Leicht überarbeitetCrossover-Mittelklasse Peugeot 408 startet in die zweite Lebensphase
Von Patrick Broich, Brüssel/Paris
Peugeot verpasst dem 408 ein leichtes Facelift und schafft es, dem coupéartigen Viertürer mit minimalem Aufwand einen maximalen Modernisierungseffekt zu bescheren. ntv.de hat den Franzosen bereits inspiziert.
Die noch bis zum 18. Januar stattfindende Brüssel Motor Show hat einige mehr oder weniger umfangreiche modernisierte Autos im Gepäck, darunter auch etliche Stellantis-Neuheiten. Eine davon ist der an sich schicke, aber in Deutschland nicht ganz so populäre Peugeot 408.
Eigentlich unverständlich, denn das ästhetische Crossover mit vier Türen im Coupé-Look plus Kombi-Flexibilität (über 1600 Liter Gepäckraumvolumen) führt Eleganz sowie Praxistauglichkeit zusammen. Ob das kleine Facelift den Verkauf ankurbelt, sei dahingestellt, aber Peugeot hat den eleganten Tourer noch einmal nachgeschärft und optisch aktualisiert.
Auf die Gefahr hin, die Leserschaft mit diesem Thema zu langweilen - Trend ist Trend, und der wird auch bei den Franzosen nicht verpennt: Das Markenlogo in der Frontmaske ist ab sofort beleuchtet. Wobei es eher der Stellantis-Konzern ist, der etlichen Autos jetzt diesen Stil verordnet, da ist Peugeot bloß eine unter vielen Marken. Und auch der Gag mit dem rot illuminierten Markennamen auf dem Heckdeckel reicht von Jeep über Opel und ist jetzt eben auch bei Peugeot angekommen. Sieht im Kontext mit dem 408 aber besonders cool aus. Andererseits polarisiert dieser Effekt - ob er gefällt oder nicht, liegt letztlich in den Augen der Betrachter.
Und unter dem Blech hat sich ebenfalls etwas getan, wenngleich die Eingriffe mehr oder weniger kosmetisch ausfallen. Etwas mehr beim Plug-in-Hybrid, dessen 180 PS starker 1,8-Liter-Vierzylinder seine 250 Newtonmeter ab sofort an ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe statt wie früher in Richtung Achtgang-Wandlerautomaten leitet. Das ist schon ein ordentlicher Eingriff in die Hardware.
Und noch eine kleine Überraschung hält sein Datenblatt bereit: Die Systemleistung beträgt jetzt 240 statt 225 PS, obwohl das Elektroaggregat weiterhin 125 PS Output bringt und der Otto nicht stärker geworden ist. Der Trick liegt in der Verschiebung der Betriebspunkte, es handelt sich also um eine rein softwarebasierte Lösung. Die Batteriekapazität beträgt weiterhin 14,8 kWh und langt für 85 Kilometer rein elektrische Fahrt in urbanen Gefilden. Nimmt man beide Maschinen zusammen, sprintet der Hybrid innerhalb von 7,5 Sekunden auf 100 km/h und rennt 233 Sachen.
Akku könnte mehr Kapazität vertragen
Etwas weniger getan hat sich bei der vollelektrischen Ausgabe, aber auch nicht nichts. Es gibt 213 statt 210 PS, und der Verbrauch ist dank aerodynamischen Feinschliffs minimal gesunken, nämlich auf 14,7 kWh pro 100 Kilometer in der gemittelten WLTP-Disziplin unter optimalen Voraussetzungen.
Ein Knackpunkt ist der Stromspeicher. Denn seien wir ehrlich - für eine 4,69 Meter lange Mittelklasse sind 58 kWh (netto) Akkukapazität einfach zu wenig. Zumindest, wenn das die einzige Version ist. Aber mehr scheint nicht drin zu sein bei der alternden EMP2-Plattform, hier muss der Interessent auf den STLA-Nachfolger warten, um deutlich mehr Reichweite zu bekommen. Aktuell sind es 456 Kilometer (WLTP), real wird das erfahrungsgemäß kaum hinhauen, vor allem nicht bei kalter Witterung.
Dann eben zurückgreifen auf den 145 PS starken Benziner mit drei Zylindern sowie 1,2 Litern Hubraum. Die Leistung setzt sich aus 136 Verbrenner-Pferdchen sowie 21 elektrischen PS zusammen. Außerdem pumpt das Elektroaggregat zusätzlich 51 Newtonmeter in den Antriebsstrang mit Sechsgang-Doppelkuppler. In der Spitze sind 205 Sachen drin, was deutlich oberhalb der Elektroversion (160 km/h) liegt. Mit einem WLTP-Verbrauch von fünf Litern je 100 Kilometer zählt der Hybrid zu den betont sparsamen Fahrzeugen dieser Größe.
Zum Schluss noch ein paar Wörter zu den kleinen Modelländerungen im Innenraum. Hier sollen vor allem neue Stoffbezüge überzeugen und die auf Wunsch erhältliche Alcantara-Polsterung mit distinguiertem Touch. Nach einer ersten Sitzprobe in der zweiten 408-Serie lässt sich jedenfalls bestätigen, dass es in dem Franzosen recht wohnlich zugeht. Das war früher allerdings auch schon so. Früher gab es indes noch nicht den neuen optionalen Grünton, in dem der überarbeitete 408 präsentiert wird. Damit wird der in Mülhausen im Elsass gebaute Crossover endgültig zum Hingucker.