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Ein Superlativ für Genf Bugatti "La Voiture Noire1" - Hyper, Hyper

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Bugatti präsentiert in Genf den "La Voiture Noire1" und feiert sich damit ordentlich.

(Foto: Holger Preiss)

Superlative gehören zum Genfer Salon wie die Butter zum Brot. Mal so richtig dick aufgestrichen hat diesmal Bugatti. Die stellen mit dem "La Voiture Noire1" einen Hypersportwagen aus, der in einigen Belangen bisherige Superlative pulverisiert.

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Irgendwie ist der Bugatti bei so viel Elektromobilität auch wieder recht erfrischend.

(Foto: Holger Preiss)

Noch nie gab es so viel Elektromobilität auf dem Genfer Autosalon wie in diesem Jahr. Ob das daran liegt, dass sich einige Marken der Schau entzogen haben oder ob das einfach einem neuen Zeitgeist geschuldet ist, von dem man noch nicht wirklich weiß, ob er sich durchsetzt oder ob die Batterie genauso schnell an Leistung verliert wie vor 130 Jahren, als die Elektromobilität schon einmal über alle anderen Antriebsarten gestellt wurde, lässt sich an dieser Stelle noch nicht sagen. Doch in diesem Text soll gar nicht die Rede von den vielen Stromern in Genf sein, das werden wir an anderer Stelle nachreichen. Hier und jetzt soll vielleicht zum letzten Mal ein Superlativ abgefeiert werden, der sich so in Genf nicht angekündigt hat: der Bugatti "La Voiture Noire1".

Tatsächlich steht die Zahl nach dem Namen dafür, dass es sich hier um ein Einzelstück handelt. Eine Fingerübung der Ingenieure der französischen Superwagenschmiede unter dem VW-Dach, die einfach beweisen soll, dass man sich und der Welt zum 110. Geburtstag beweist, dass man immer noch "die stärksten, luxuriösesten und exklusivsten Hypersportwagen der Welt baut". Deshalb jubelt Bugatti-Chef Stephan Winkelmann bei der Präsentation in Genf auch, dass man hier "ein Coupé mit dem Komfort einer Luxuslimousine und der Kraft eines Hypersportwagens" ausstellen würde.

1500 PS aus 16 Zylindern

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Bugatti-Chef Stephan Winkelmann feiert das Unikat.

(Foto: Bugatti)

Und tatsächlich, die Leistungsdaten haben es in sich: Auch im Mittelpunkt dieser Schöpfung steht der "ikonenhafte 16-Zylinder-Motor", der auch den aktuellen Bugatti Chiron befeuert. "Kein anderes Fahrzeug auf der Welt besitzt so einen Motor", feiert Winkelmann die Schöpfung weiter. Und tatsächlich, das 16-Zylinder-Aggregat schöpft aus acht Liter Hubraum 1500 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 1600 Newtonmetern. Über sage und schreibe sechs Endrohre wird diese Kraft dann tonal nach außen getragen.

Über die Details der Leistungsdaten der schwarzen Schönheit verrät Bugatti in Genf nichts. Aber es kann getrost davon ausgegangen werden, dass die ob des identischen Triebwerks mit dem des Chiron gleich sind. Also, Tempo 100 ist in 2,4 Sekunden Geschichte, 200 km/h in 6,1 Sekunden erreicht. Wer sich 13,1 Sekunden Zeit nimmt, fliegt an der 300-km/h-Marke vorbei und nach 32,6 Sekunden steht die Tachonadel auf der 400. Die Spitze für den Chiron gibt Bugatti mit 420 km/h an.

Für elf Millionen Euro ein Schnäppchen

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Die sechs Endrohre des Bugatti "La Voiture Noire1"sind schon eine Macht.

(Foto: Holger Preiss)

Der tiefschwarze "La Voiture Noire" ist eine Reminiszenz an den seit dem Zweiten Weltkrieg verschollenen Typ 57 SC Atlantic, das vermutlich momentan mit einem Schätzpreis von 100 Millionen Euro teuerste Auto der Welt, wenn man es denn finden würde. Fakt ist, dass der Wagen als die berühmteste Kreation von Jean Bugatti gehandelt wird. Das herausragende Designstück des Wagens war der Kamm, der senkrecht vom Scharnier der teilbaren Motorhaube bis zum Heckende verlief. Heute gilt der Wagen als einer der außergewöhnlichsten Grand Tourisme, die je gebaut wurden.

Im Vergleich zum Ideengeber ist der "La Voiture Noire" mit einem Kaufpreis von elf Millionen Euro, ohne Steuer, ein absolutes Schnäppchen. Wer jetzt allerdings schon die Taler zählt, kann aufhören. Bugatti hat das Unikat bereits an einen "Enthusiasten" verkauft. Der kann sich freuen, denn trotz des vergleichsweise kleinen Preises hat er den teuersten Neuwagen aller Zeiten erstanden. Und es steht zu befürchten, dass, wenn er ihn nicht gegen die Wand fährt, der Preis mit den Jahren steigen wird. Insofern hat der "Enthusiast" seine Millionen mit Sicherheit gut angelegt.

Quelle: n-tv.de

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