KPM-Porzellan und SchaltknaufBugatti und Ferrari setzen auf mehr Handarbeit - auch von Kunden

Im Wettstreit um die exklusive Käuferschaft greifen Sportwagenbauer zu ungewöhnlichen Mitteln. So auch bei aktuellen Projekten: Bugatti veredelt den Mistral in kunstvoller Manufakturarbeit und Ferrari lässt die Kundschaft im 12Cilindri wieder schalten und walten.
Während sich gewöhnliche Autokäuferinnen und -käufer mit Extras wie einer Klimaautomatik oder Sitzheizung abgeben müssen, sind dem persönlichen Gestaltungsspielraum in der Luxuswelt keine Grenzen gesetzt. Und wo die Maschinen nicht weiterkommen, muss halt die Manufaktur ran.
Das beweist Bugatti gerade mit dem zweiten Auto aus seinem maßgeschneiderten Sur-Mesure-Programm. Dafür haben die Franzosen den Mistral zusammen mit der Berliner Luxus-Porzellanmarke KPM (Königliche Porzellan-Manufaktur) in Weiß gehüllt. Als Basis dieses 1176 kW/1600 PS starken Mistral Blanc Éternel dient laut Bugatti der mit 420 km/h schnellste Roadster der Welt, dessen Carbonkarosserie in Weiß gehalten und in Handarbeit mit schwarzen Konturlinien verziert wurde.
Zudem haben kundige Hände viele Anbau- und Zierteile tatsächlich aus Porzellan gefertigt. Den Preis für das Einzelstück nennen die Partner nicht. Aber da der auf 99 Exemplare limitierte Mistral ohnehin schon knapp sechs Millionen Euro kostet, könnte das Einzelstück womöglich achtstellige Sphären erreichen.
Ferrari bietet Handarbeit - für die Kundschaft
Auch bei Ferrari dreht sich gerade alles um Handarbeit - allerdings muss die von der Kundschaft geleistet werden. Denn nachdem die Italiener ihre Fanbasis mit dem elektrischen Luce - vorsichtig formuliert - irritiert haben, beweisen sie jetzt wieder Sinn für Tradition: Ferrari bringt seinen Zwölfzylinder-Sportwagen 12Cilindri jetzt auch mit Handschaltung.
In der auf 1499 Exemplare limitierte "Manuale"-Variante arbeitet ein spezielles "Manuale by-wire"-System, das einen klassischen Schalthebel mit offener Kulisse und ein Kupplungspedal mit der Technik des Achtgang-Doppelkupplungsgetriebes kombiniert.
Anders als bei einer konventionellen Handschaltung werden die Bewegungen von Schalthebel und Kupplungspedal elektronisch erfasst und an das Getriebe weitergegeben. Ferrari will damit das analoge Schaltgefühl früherer Sportwagen mit moderner Getriebetechnik verbinden. Geschaltet werden kann in den ersten sechs Gängen sowie im Rückwärtsgang, alternativ steht ein Automatikmodus zur Verfügung. Schaltwippen am Lenkrad gibt es anders als beim Standardmodell mit Automatik nicht.
Angetrieben wird der 12Cilindri Manuale vom bekannten 6,5-Liter-V12-Saugmotor mit 611 kW/830 PS. Der Sprint von 0 auf 100 km/h soll in 2,9 Sekunden absolviert sein, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei gut 340 km/h.
Optisch unterscheidet sich die Sonderserie unter anderem durch ein eigenes Emblem, geschmiedete Fünfspeichenräder sowie Designzitate an klassische Ferrari-Modelle von den Standardvarianten. Preise nennt Ferrari nicht, die normale Automatikvariante kostet knapp 400.000 Euro.