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Seats neue Sportlichkeit Cupra präsentiert sich als Marke in Genf

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Der Ateca ist das erste Fahrzeug der neuen Marke Cupra.

Holger Preiss

Mit neuem Logo und als eigenständige Marke präsentiert sich Cupra als die sportliche Seite von Seat auf dem Autosalon in Genf. Die ersten Fahrzeuge, die der Hersteller zeigt, sind der Ateca und ein Cup-Racer mit Elektroantrieb.

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Auch am Heck hat der Cupra Ateca seine eigene Optik.

(Foto: Holger Preiss)

Der Drang der Autohersteller, Submarken zu gründen, hat seit einiger Zeit zugenommen. Denken wir nur an DS, die sich jetzt als Premium-Marke abseits der Alltagsfahrzeuge von Citroen etablieren wollen. Polestar, die einstige Tuning-Abteilung von Volvo, ist seit vergangenem Jahr für Hybrid- und Elektroautos der Schweden verantwortlich. Um diese Schiene abzudecken, haben BMW das i zur Marke gemacht und Mercedes EQ ins Leben gerufen. Andere Submarken wie Abarth sind historisch gewachsen. Die italienische Autoschmiede wurde 1971 von Fiat übernommen. Seitdem sind die besonders leistungsstarken Modelle aus Turin mit dem Skorpion gelabelt.

Und genau das soll jetzt auch mit Cupra passieren. Wir erinnern uns: Wer einen leistungsstarken Seat kaufen will, der entscheidet sich für eine Cupra. Seit dem 22. Februar 2018 ist die Marke eigenständig. Na gut, nicht ganz. Die Fahrzeuge kommen natürlich immer noch von Seat, werden auch wie bisher in Martorell umgebaut, jetzt aber mit einem eigenen Logo versehen. Ob das gefällt, ist Geschmackssache. Wer flüchtig hinguckt, könnte es für eine Adaption des Teufels von César Manrique halten oder für einen stilisierten Stierkopf. Ist es aber alles nicht, es handelt sich schlicht und ergreifend um zwei in sich verhakte "C". Steht für Cupra, klar.

Sportsgeist im Premiumformat

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Der Cupra e-Racer. Noch ist er eine Studie, ab 2019 soll er auf der Rennstrecke fahren.

(Foto: Holger Preiss)

Das sieht auch gar nicht so schlecht aus, wenn man dem Ganzen nicht solch eine eigenwillige Farbe gegeben hätte. Kupfer soll es sein, kommt aber an den betonfarbenen ersten Fahrzeugen wie Roségold rüber. Muss man mögen, denn auch die Felgen und das Interieur ziert diese Farbe. Auf dem Genfer Autosalon jedenfalls schlug die neue Marke erstmals auf. Zum einen mit einem Cupra Ateca, zum anderen mit einem e-Racer. Während der erstgenannte bereits im Herbst dieses Jahres ab 43.000 Euro für die Kunden verfügbar sein soll, ist der e-Racer der Prototyp eines Fahrzeuges der noch nicht gegründeten TCR-E-Rennserie.

Die Basis für den e-Racer bildet der Seat Leon Cup Racer, der seit 2014 sehr erfolgreich in der TCR-Serie unterwegs ist. Witzigerweise ist der Motor, mit dem der Cup Racer befeuert wird, die aufgebohrte Variante des Triebwerks, das im Cupra Ateca arbeitet. Das SUV hat nämlich wie der Leon Cupra einen 2,0-Liter-Vierzylinder unter der Haube, der 300 PS leistet und die Fuhre in 5,4 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Die Kraft wird über ein 7-Gang-DSG an alle vier Räder verteilt. Ja, damit und mit 245 km/h Vmax reiht sich der Cupra Ateca in die Phalanx der Premium-SUV ein.

Vision und Gegenwart

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Auch der Innenraum des Cupra Ateca präsentiert sich eigenständig.

(Foto: Holger Preiss)

Auch im Innenraum setzt man beim Cupra Ateca auf ein etwas hochwertigeres Ambiente. Alcantara-Sportsitze sind da nur eine Beigabe. Hinzu kommen ein abgeflachtes Sportlenkrad, ein volldigitales Display, Start-Stopp-Knopf und ein Fahrmodischalter. Der schwarze Dachhimmel macht es etwas düster im Innenraum, lässt aber dafür die kupferfarbenen Ziernähte besser zur Geltung kommen. In jedem Fall findet der Cupra Ateca seine Fans, auch wenn das mit der Farbe des Logos nicht jedermanns Sache ist.

Doch kommen wir noch mal auf die e-Racer-Studie zurück, die sich als künftige emissionsfreie Performance-Variante eines Cupra empfehlen möchte. Die Daten jedenfalls sprechen für sich. Die Dauerleistung gibt man in Martorell mit 408 PS an. Mit entsprechendem Boost sollen es in der Spitze sogar 680 PS sein. Damit ist eine Beschleunigung aus dem Stand in 3,2 Sekunden auf 100 km/h und in 8,2 Sekunden auf Tempo 200 möglich, so die Cupra-Ingenieure. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 270 km/h erreicht. Wie weit der Akkumulator den e-Racer angesichts dieser Leistungsdaten trägt und wie lange er zur Befüllung an die Dose muss, das verschweigt die Sportwagenschmiede hingegen noch.

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Die Grundlage für den e-Racer bildet der Cupra Cup-Racer.

(Foto: Holger Preiss)

Nun gut, ist ja auch nicht so wichtig, schließlich handelt es sich um eine Studie und da darf man seiner Phantasie ja auch mal freien Lauf lassen. Und bis 2019 ist ja noch ein wenig Zeit. Dann nämlich soll der e-Racer in speziellen Wettbewerben für Tourenwagen mit reinem Elektroantrieb an den Start gehen. Und hier sagt Cupra: "Das Format, die Renndauer und die Art, wie Fahrer, Teams und Fans diese Rennen erleben, werden völlig anders sein: viel aktiver, unglaublich dynamisch, intensiv und aufregend." Wow, also ganz anders als die Formel-E-Rennen.

Wie dem auch sei. Der geneigte Straßensportfahrer darf auf jeden Fall auf den Ateca als Boliden mit dem verschränkten C gespannt sein. Und wem das eine Nummer zu groß ist, der kann sich für die Zukunft auf Modelle wie den Cupra Arona oder Cupra Ibiza freuen. Im kommenden Jahr wird übrigens auch der Leon als echter Cupra auf den Markt kommen.

Quelle: n-tv.de

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