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Cupra, elektrisieren Sie Steht die Marke Seat vor dem Aus?

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Der Cupra El Born wird das erste Elektroauto der Sportmarke aus dem Werk in Martorell sein.

(Foto: Cupra)

Der Wille zur totalen Elektrifizierung aller Fahrzeuge des VW-Konzerns könnte unter Umständen das Aus für die Marke Seat sein. Liest man einen Post von VW-Chef Herbert Diess nach einem Treffen im Werk im spanischen Martorell, könnte man diesen Eindruck gewinnen.

Die spanische VW-Tochter Seat baut tolle Autos, die Absatzzahlen stimmen, und die Marke hat mit einem Durchschnittsalter von knapp 40 Jahren die jüngste Kundschaft. Aber genau das könnte den Spaniern zum Verhängnis werden. Neuerlich macht das Gerücht die Runde, dass VW-Chef Herbert Diess die VW-Tochter Seat auslaufen lassen will. Die Nachricht, die zuerst vom öffentlich-rechtlichen Nachrichtenportal des Deutschlandfunks und der Wirtschaftsseite Business Insider dahingehend interpretiert wurde, fußt auf einem Post unter Diess' Namen, den er am 7. März auf dem Berufsnetzwerk Linkedin veröffentlicht hat.

Darin geht es anlässlich eines Treffens mit dem spanischen Premierminister Pedro Sánchez und dem spanischen König Felipe VI. darum, dass man sich unisono von der Strahlkraft der Marke Cupra begeistert zeigt und sie "zu einer der jugendlichsten und vollelektrischen Automarken weltweit" machen will. Dass sich daraus ergibt, dass die Marke Seat geopfert wird, scheint gar nicht weit hergeholt. Aber noch etwas anderes wird deutlich. Die noch vor drei Jahren als Sportmarke aus dem Boden gestampfte Marke Cupra, die momentan mit 310 PS starken Verbrenner-Motoren und einem zu erwartenden Fünfzylinder im Formentor VZ5 mit 390 PS für Furore bei den sportbegeisterten Autofahrern sorgt, wird wohl mit derartigen Antrieben nicht mehr aufwarten.

Nur noch E-Autos in Martorell

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Bereits jetzt wird das Seat-Werk in Martorell auf die E-Auto-Produktion umgerüstet.

(Foto: Seat)

Denn, und das ist durch den Post bestätigt, das Seat-Werk in Martorell wird in Zukunft nur noch Elektroautos bauen. "Unsere Pläne sind kühn: Umwandlung von Martorell in ein vollelektrisches Carplant. Lokale Zellproduktion in Spanien, Aufbau von Infrastruktur für schnelles Laden und grüne Energie", schreibt Diess in dem Post. Momentan werden in Martorell der Seat Ibiza, Arona, Leon und die entsprechenden Cupra-Modelle gebaut. Die SUV Ateca und Tarraco laufen in Wolfsburg respektive bei Skoda in Kvasiny vom Band.

Auch dass der neue Cupra-Chef Wayne Griffiths seit Oktober 2020 zusätzlich die Leitung von Seat übernommen hat, könnte ein Indiz für das Verschmelzen der Marken oder eben für das Ende von Seat sein. In Martorell jedenfalls präsentierte der Brite die Cupra-Reihe der kommenden Jahre, die anscheinend ganz auf Batteriebetrieb setzen soll. "Das erste vollelektrische Modell Cupra Born wird noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Der kleine BEV macht einen guten ersten Eindruck - hochemotional und mehr Cupra als alles andere zuvor", heißt es in dem Post.

Ob das alles am Ende so zu lesen ist, dass die Marke Seat in ihrer Existenz bedroht ist, mag hier nicht abschließend gesagt werden. Fakt ist aber, dass der VW-Konzern weiter auf eine totale Elektrifizierung seiner Modelle und der seiner Töchter setzt. Wie und ob sich Seat in dieses Gebilde einfügen wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: ntv.de

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