Zukunftsmacher

Teststrecke für Kompetenzen Stärken finden beim Talentmobil

Früher ging man ins Berufsinformationszentrum, füllte einen Fragebogen aus und bekam dann ein paar Studienfächer oder Lehrberuf empfohlen. Das Berliner Talentmobil setzt anders und früher an. Mit Hilfe der neuen Medien sollen Jugendliche herausfinden, wo ihre Stärken liegen.

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Das Talentmobil setzt auf neue Medien. Trotzdem müssen die Schüler auch mal zum Stift greifen.

Mathe, Deutsch oder Bio fallen am Berliner Sartre Gymnasium aus stattdessen steht die eigene Karriere auf dem Stundenplan: Das Talentmobil ist da. Hier können Schüler Potenziale entdecken, die ihnen bei der späteren Berufswahl helfen sollen. Mit dem Berufsinformationszentrum, das man von früher kennt, hat das wenig zu tun. Stattdessen setzt das Projekt ganz gezielt auf den Einsatz von digitalen Medien. "Wir bieten den Jugendlichen damit die Möglichkeit, ihre Stärken in dem Gebiet zu entdecken, in dem sie sich auch im Alltag sehr viel bewegen", erklärt Projektleiterin Jutta Schneider.

An vier Stationen werden typische Arbeitssituationen simuliert. Hier sind die Schüler dann gefordert, mit Computerunterstützung eigenständig Lösungen zu erarbeiten. So zeigt sich schnell, wer am ehesten in die Rollen Redekünstler, Ideensprudler oder Mannschaftsspieler passt. "Wir vergleichen dann, wo sich die Schüler selbst gut einschätzen und der Beobachter das wahrnimmt", erklärt Schneider. Dieses Feedback ist wichtig, gerade mit Blick auf die Arbeitswelt, die fast nirgends mehr ohne den Einsatz von Informations-Technologie auskommt. Umso wichtiger ist es, den Nachwuchs frühzeitig darauf vorzubereiten. Doch mit bloßen Forderungen ist es längst nicht mehr getan, es wird auch gehandelt. So hat man sich bei Microsoft Deutschland vorgenommen, über die nächsten drei Jahre 30 Projekte auszusuchen und zu fördern. Bewusst habe man sich nicht für einen technologischen Rahmen entschieden, sondern für einen gesellschaftlichen, erklärt Unternehmenschef Ralph Haupter. Die Nachfrage sei groß: "Die ersten zwei Projekte haben wir aus 150 Bewerbungen ausgewählt, Das  zeigt, dass die Initiative in die richtige Richtung geht."

So ist nun auch das Berliner Talentmobil Bestandteil der "Chancenrepublik Deutschland", einer Initiative von Microsoft, die auch von der Bundeskanzlerin Unterstützung erhält. Angela Merkel ließ es sich nicht nehmen, auf der Cebit höchstpersönlich den Förderscheck zu überreichen. Das Ziel: Lokale Vorbilder fördern und bundesweit bekannt machen. "Es geht darum, den Innovationsgeist und die Innovationskraft in Deutschland zu stärken", sagt Haupter. Dass daran Bedarf besteht, zeigt eine Studie, die TNS Infratest kürzlich durchgeführt hat. "80 Prozent der Deutschen glauben demnach nicht, dass wir innovationsfreudig sind und einen wirklichen Innovationswillen haben", so Haupter. Ändern lässt sich das nur an der Basis. Das Berliner Talentmobil liefert den Beweis, dass es funktioniert – am Sartre-Gymnasiums tragen die Teilnehmer tragen nun jedenfalls ein ganz neues Selbstbewusstsein zur Schau.

Quelle: ntv.de, ino