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Die ganze Historie im Blech Alfa Romeo Tonale - der nach dem Stelvio kam

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Viel haben die Italiener in den Alfa Romeo Tonale hineininterpretiert. Für den Moment auf der Messe scheint wichtig: er sieht einfach gut aus.

(Foto: Holger Preiss)

Nach dem Alfa Romeo Stelvio kommt der Tonale. Die Italiener präsentieren in Genf ein Konzeptfahrzeug, das die gesamte Geschichte der Marke im Blech und die technische Zukunft darunter trägt.

Alfa Romeo nutzt den Genfer Autosalon, um sich weiter als sportliche SUV-Marke zu präsentieren. Ganz nebenbei ziehen die Italiener nämlich das Tuch vom Tonale, einem durchaus dynamischen SUV unterhalb des von vielen gefeierten Stelvio. Noch ist der Tonale eine Studie, aber die zeigt, wo die Reise für Alfa weitergehen soll: dort, wo der momentane Massengeschmack am Ende alle Autohersteller hinführt.

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Das Heck des Tonale ist noch markanter als das des Alfa Romeo Stelvio.

(Foto: Holger Preiss)

Doch egal, nach Aussagen der Italiener ist der Tonale eigentlich eine einzige Reminiszenz an vergangene Ikonen: So sind die 21-Zoll-Räder mit "Wählscheiben-Design" dem "ikonischen Alfa Romeo Tipo 33 Stradale aus den 1960er-Jahren" entlehnt. Die Fahrzeugflanken sollen an die beiden Spider-Modelle Duetto und Disco Volante erinnern. Die Silhouette ist hingegen "eine Hommage" an die Giulia GT Junior. Wiederum die in Dreiergruppen angeordneten Scheinwerfer rufen die "Erinnerung an die Coupéz SZ und Brera" wach.

Sportlich in allen Belangen

Nachdem wir nun die Historie von Alfa Romeo komplett ins Blech des Tonale geschnitten haben, wenden wir uns dem Innenraum zu. Auch hier fühlen sich die Designer offensichtlich voll und ganz der Historie der Marke verpflichtet. Wir machen es aber an dieser Stelle kurz: Es ist vor allem die "Tradition der Marke im Rennsport". Die lässt Alfa ja gerade wieder in der Formel 1 aufleben. Momentan noch nicht besonders erfolgreich, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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Den Innenraum des Alfa Romeo Tonale gab es für den Moment nur als gezeichnete Skizze.

(Foto: Alfa)

Lässt man mal die halbdurchsichtigen, hinterleuchteten Paneele in der Mittelkonsole weg, die es mit Sicherheit nicht in die Serie schaffen, dann bleibt immer noch eine sehr dynamische Attitüde mit auf den sportlichen Fahrer ausgerichteten Instrumenten und einer ebensolchen Farbgebung in Rot und Schwarz. Fahrdaten werden dem Fahrer durch einen 12,3 Zoll großen Zentralbildschirm vermittelt, oberhalb der Mittelkonsole ist ein 10,2 Zoll großer Touchscreen platziert. Dessen Menüs sollen sich unter anderen durch Gesten steuern lassen.

Hybrid für mehr Dynamik

Beim Antrieb setzt Alfa auf die Elektrifizierung im "Dienst erhöhter Sportlichkeit". In der Übersetzung heißt das wohl, dass der Tonale als Hybrid vorfährt. Während unter der Haube ein Verbrenner seine Arbeit verrichtet, übernimmt ein Elektromotor den Antrieb an der Hinterachse. Wie das genau aussieht, wird in Genf noch nicht verraten, dafür aber versprochen, dass sowohl das Fahrverhalten als auch das Fahrvergnügen deutlich erhöht werden. Gleiches soll durch die neu abgestimmte Fahrdynamikregelung, die unter anderen im Stelvio verbaut ist, erzielt werden.

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Jahrzehnte automobiler Sportgeschichte wollen die Designer dem Alfa Romeo Tonale ins Blech geschnitten haben.

(Foto: Holger Preiss)

Anders als bei den anderen Alfa-Modellen steht der Buchstabe D in den Fahrmodi beim Tonale nicht für Dynamic, sondern für Dual Power, also die Zusammenschaltung von Verbrenner und E-Motor. Über den Touchscreen des Infotainmentsystems lässt sich über einen Button "E-mozione" zusätzlich das Ansprechverhalten von Gaspedal, Bremse und Servounterstützung der Lenkung nachschärfen. Der Tonale soll aber auch rein elektrisch betrieben werden können. Wie weit? Ist leider noch nicht bekannt.

Bekannt ist aber, wo der Name Tonale herkommt: vom Tonale-Pass, der nicht weit vom Stilfser Joch (Passo die Stelvio) in den italienischen Alpen entfernt ist. Insofern kann mit Fug und Recht behauptet werden: Der Tonale fällt nicht weit vom Stelvio.

Quelle: n-tv.de

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