reality-Anwendungen für Furore sorgt, sind eher die Ausnahme. "Das Niveau der High-Tech-Gründungen, das wir in den Jahren seit 2000 realisieren können, liegt deutlich unter dem Niveau der Neunziger Jahre", so Georg Licht vom ZEW. Auch ein leichter Zuwachs von aktuell 3,1 Prozent mehr High-Tech-Gründungen ändert daran nicht viel. Das muss nicht nur an mangelnder Innovationskraft liegen. Die große Schwachstelle der deutschen Gründerszene ist die Finanzierung.

 

Das kann auch Stefan Lemper von Club Cooee bestätigen. Die Geschäftsführer des Startups aus Kaiserslautern mussten lange suchen, ehe sie Kapitalgeber für ihre 3D-Kommunikationsplattform fanden: "Jetzt sind wir glücklich, eine Finanzierung mit zwei französischen VCs sowie einem Schweizer Business Angel abgeschlossen zu haben. Es  ist leichter gewesen, Kapital im Ausland zu finden als in Deutschland."

Steuerfrei gründen

Mit einem eigenen Avatar in 3D Internetbekanntschaften machen – damit mischt Club Cooee die virtuellen Kontakträume kräftig auf. In Deutschland ließ sich das Konzept nur schwer finanzieren, weil hier Kapitalgeber fehlen. Venture Capitalists und Business Angels seien viel zu wenig in die Gründungsphasen deutscher Unternehmen eingebunden, bestätigt Ralph Haupter von Microsoft Deutschland. Er setzt zudem auf steuerliche Anreize: Lassen Sie uns zehn Jahre Steuerfreiheit für High-Tech-Gründer, dann bewegt sich was in Deutschland!"

 

Metaio und Cooee haben bereits viel bewegt und sie scheuen sich nicht, ihr Wissen zu teilen und voneinander zu lernen. Damit sind sie Vorbilder im High-Tech-Gründernetzwerk "unternimm was". Fast 1000 Unternehmen betreut die Initiative und hilft in der Gründungsphase. "Das ist ganz vielfältig, von der kostenfreien Technologie bis hin zur Beratung", erklärt Ralph Haupter.  

 

Der so geförderte Gründergeist schlägt Wellen, wie Daniel Gelder von  Metaio erfahren hat: ""Jetzt, wo wir bekannter werden, kommen immer mehr motivierte, junge Studenten zu uns. Und die haben oft über die Technik hinaus schon Gedanken im Kopf, wie man Ideen vermarkten und auch weiterentwickeln kann." An Innovationskraft und Ideen fehlt es also nicht unbedingt. Es braucht nur jemanden, der sie unterstützt.

 

 

Quelle: ntv.de, ino