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De mortuis nihil nisi bene Diese Autos gibt es 2019 nicht mehr

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Die kleine, aber feine Fangemeinde dürfte um den Subaru WRX STi trauern.

Man muss deswegen keine Trauermiene aufsetzen. Aber eine kleine Träne kann man schon verdrücken, wenn man sich an die Autos erinnert, die uns 2018 verlassen haben.

Es ist wieder einmal Zeit für gesetzte Worte zum Abschied der in den vergangenen zwölf Monaten eingestellten Autos und über weitere Abschiede. Damit es nicht zu salbungsvoll wird, gilt es, hin und wieder die Regel, über einen Verblichenen nichts Schlechtes (de mortuis nihil nisi bene) zu sagen, zu ignorieren.

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Pünktlich zum silbernen Modelljubiläum geht der Punto, das ehemalige Brot- und Butter-Auto und Bestseller vor Fiat.

Was für ein Jahr! Wer dachte, 2018 würde für die Autoindustrie endlich ruhiger werden und sie könnte sich wieder auf ihre Kernkompetenzen wie Entwickeln, Produzieren und Verkaufen von Fahrzeugen konzentrieren, hat sich getäuscht. Der Dieselabgasskandal beschäftigt weiterhin nicht nur den VW Konzern, diesen aber zu Recht besonders. Und nicht nur ihn als allgemeines Abstraktes, sondern gleich den einen oder anderen hochrangigen Funktionär des Unternehmens im Speziellen. Dass zum Beispiel ein Vorstandsvorsitzender, der sich dem Firmenslogan "Fortschritt durch Technik" verpflichtet hatte, durch seine nicht ganz dem Geiste des Ausspruches konforme Interpretation dieser Aussage hinter schwedischen Gardinen wiederfand und somit "vom Markt" genommen wurde, ist schon bemerkenswert.

Bleiben wir beim Thema Selbstzünder: Dieselmotoren mit komplexer Abgastechnologie machen Kleinwagen teuer. So verwundert es nicht, dass immer mehr Hersteller wie zum Beispiel VW beim Polo auf einen solchen Antrieb im Motorenprogramm des A-Segments verzichtet. Gleich den großen Diesel-Kehraus in Deutschland haben derweil Marken wie Toyota, Nissan, Subaru und Suzuki vollzogen.

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Der Geländewagen-Klassiker Pajero geht nach 36 Jahren Modellgeschichte in den wohlverdienten Ruhestand.

Mitte des Jahres kam der Eindruck auf, dass viele Modelle vom Markt verschwunden sein. Doch mitnichten. Sie standen nur Schlange und zwar vor Prüfständen. Die Umstellung auf das neue Verbrauchsmessverfahren WLTP dauerte – Überraschung! - länger als gedacht, und so hingen zumeist die deutschen Hersteller mit ihrem vielfach aufgefächerten Karosserie- und Motorenangebot hinterher. Zumal der eine oder andere Ingenieur vorrangig mit der Abarbeitung der Folgen des Diesel-Skandals beschäftigt war. Die Hersteller nahmen also zwischendurch einfach Modelle vom Markt, die noch nicht rechtzeitig vor dem 1.Septmeber nach den entsprechenden Richtlinien zertifiziert waren.

Pajero und Punto

Natürlich verschwanden 2018 auch Modelle ganz vom Markt. Gar nicht mehr mitspielen darf zum Beispiel bei Mitsubishi ein Oldie. Der Geländewagen-Klassiker Pajero geht nach 36 Jahren Modellgeschichte in den wohlverdienten Ruhestand, immerhin war die letzte und vierte Generation seit 2007 am Start. Die Gründe für den Renteneintritt sind vielschichtig, dazu zählen aber sicherlich gestiegene und gewandelte Kundenansprüche sowie moderne Abgas- und Sicherheits-Vorschriften.

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Den Alfa 4C gibt es künftig nur noch als Cabrio.

Dass irgendwann einfach Schluss sein muss, kann man ebenfalls bei Fiat sehen. Pünktlich zum silbernen Modelljubiläum geht der Punto, das ehemalige Brot- und Butter-Auto und Bestseller des italienischen Herstellers, sang- und klanglos. Das Sparen und Nicht-Investieren bei der italienischen Kernmarke zeigen Konsequenzen. Wie lange sich die betagten Modelle Panda und 500 noch halten können? Dem Alfa Mito, einem Ableger des Punto, hat übrigens ebenfalls sein letztes Stündlein geschlagen. Merke, auch Schönlinge werden nicht verschont. Das gilt auch auf den Alfa 4c, dessen Coupé-Produktion jetzt ausläuft, immerhin bleibt der 4c Spider noch ein wenig am Markt. Alfa-Sportwagenfans müssen sich auf das Debüt des neuen 8c gedulden.

Auskehr bei BMW und Mitsubishi

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Das BMW 6er Coupé ist wie die Cabrio-Variante nun Geschichte.

Für ein weiteres Coupé stoppten dieses Jahr die Produktionsbänder. Das BMW 6er Coupé ist wie die Cabrio-Variante nun Geschichte. Somit stehen Liebhaber dieser Karosserieform nach der Einführung des 8ers nicht vor der Qual der Wahl, ob sie sich für entsprechenden Ausführungen der Nummer 6 oder 8 entscheiden sollen. Die Münchener haben ihnen die Entscheidung zugunsten der Ziffer 8 abgenommen. Wenn schon Coupé, dann auch richtig teuer.

Weggenommen hat BMW seinem Elektrofahrzeug i3 den Range Extender. Der kleine Motor, der die Batterie während der Fahrt aufladen kann, hat in Europa also ausgedient. Schließlich soll der E-Kleinwagen nach dem aktuellen Akku-Upgrade jetzt bis zu 260 Kilometer Reichweite stromern können.

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Ein Nachfolger des Citroën C4 muss erst noch gefunden werden.

Mangelnde Reichweite und schon fast neun Jahre auf dem Buckel bedeuten das Verkaufsende für das Mitsubishi Electric Vehicle. Die Japaner bilden ja mittlerweile mit Nissan und Renault eine Allianz, da sollte es nicht schwerfallen, einen moderneren Ersatz für das Elektrowägelchen anbieten zu können.

Seat Toledo und Citroen C4 gehen ohne Ersatz

Ganz ohne Ersatz geht der Seat Toledo. Das etwas biedere Spanier, der mehr oder weniger baugleich mit dem Skoda Rapid Stufenheck war, wird nach dem Produktionsende des Rapid Stufenhecks nicht mehr gebaut. Auch ein Nachfolger des Citroën C4 muss erst noch gefunden werden.

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Der VW Beetle hat es hinter sich.

Der C4 Cactus und der C4 Spacetourer müssen erst einmal als Alternativen herhalten. Ersatzlos aus dem VW-Programm verschwindet derweil nach dem Aus des Beetle Coupé 2017 das Beetle Cabrio.

Toyota schiebt den Avensis Kombi aufs Abstellgleis, damit haben die Japaner zurzeit kein Mittelklassemodell mehr im Angebot. Der Camry soll es dann nächstes Jahr richten. Ohne den Pulsar startet Nissan ins nächste Jahr. Wer oder was ist der Pulsar, werden sich viele fragen. Es war ein Kompaktmodell (seit 2014) und ähnlich erfolglos wie sein schon vergessener Vorgänger Tiida.

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Dass der Infiniti Q70, ein Mitglied von Nissans Nobeltochter, vom Markt verschwindet, erregt mangels bisheriger Marktdurchdringung keine Aufmerksamkeit.

Der Van Evalia aus dem Hause Nissan geht zumindest aus Altersgründen. Vorerst verfügbar bleibt jedoch die elektrische Variante. Dass der Infiniti Q70, ein Mitglied von Nissans Nobeltochter, vom Markt verschwindet, erregt mangels bisheriger Marktdurchdringung keine Aufmerksamkeit. Genauso wird das Produktionsende von DS4 und DS5 vermutlich keine allzu weitverbreitete Trauerstimmung erzeugen.

Das sieht beim Wegfall des Subaru WRX STi ganz anders aus. Die Fangemeinde trauert, dass das sportliche Topmodell der Marke aufgrund der Abgasvorschriften eingestellt wird. Fehlen werden den Fans unter anderen der 300 PS starke Vierzylinder-Boxermotor und sicherlich auch die goldfarbenen Felgen.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x