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Im Windschatten des Platzhirsches Honda Crosstourer greift an

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Im Windschatten von BMW: die neue Honda Crosstourer.

Honda

Honda war in den vergangenen Jahren bei den Reiseenduros stark vertreten. Mit der Crosstourer gehen die Japaner neue Wege, wollen aber an alte Erfolge anknüpfen. Dabei soll nicht zuletzt eine variable Art der Schaltung helfen.

Auch Biker zeigen gerne, war sie haben, darin unterscheiden sie sich nicht von Autofahrern in schweren Geländewagen oder SUVs. Das erfolgreichste Motorrad ist seit Jahren eine schwere Geländemaschine: die BMW R1200 GS. Mit der neuen Honda Crosstourer wollen die Japaner jetzt auch in diesem Segment stärker mitmischen. Die Zutaten sind ähnlich: klares Design, kräftiger V-4 mit 1,2 Liter Hubraum (95 kW/129 PS) und einen stolzen Preis von 13.845 Euro.

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Das Doppelkupplungsgetriebe hat die Crosstourer BMW voraus.

(Foto: Fabian Hoberg/sp-x)

Doch die Honda kann mehr als nur auf dicke Hose machen. Neben der robusten Optik, den groben Stollenreifen und der hohen Sitzposition bietet die Honda etwas, das BMW noch nicht hat: das Doppelkupplungsgetriebe DCT. Das arbeitet ähnlich einer Automatik, lässt sich aber auch wie eine sequenzielles Renngetriebe per Hand bedienen. Der Kupplungshebel fehlt, dafür gibt es an der rechten Bedieneinheit die Möglichkeit zwischen den drei Modi manuell, drive und sport zu wählen. Auf der linken Seite kann per Wippen hoch- und runtergeschaltet werden.

Das klappt in der Praxis nach den ersten paar Metern sehr gut. Hat man sich erst einmal an die fehlende Kupplung gewöhnt, übernehmen Zeigefinger und Daumen die Schaltarbeit wie von alleine. Ohne Zugkraftunterbrechung und nur von einem leisen "Klacken" untermalt, schiebt die Honda zügig voran. 1000 Euro verlangt Honda für diesen zehn Kilogramm schweren Komfort, der vor allem für Wiedereinsteiger interessant sein dürfte. So können sie sich voll auf den Straßenverkehr konzentrieren, weniger aufs Suchen des richtigen Ganges. Mit Hilfe hinterlegter Kennfelder passen sich die Schaltvorgänge dem praktizierten Fahrstil an.

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Per Wippe kann hoch- und runtergeschaltet werden.

(Foto: Fabian Hoberg/sp-x)

Verzichtet wurde beim Crosstourer dagegen auf die bunte Afrika-Romantik und Optik der Vorgänger Varadero und Africa Twin. Das Design des Crosstourers reiht sich nun in die aktuelle Modellfamilie der Japaner brav ein. Zu erkennen ist das unter anderem an der langen Nase unterhalb des Scheinwerfers, der kantigen Seitenverkleidung und dem Digitaltacho.

Honda bezeichnet die neue Crosstourer ehrlicherweise als Straßen-Enduro, was bei einem Leergewicht von 275 Kilogramm auch gut ist. Auf Schotterstrecken und Feldwegen kann sie noch leicht bewegt werden, schweres Gelände ist aber ihre Sache nicht mehr. Richtig wohl fühlt sie sich aber auf Asphalt. Dann kann der bärige 1,2-Liter-V4 mit 129 PS voll ausgeschöpft werden. Unterhalb von 4000 Touren brabbelt das Triebwerk vor sich hin und ist ideal für den gemütlichen Ritt über Landstraßen. Wer es giftig haben möchte, dreht über 6000 Touren und freut sich auf bissiges Ansprechverhalten und sportliches Fahren. Fast wie ein Sporttourer und mit schleifenden Fußrasten kann es dann über kurvige Strecken gehen.

Auch auf Autobahn hängt die Reiseenduro bis 209 km/h gut am Gas. Dabei lassen sich die sechs Gänge des manuellen Getriebes schnell durch die Box jagen und die Kardanwelle reicht unspektakulär die Kraft weiter. Lediglich die weich abgestimmte Vordergabel und das Bremsnicken stören bei forcierter Gangart. Mit einem anderen Gabelöl oder härteren Feder lässt sich das aber beheben. Auf ein elektronisches Fahrwerk wie bei Ducati oder BMW müssen Honda-Kunden verzichten.

Ebenso wie auf eine schnell verstellbare Spoilerscheibe, die den Wind bei 1,80 Meter langen Personen nicht direkt auf den Helm leitet. Dafür sitzt der Fahrer aber bequem im Sattel mit der Einmuldung und beherrscht die Honda mit leichtem Druck in jeder Kurve. Für Fernreisen gibt es das passende Zubehör wie einen Koffersatz, Heizgriffe, Sturzbügel, Hauptständer und Bordsteckdose. Serienmäßig sind Traktionskontrolle, ABS mit Kombifunktion (für vorne und hinten) und Bordcomputer mit an Bord. Damit will Honda den Platzhirsch BMW zwar nicht von der Streck verscheuchen, aber zumindest ganz dicht im Windschatten auf Platz zwei fahren.

Quelle: n-tv.de, sp-x

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