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Verbot für Großveranstaltungen Genfer Autosalon wegen Corona abgesagt

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Das Schweizer Verbot für Großveranstaltungen tritt sofort in Kraft und soll mindestens bis zum 15. März gelten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Genfer Autosalon wird nicht stattfinden. Damit fügen sich die Veranstalter der internationalen Messe einer neuen Regelung der Schweizer Regierung. Danach sind wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen vorerst alle Großveranstaltungen verboten.

Der für kommende Woche geplante Genfer Autosalon ist nach Angaben örtlicher Behörden abgesagt worden. Wegen der steigenden Zahl von Coronavirus-Fällen hat die Schweiz alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen verboten. In einer Erklärung des Kabinetts hieß es, angesichts der Ausbreitung des Coronavirus habe der Bundesrat die Situation als "speziell" im Sinne des Epidemiengesetzes eingestuft. Das Verbot trete sofort in Kraft und gelte mindestens bis zum 15. März.

Unterdessen haben sich auch die Organisatoren zu Wort gemeldet: "Wir bedauern diese Situation, aber die Gesundheit aller Beteiligten ist für uns und unsere Aussteller absolute Priorität. Dies ist ein Fall von höherer Gewalt. Für die Aussteller, die massiv in ihre Präsenz in Genf investiert haben, ist dies ein herber Verlust. Wir sind jedoch überzeugt, dass alle Betroffenen diese Entscheidung verstehen werden.", so Maurice Turrettini, Präsident des Stiftungsrates.

Viele Aussteller hatten zuvor angekündigt, nur mit verkleinerter Mannschaft anzureisen. Der chinesische Autobauer Byton hatte am Freitagmorgen seine Teilnahme abgesagt "aufgrund der bislang ungeklärten Covid-19-Risikolage in Genf und der Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Die Organisatoren der Messe hatten bis zuletzt an ihren Plänen festgehalten. Noch am Mittwochabend hatten sie erklärt, der Eröffnung am Montag stehe nichts im Wege.

Zuletzt war auch in der Schweiz die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus gestiegen. Mit der Absage reiht sich die Automesse in die Serie von Veranstaltungen ein, die wegen der Ansteckungsgefahr nicht stattfinden können. Als erste in Europa war der Mobile World Congress (MWC) in Barcelona abgesagt worden. In China, wo das Virus als erstes aufgetaucht war, wurde bereits die für Ende April geplante Automesse Peking auf unbestimmte Zeit verschoben.

Autonachfrage soll durch Coronavirus weltweit sinken

Auch die Veranstalter der Genfer Uhrenmesse haben ihre Ausstellung als Vorsichtsmaßnahme abgesagt. In Genf zeigen die Hersteller üblicherweise die Auto-Premieren des Frühlings sowie technische Neuheiten. Die Messe gilt zudem als wichtige Orientierung für den Verlauf der Autokonjunktur. In diesem Jahr wird erwartet, dass die Autonachfrage wegen des Coronavirus weltweit sinken wird. In China, wo die Epidemie ihren Ausgang nahm, ist der Absatz bereits eingebrochen.

Zum Genfer Autosalon, der ab Montag stattfinden sollte, waren im vergangenen Jahr 600.000 Besucher gekommen. Die Messe hätte am Montagnachmittag mit einer Preisverleihung für das "Auto des Jahres" und ersten Presseveranstaltungen starten sollen und am Donnerstag ihre Tore für das Publikum öffnen sollen. Nun muss der Abbau organisiert werden. Die finanziellen Folgen für alle an der Veranstaltung Beteiligten sind erheblich und müssen in den kommenden Wochen bewertet. Die Messe selbst kündigte an, das Geld für bereits gekaufte Eintrittskarten zu erstatten.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa/rts