Auto

Nur für die Unterwelt Teurer Toyota Run-E Electric Cruiser

123_Huber-Automotive-RUN-E_Electric-Cruiser_1-1.jpg

Noch darf der Run-E Electric Cruiser von Huber Automotive auf Basis des Toyota Land Cruiser nur unter Tage stromern.

(Foto: Huber Automotive)

E-Mobilität hat ihren Preis. Nicht nur, was Reichweite und Ladezeit betrifft. Auch wer sich bei der Firma Huber Automotive ein Spezialgefährt für die Unterwelt in Form der Run-E Electric Cruiser anfertigen lässt, muss für das Arbeitstier tief in die Tasche greifen.

Toyotas Land Cruiser gilt als klassischer Vertreter der Fraktion mit bärenstarken V6-Dieselfahrzeugen. Doch die in Baden-Württemberg nahe Göppingen ansässige Firma Huber Automotive baut auf Wunsch das Allrad-Urgestein zum modernen, emissionsfreien Stromer um. Run-E Electric Cruiser heißt das Gefährt, das allerdings bislang nur sehr spezielles Terrain betreten darf.

12-2020-RUN-E-Electric-Cruiser-169Gallery-58d0961d-1751706.jpg

Huber Automotive bietet auch den Pick-up mit Doppelkabine als Umbau an.

(Foto: Huber Automotive)

Doch unterdessen haben die Schwaben schon einige Land Cruiser zum Stromer umgewandelt. In der jüngsten Ausbaustufe auf Basis des Land Cruiser J7, der nur noch in einem Werk in Südafrika gebaut wird, kommt ein 122 PS und 1410 Newtonmeter starker E-Motor zum Einsatz. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Huber 130 km/h an, die maximale Reichweite mit der 35 kWh großen Batterie liegt bei 150 Kilometern.

Die Werte beziehen sich allerdings auf eine Straßennutzung. Im Geländeeinsatz sollen 80 bis 100 Kilometer erreicht werden und der Antrieb bei Steigungen mit 15 Prozent eine Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h ermöglichen. Letztere Angabe ist vor allem für Kunden interessant, denn der Run-E Electric Cruiser wird vornehmlich in Bergwerken eingesetzt. Dort ist neben seiner hohen Geländegängigkeit seine Zurückhaltung bei Lärm- und Abgasemissionen von Vorteil.

Straßenzulassung Ende Januar 2021 möglich

Der Run-E Electric Cruiser ist laut Huber Automotive TÜV-zertifiziert und grundsätzlich einzelzulassungsfähig gem. Paragraf 21 StVZO. Allerdings gibt es zwei Komponenten, die in Verbindung mit diesem Fahrzeugtyp keine Herstellerfreigabe für die Straßenzulassung haben, obwohl es in anderen Anwendungen dafür durchaus eine Zulassung gibt, so Huber. Voraussichtlich Ende Januar soll der Electric Cruiser jedoch eine LOF-Zulassung (Land- und Forstwirtschaft) als Zugmaschine bekommen.

Ganz billig ist der Elektro-Offroader nicht. Da es sich um Individualanfertigungen handelt, bei denen der Preis je nach Ausstattung des Fahrzeugs und eventuellen Optionspaketen variieren kann, nennen die Schwaben als groben Richtwert für ein Gesamtfahrzeug "rund 100.000 Euro". Bleibt die Frage, welches Unternehmen eine solche Summe zur Verfügung hat, um einen Run-E Electric Cruiser unter Tage zum Einsatz zu bringen. Denn ein Land Cruiser J7 wird momentan zu Preisen zwischen 14.822 und 26.725 Euro angeboten.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x